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Bundeszentrum für Spurenstoffe in Gewässern nimmt Arbeit auf

(22.3.2021, Weltwassertag) Arzneimittel, Waschmittel, Pestizide etc. - immer mehr Chemikalien belasten unsere Gewässer. Wie es gelingen kann, dass solche Spurenstoffe möglichst gar nicht mehr in die Gewässer gelangen, ist das Thema der Spurenstoffstrategie des Bundes. Am heutigen Weltwassertag stellten das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) in einer Fachkonferenz Ergebnisse der Pilotphase dieser Strategie vor. Das UBA wird die Arbeiten zur Spurenstoffstrategie nun in einem neu gegründeten Spurenstoffzentrum des Bundes weiter vorantreiben.

Das Spurenstoffzentrum des Bundes ...

  • ist beim UBA angesiedelt,
  • sitzt in Leipzig,
  • nimmt in den kommenden Monaten sukzessive seine Arbeit auf,
  • soll die Forschung im Bereich der Spurenstoffe weiter voranzutreiben,
  • wird unter Einbindung von Experten, Herstellern und der Wasserwirtschaft an Runden Tischen Maßnahmen zur weiteren Eintragsminderung entwickeln und
  • soll die Länder bei der Einführung der 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen beraten.

Zum Aufgabenportfolio des Spurenstoffzentrums gehört auch, einen strukturierten Informationsaustausch zwischen Ländern, Kommunen, Kompetenzzentren und Hochschulen hinsichtlich quellenorientierter und nachgeschalteter Minderungsmaßnahmen zu entwickeln.

Die Gesellschaft setzt tagtäglich eine Vielzahl verschiedener Chemikalien ein. Dabei handelt es sich um Tier- und Humanarzneimittel, Wasch- und Reinigungsmittel, Biozide im Haushalts-, Gesundheits- und Baubereich, Industriechemikalien, Pflanzenschutzmittel und weitere Chemikalien. Die genaue Anzahl unterschiedlicher Stoffe ist weder bekannt noch konstant, da täglich neue Verbindungen entwickelt werden. Im Rahmen der REACH-Verordnung sind derzeit etwa 22.000 verschiedene Chemikalien registriert. Allerdings umfasst diese Zahl keine Biozide, Pflanzenschutzmittel und Arzneimittel. Viele dieser Chemikalien gelangen über das Abwasser unserer Haushalte, von Industrieanlagen oder über landwirtschaftlich genutzte Flächen in unsere Gewässer. Dort werden Sie zwar nur in geringen Konzentrationen von Nano- bis Milligramm nachgewiesen, können aber dennoch für die Trinkwasserversorgung eine Herausforderung darstellen oder die Wasserbewohner schädigen mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Gewässerökosysteme. Der beste Ansatz ist also, dass Spurenstoffe gar nicht erst ins Abwasser gelangen. Dafür muss man schon bei der Herstellung und der Anwendung von Produkten ansetzen, etwa in der Arzneimittel- und Bauindustrie.

Runde Tische

Im Rahmen der nun abgeschlossenen Pilotphase zur Spurenstoffstrategie hat ein 15-köpfiges Expertengremium aus Vertretern von Bundes- und Landesbehörden, Industrie, Umweltverbänden, Wissenschaft, Apothekern und Wasserwirtschaft einige relevante Spurenstoffe identifiziert. Zu drei relevanten Spurenstoffen wurden bereits Runde Tische eingerichtet, um hier schnell Minderungsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Die Länder haben einen Orientierungsrahmen für nachgeschaltete Maßnahmen zur Spurenstoffelimination angewendet und zahlreiche Kläranlagen identifiziert, bei denen eine 4. Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination sinnvoll sein kann.

Unterstützt wurde die Pilotphase durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und einem Team der IKU-Dialoggestalter. Ergänzt wurden diese Arbeiten durch die Aktivitäten einzelner Akteure, um die Bevölkerung und Fachanwender über die Auswirkungen von Spurenstoffen in Gewässern zu informieren. Dafür haben diese Akteure das Logo der UN-Wasserdekade (2018 - 2028) als übergeordnetes Kampagnendach durch das BMU erhalten.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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