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Abrissprämie: Wenn sich bayrischer Verband preußische Zustände wünscht

  • Bayerischer Ziegelindustrieverband fordert verstärkte Wohnraumförderung

Kastulus Bader   

(7.2.2010) Das Land Nordrhein-Westfalen will in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro in die Wohnraumförderung investieren. Für den Abriss nicht mehr zeitgemäßer Wohnsiedlungen der 1960er und 1970er Jahre - sowie den Ersatzneubau - stehen im Jahr 2010 Zuschüsse von zwei Millionen Euro bereit. Die bayrische Industrie fordert nun auch ein Handeln der bayerischen Landesregierung. "Ein solches Konzept für den sinnvollen Bestandsersatz fehlt derzeit in Bayern. Dabei können nur der Abriss maroder Altbauten und anschließende Neubau moderner Wohnungen langfristig den Bedarf an zukunftsfähigem und altersgerechtem Wohnraum in Bayern decken", erklärt Kastulus Bader, Präsident des Bayerischen Ziegelindustrieverbandes (BZV).

Nordrhein-Westfalens Bauminister Lutz Lienenkämper hatte am 28.1. für sein Bundesland eine Aufstockung der Wohnraumförderung für dieses Jahr angekündigt: Rund eine Milliarde Euro wird NRW für die Bezuschussung von bedarfsgerechtem Wohnbau einplanen. Neue Akzente setzt Lienenkämper - laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums - mit einer Zuschussförderung für Abriss und Neuinvestitionen in nicht mehr zeitgemäßen Wohnsiedlungen der 1960er und 1970er Jahre. Dafür stehen im Jahr 2010 erstmals Zuschüsse von zwei Millionen Euro bereit. Insgesamt seien für diese Förderung bis 2013 rund 19,5 Millionen Euro reserviert. Damit werde das Land NRW zum "bundesweiten Vorreiter in Sachen Abrissprämie". "In NRW hat man erkannt, dass Investitionen in den Wohnungsbau ein Mehrfaches an Steuereinnahmen bewirken und Arbeitsplätze schaffen", lobt Bader.

Hintergrund: Viele Altbauten erfüllen längst nicht mehr die gestiegenen energetischen Anforderungen sowie den Anspruch an zukunftsfähiges, barrierefreies Wohnen. Nicht zeitgemäße Grundrisse sowie eine mangelhafte Bausubstanz führen häufig dazu, dass eine bloße Sanierung mit vertretbaren finanziellen Mitteln nicht realisierbar ist. Daraus resultiert ein hoher ungedeckter Bedarf an bezahlbarem, zeitgemäßen Wohnraum. Um diesen Bedarf mittelfristig zu decken, setzt NRW jetzt auf die umfangreichen Fördermaßnahmen - auch als Teil eines schnell wirkenden Konjunkturpaketes. "Wir begrüßen diese politische Entscheidung in NRW. Auch in Bayern sind Fördermaßnahmen dringend notwendig, um ausreichend angemessenen Wohnraum in unseren Kommunen zu schaffen und damit gleichzeitig die Bauindustrie als Konjunkturlokomotive wiederzuentdecken und der Baubranche in unserem Land endlich neue Impulse zu geben. Wir fordern daher die Staatsregierung auf, sich mit diesem Thema konkret auseinander zu setzen und entsprechende Zuschussförderungen einzuplanen", erklärt Kastulus Bader für den Bayerischen Ziegelindustrieverband (BZV).

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