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Brandschutzbekleidung für Stahlbauteile als vorbeugender baulicher Brandschutz

(3.10.2007) Unmittelbar gegenüber dem Verteidigungsministerium in Berlin und damit einen Steinwurf vom Potsdamer Platz entfernt, findet sich seit 2005 das neu errichtete Maritim Hotel Berlin (siehe auch Google-Maps). Mit einem Gesamtareal von rund 12.130 m² ist das Vier-Sterne-Kongresshotel heute beliebter Anlaufpunkt für Privat- und Geschäftsreisende in Berlin-Mitte. Eine Herausforderung für den Generalunternehmer, die Hochtief Construction AG, stellte während der Bauphase unter anderem das höchst anspruchsvolle Tragwerk dar, das aufgrund der Statik nur in monolithischer Bauweise erstellt werden konnte. Besonderes Augenmerk richtete man dabei schon in der Rohbauphase auf den vorbeugenden baulichen Brandschutz.


Das elfgeschossige Maritim Hotel verfügt neben 505 Hotelzimmern und Suiten in exklusiver Lage über zwei großzügige Veranstaltungssäle, 15 Tagungs- und Konferenzräume sowie über separate Besprechungsräume. Auf einer Veranstaltungsfläche von nahezu 8.200 m² finden hier bei Großveranstaltungen mehr als 5.500 Personen Platz.

Beeindruckend auch die Dimensionen in der Bauphase: 40.000 m³ Beton, 6.500 t Bewehrungsstahl, 13.000 m² Elementdecken, 180 km Elektro-Leerrohre sowie 463 Fertig-Badzellen wurden während der Rohbauerstellung verwertet. Für die Stahlkonstruktionen galt es dabei, eine Feuerwiderstandsklasse von F90-A sicherzustellen. Gleichzeitig durfte die Gesamtstatik des Gebäudes nicht durch die vorbeugenden Maßnahmen für den baulichen Brandschutz beeinträchtigt werden.

Nichtbrennbar, aber trotzdem gefährdet

Bei Baustählen, die zwar allgemein als nichtbrennbare Baustoffe eingestuft werden, nimmt beim Überschreiten der kritischen Temperatur von ca. 500°C die Festigkeit stark ab. Dies kann im Brandfall dazu führen, dass Stahlkonstruktionen ihre statischen Aufgaben nicht mehr erfüllen und die Standsicherheit des gesamten Gebäudes verloren geht. Darüber hinaus neigen Stahlträger bei hohen Temperaturen zu einer starken Längenausdehnung, die unzulässige Kräfte auf Wände und Decken ausüben kann. Um dem Überschreiten der kritischen Temperatur im Brandfall und damit diesen Risiken begegnen zu können, müssen Stahlbauteile mit einer Brandschutzbekleidung versehen werden.

Im Maritim Hotel Berlin entschied sich der für den Brandschutz der Stahlkonstruktion zuständige Verarbeiter, die svt Brandschutz GmbH & Co. KG aus Spandau, für ein Bekleidungssystem aus nichtbrennbaren (A2) Steinwolle-Brandschutzplatten mit einem Schmelzpunkt von > 1.000°C.


Mit der Brandschutzplatte "Conlit Steelprotect Board Alu" von Rockwool Technical Insulation (RTI) kam ein erprobtes System für den baulichen Brandschutz von Stahlträgern zum Einsatz: Die Wasser abweisenden, formstabilen und bruchunempfindlichen "Conlit" Platten lassen sich recht problemlos, weil widerstandsfähig, auf jeder Baustelle lagern.

Nach dem U/A-Verhältnis in m-1 wird generell die Bekleidungsdicke von Stahlkonstruktionen bemessen. Der U/A-Wert beschreibt das Verhältnis von beflammtem Umfang zu der zu erwärmenden Querschnittsfläche des Stahlprofils. Die jeweils mächtigsten Stahlträger im Maritim befinden sich in den beiden großen Veranstaltungssälen. Mit einer Höhe von 2,20 m und einer Breite von 0,80 m ergab sich selbst hier eine geringe Bekleidungsdicke für optimalen Brandschutz von nur 25 mm aluminiumkaschierter Steinwolle.

Die geringen Bekleidungsdicken und niedrigen Flächengewichte des eingesetzten Rockwool Systems von ca. 4 kg/m² ermöglich(t)en dem Verarbeiter ein einfaches Handling auf der Baustelle und wirkt sich nicht negativ auf die Statik des Gebäudes aus. Als ebenso nützlich erwies sich in Berlin auch die einfache Bearbeitbarkeit der Brandschutzplatten, die sich in kürzeren Verlegezeiten und damit niedrigeren Arbeitszeitkosten bemerkbar machte: Zwei Mitarbeiter des Verarbeiters haben den Angaben zufolge insgesamt 1.900 m² "Conlit Steelprotect Board Alu" Brandschutzplatten innerhalb von vier Wochen verlegen können.

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