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Ein gemauertes Bücherregal für das Stadsarchief Delft

(3.9.2018) Archive werden u.a. eingerichtet, um dem kulturellen und historischen Gedächtnis einer Stadt, eines Landes oder eines Staates eine Adresse zu geben. In ihnen werden sowohl historische Dokumente aufbewahrt und erhalten, als auch der Öffentlichkeit die Möglichkeit geboten, den Bestand zu einzusehen oder gar zu erforschen. Bei der Verbindung von zeitlich unbegrenzter Archivierung und öffentlicher Nutzung der Bestände, kommt der Architektur ein wichtiger Stellenwert zu. So ging es bei dem Neubau des Archivs in Delft (siehe Google-Maps) auch um mehr als „nur“ moderne Architektur:

siehe auch „normales Foto

Prägnanter Stadtbaustein

Die Architekten vom Office Winhov haben in Zusammenarbeit mit dem Büro Gottlieb Paludan Architects ein Gebäude entworfen, das dem Schutz der Archivalien dient und gleichzeitig mit seinem unverwechselbaren Design die Funktion nach außen kommuniziert. Charakteristisch für die Fassade ist zudem der Klinker, den Deppe Backstein eigens für das Archiv entwickelt hat. Die Architekten suchten nach einem Wasserstrich-Klinker in der Farbe Bronze, original Kohlebrand. Damit wurde das Archiv 2018 für den BNA Bestes Gebäude des Jahres, einen niederländischen Architekturpreis, nominiert; bereits 2017 war der Neubau für den Fritz-Höger-Preis für Backsteinarchitektur nominiert.

alle Fotos © Stefan Müller 

Geometrisch streng, locker ausgestaltet

Eine klare, eindeutige Kubatur kennzeichnet den Archivneubau, der innerhalb der fünf Obergeschosse vollständig ohne Fenster auskommt, um die wertvollen Akten vor Tageslicht und Außenluft zu schützen. Der Gedanke an großflächige Fassaden ohne Fenster suggeriert zunächst Monotonie und Gestaltungsarmut. In Delft allerdings ist das Gegenteil der Fall: Die Fassade mit ihren vertikal auskragenden Profilierungen wirkt wie eine Fortsetzung der innenliegenden Bücherregale. (Die Rückseite gibt es übrigens bei Google-Street-View zu sehen.)

Geschossdecken aus hellen Betonfertigteilen sind nach außen sichtbar und gliedern die Fassade zusätzlich. Dabei variiert der Wasserstrich-Klinker in seiner Farbigkeit von Orange über Braun bis hin zu Bronze. Es entsteht ein Eindruck geometrisch strenger Gliederung bei gleichzeitig verspielt lockerer Ausgestaltung.

Unter Berücksichtigung des Aspekts, dass Backstein eine wichtige Rolle in der Gestaltung der Stadt Delft einnimmt, reiht sich der Neubau des Archivs harmonisch in die bestehenden Strukturen ein und stellt auf diese Weise Bezüge zum Selbstverständnis und zur Architekturgeschichte der Stadt her.

Klares Raumkonzept

Der Innenraum gliedert sich im Erdgeschoss in Arbeitszimmer und Büros sowie die Aufbewahrung der Archivunterlagen in den oberen Geschossen. Dabei gewährleistet die effiziente Gestaltung des Grundrisses eine flexible Nutzung und unterstützt so den Gedanken der Nachhaltigkeit. So besteht die Möglichkeit, das Archivgebäude auf der Rückseite zu erweitern.

Weitere Informationen zu individuell entwickeltem Klinker können per E-Mail an Deppe Backstein-Keramik angefordert werden.

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