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Heizspiegel 2022 zu der galoppierenden Entwicklung der Heizkosten


  

(27.9.2022) Die Heizkosten sind schon 2021, also vor Beginn der eigentlichen Energiekrise, über alle Energieträger hinweg gestiegen - und werden in diesem Jahr noch deutlich höher ausfallen, wie der neue Heizspiegel der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online anschaulich aufzeigt.

Besonders stark steigen die Kosten für Heizungen auf Basis der Energieträger Gas, Öl und Strom. Grundlage dafür sind mehr als 190.000 Abrechnungen für das Jahr 2021 sowie aktuelle Preis- und Wetterdaten. Gründe für die steigenden Heizkosten sind demnach ...

  • vor allem höhere Energiepreise und
  • bei fossilen Energieträgern zusätzlich der CO₂-Preis.

Heizen mit Gas doppelt so teuer wie 2020

Für eine durchschnittliche 70 m² große Wohnung mit Gasheizung ist für das vergangene Jahr mit Mehrkosten von 135 Euro (+20%) zu rechnen. Für das laufende Jahr geht die Analyse von weiteren Mehrkosten von rund 550 Euro (+67%) aus. Heizen mit Gas wird damit innerhalb von zwei Jahren doppelt so teuer. Wer eine Ölheizung nutzt, wird mit einem Aufschlag von ca. 130% mehr als doppelt soviel zahlen müssen:

  • 320 Euro (+51%) zusätzlich für 2021 und
  • voraussichtlich 495 Euro (noch einmal +53%) mehr für 2022.

Auch mit Fernwärme, Wärmepumpe und Holzpellets ist für beide Jahre mit höheren Heizkosten zu rechnen.

„Solch ein starker Anstieg der Heizkosten wurde seit der ersten Veröffentlichung des Heizspiegels im Jahr 2005 noch nie verzeichnet“, stellt co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz fest. „Was im Durchschnitt schon sehr viel ist, kann im Einzelfall auch noch deutlich mehr sein. Dazu kommt: Bei vielen Haushalten werden die höheren Kosten in diesem Jahr erst mit der Abrechnung im Jahr 2023 ankommen. Prognosen sind wegen der hohen Dynamik an den Energiemärkten aktuell noch schwieriger als sonst. Aber mit der Auswertung tatsächlicher Verbräuche liefert der Heizspiegel deutschlandweit einzigartige Vergleichswerte und zeigt sehr deutlich, in welche Richtung es geht. Darauf sollten sich die Haushalte rechtzeitig einstellen und entsprechend handeln.“

Energieträger /
Heizsystem
Anstieg der
Heizkosten 2021
Prognose: Anstieg
der Heizkosten 2022
Erdgas +20% +67%
Heizöl +51% +53%
Fernwärme +11% +8%
Wärmepumpe +15% +53%
Holzpellets +5% +54%

Für die Heizkosten sind neben den Energiepreisen laut Heizspiegel auch das das Wetter und der CO₂-Preis entscheidend:

  • Der Deutsche Wetterdienst hat für 2021 etwas kühlere Temperaturen während der Heizsaison verzeichnet, für 2022 dagegen bisher etwas höhere.
  • Der Anteil des CO₂-Preises an den Heizkosten lag im vergangenen Jahr für Erdgas bei 8%, für Heizöl bei 10%. Für das laufende Jahr sind dagegen mit weitem Abstand die Energiepreise die entscheidenden Faktoren für höhere Heizkosten.

640 bis 1.220 Euro weniger Heizkosten pro Jahr möglich

Der Heizspiegel zeigt auch, dass große Sparpotenziale noch nicht ausgeschöpft werden: Durch effizientes Heizen und eine energetische Sanierung lassen sich die Heizkosten senken. In einer Wohnung mit 70 m² und Gaszentralheizung im Mehrfamilienhaus soll das Sparpotenzial im Schnitt bei 640 Euro pro Jahr liegen. Bei einem Einfamilienhaus mit 110 m² sei eine durchschnittliche Ersparnis von 1.220 Euro möglich. Wie groß das eigene Sparpotenzial ist und wie es sich heben lässt, zeigt der kostenlose Heizkosten-Rechner von co2online.

„Die Bereitschaft zum Energiesparen ist in der Bevölkerung momentan so hoch wie nie. Gleichzeitig zeigt der Heizspiegel, dass 90 Prozent der Haushalte in Deutschland noch zu viel Heizenergie verbrauchen“, konstatiert co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz: „Die meisten Menschen schätzen ihren Verbrauch und den Einfluss schon kleinster Maßnahmen auf die Kosten falsch ein - oder verstehen ihre Heizkostenabrechnung nicht. Bei hohen Energiepreisen ist das verheerend! Heizkosten sparen beginnt mit dem Heizspiegel: Wer den eigenen Verbrauch auf heizspiegel.de prüft und die dort empfohlenen Maßnahmen umsetzt, kann die Heizkosten wirksam senken.“

“Angesichts der aktuell explodierenden Energiepreise ist der Heizspiegel ein ganz wichtiges Instrument für Verbraucherinnen und Verbraucher, um Energie zu sparen“, kommentiert auch Dr. Melanie Weber-Moritz, Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbunds (DMB). „Er schafft Transparenz bei den Heizkosten und gibt einfache Hilfestellung, um Energieeinsparpotenziale zu finden und damit bares Geld zu sparen. Zahlreiche Menschen sind momentan mit hohen Energierechnungen konfrontiert. Der Heizspiegel hilft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung, zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz.“

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