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Gleiche Interessen: Mieter und Vermieter

(31.8.2008) Über 50 Prozent der Deutschen sind laut Umfrage der BHW Bausparkasse dafür, dass sich Mieter und Vermieter die Kosten für energieeffiziente Modernisierungen teilen. Schließlich profitieren beide Parteien von niedrigen Wohnnebenkosten und dem Klimaschutz. Unklar ist noch, wie das Kostenteilungsmodell funktionieren soll. Eine Reform des Mietrechts würde helfen.

Energiepreisentwicklung in Deutschland

Die reine Nettomiete hat an Aussagekraft erheblich eingebüßt. Wer heute eine Wohnung mieten oder kaufen will, lässt sich deren Nebenkosten genau aufschlüsseln und kalkuliert am besten noch Preisentwicklungen der Zukunft mit ein. Ob der Preis dann noch wirklich heiß ist, lässt sich seit 1. Juli recht schnell ablesen: Jetzt muss der Vermieter oder Verkäufer Transparenz zeigen und einen Energieausweis vorlegen. Der weist die Qualität und energetischen Kennwerte der Immobilie aus. Ein Marktvergleich ist leicht zu ziehen.

Ihren Energieausweis bitte!


Energieausweis im PDF-Format

Bernd Neuborn von der Bausparkasse BHW empfiehlt Eigentümern, sich auf diese Situation richtig einzustellen und vom Sachverständigen einen "Energieausweis" erstellen zu lassen, der entsprechend aussagekräftig ist. "Transparenz zahlt sich aus, sei es beim Verkauf oder der Neuvermietung von Immobilien. Wer heute keinen oder nur einen unvollständigen Energieausweis vorlegen kann, dem drohen zudem Bußgelder bis zu 15.000 Euro."

In einem Boot: Mieter und Vermieter

Kann der Vermieter oder Verkäufer einen sparsamen Energieverbrauch nachweisen, darf sich das in einer höheren Kaltmiete oder dem höheren Verkaufspreis niederschlagen. Am Beispiel eines durchschnittlichen Einfamilienhauses Baujahr 1970 mit 150 m² Wohnfläche lässt sich der Vorteil für Mieter oder Käufer gut darstellen. Unsaniert verbraucht das Haus 4.500 Liter Heizöl pro Jahr, bei derzeit 90 Cent pro Liter Öl also 4.050 Euro. Auf Neubaustandard saniert reduzieren sich die Nebenkosten um 2.430 Euro jährlich. Kosten für den Hausbesitzer: Laut der Deutschen Energieagentur (dena) rund 43.000 Euro.

Warmmiete als Bezugsgröße

"Wenn sich Mieter und Vermieter die Vorteile der Sanierung teilen und sichere Standards im Sinne einer Warmmieteneutralität schaffen, ist beiden Seiten gedient", sagt Bernd Neuborn. Theoretisch ist das mittels Mieterhöhung um elf Prozent wiederholt möglich. Sie darf jedoch nicht 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Das ist ein Problem in Regionen mit niedrigen Mieten und viel Leerstand. Daher wird die Forderung nach einer Liberalisierung des Mietrechts laut. So kritisiert das Institut der deutschen Wirtschaft, dass sich Einsparungen bei Heizkosten noch nicht in der Kaltmiete niederschlagen. Würde die Warmmiete als Bezugsgröße dienen, könnten deutlich mehr Investitionen angestoßen werden. Der Mieterverein Hamburg kann sich vorstellen, dass der energetische Zustand als zusätzliches Kriterium in den Mietspiegel aufgenommen wird und gute Werte so zu einer höheren Miete führen. Einig ist man sich auch darin, dass engagierte Hausbesitzer staatliche Unterstützung verdienen. 27.000 Hausbesitzer erhielten 2007 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse für Ökoheizungen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bewilligte im ersten Quartal 2008 40 Prozent mehr Kredite als in den Vergleichsmonaten des Vorjahres.

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