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Lastrahmenstütze mit tragender Rolle in der Hamburger Hafencity

(4.5.2009) Wer als Schalungsausstatter einfach nur Material auf die Baustelle liefert, ist out. Immer häufiger nutzen die ausführenden Rohbau-Unternehmen bei der Schalungsplanung das umfangreiche Angebot an technischer Dienstleistung und ingenieurtechnischem Know-how, das beispielsweise die großen Schalungshersteller und -vermieter offerieren. So auch bei einem Hamburger Schulneubau, der erst nach Fertigstellung der letzten Obergeschossdecke voll tragfähig ist. Bis dahin wurden die Lasten über eine komplexe Traggerüstkonstruktion aus Lastrahmenstützen abgeleitet. Deren Ausarbeitung und Integration ins Schalkonzept lag hier in den Händen der Hamburger Hünnebeck-Niederlassung.


Lastrahmenstützen sorgen für hohen Lastabtrag auf kleinstem Raum. (Bild vergrößern)

Auf einem gut 3.000 m² großen Grundstück wird derzeit im neuen Hamburger Stadtteil HafenCity (siehe "Luftbild" aus dem Beitrag "HafenCity Hamburg - Modell einer europäischen Stadt des 21. Jahrhunderts" vom 12.10.2005) eine dreizügige Grundschule gebaut. Bauherr, Investor und Generalunternehmer dieses PPP-Projekts ist die Bauunternehmung Otto Wulff, die das Gebäude innerhalb des Quartiers "Am Sandtorpark/Grasbrook" 25 Jahre lang auch instand halten und bewirtschaften wird.

Für den Ortbeton-Rohbau des fünfgeschossigen Baukörpers mit 9.500 m² Bruttogeschossfläche hat sich Otto Wulff technische und logistische Unterstützung bei Hünnebeck geholt. Zum einen ergänzte die Bauunternehmung das vorhandene Eigenmaterial an trägerloser Topec-Deckenschalung durch angemietetes Material. Doch vor allem kam es darauf an, die auf einer Länge von 51 m um ca. 7,50 m auskragende Erdgeschossdecke so geschickt zu schalen und zu unterstützen, dass im weiteren Bauverlauf auch die Lasten der darüberliegenden Geschosse über die Tragkonstruktion abgeleitet werden konnten. Denn erst, als der komplette Rohbau fertig gestellt war, entfaltete das von Statiker Dipl.-Ing. Olaf Gehrdes (Otto Wulff Bauunternehmung GmbH & Co.KG) entwickelte Tragsystem des Gebäudes seine volle Tragfähigkeit.

Die Hünnebeck-Anwendungstechnik hat sich deshalb ein System aus Lastrahmenstützen einfallen lassen, das nicht nur den auftretenden Linienlasten zwischen 135 kN/m und 450 kN/m gerecht wurde, sondern auch die hohen Einzellasten von 950 kN (95 t) und 1.100 kN (110 t) sicher ableiten konnte. Der Hünnebeck-Projektleiter erläutert: "Wir hatten insgesamt rund 42 t Lastrahmenstützen an unterschiedlichen Stellen im Einsatz. Rund 190 Stück mit einer Länge zwischen 6,20 m und 7,20 m als Decken- bzw. Unterzugunterstützung. Und rund 90 Stück mit einer Länge von 2,10 m bis 3,38 m als Durchsteifung auf die Sohle. Die waren dort aufgestellt, wo im Kellergeschoss keine Wände zur Lastabtragung zur Verfügung standen."

Unterstützung für drei Geschosse

Insgesamt rund 700 m² nahm das vom Hünnebeck-Mietlager angelieferte Traggerüst aus Lastrahmenstützen ein. 380 m² davon beanspruchte allein schon die Unterstützung unter den drei auskragenden Geschossen an der Westseite des Gebäudes, wo die Lastrahmenstützen teilweise im 40-cm-Abstand standen. Ein weiterer größerer Unterstützungsbereich befand sich aber unterhalb der künftigen Turnhalle (2. OG).

Hier überall sorgte die Lastrahmenstütze mit ihren Grundabmessungen von 25 x 25 cm für hohen Lastabtrag auf kleinem Raum. Als Einzelstütze schafft sie abhängig von der Bauhöhe bis zu 211 kN, was sich im Stützenverbund als Turm oder Jochreihe zu einer enormen potenziellen Lastaufnahme summiert. Deshalb hätte sich auch keine Alternative zum Einsatz einer Lastrahmenstütze finden lassen. Die Lastrahmen gibt es in 100, 150 und 200 cm Länge. Der kleinste wiegt 21 kg, der größte 40 kg, so dass sich die Teile durchaus ohne Kranhilfe innerhalb des Baus transportieren lassen.

Wo die Lastanforderungen nicht ganz so hoch waren - beispielsweise in besonders hohen Deckenbereichen, wo lediglich "normale" Lasten aus einer einzelnen Decke abzutragen waren, wurde die eingesetzte trägerlose Topec-Deckenschalung von Türmen aus Alu-Top-Material unterstützt. Ihr Vorteil: Alu-Top ist halb so schwer wie vergleichbare Stahlrohrstützen, bringt aber mehr als die doppelte Tragfähigkeit. Bis zu 40 kN als Einzelstütze. Und auch beim Einschalen der bis zu 1 x 1 m großen Unterzüge sah das Schalkonzept den Einsatz des Stützensystems aus Aluminium vor. Insgesamt 40 t Alu-Top-Material stellte Hünnebeck der Hamburger Baustelle zur Verfügung.

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