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Krise im Wohnungsbau trifft Unipor

(15.1.2010; Deubau-Bericht) Im abgelaufenen Jahr hat die Unipor-Ziegel-Gruppe (München) einen deutlichen Absatz- und Umsatzrückgang verzeichnet. Das gab der mittelständisch geprägte Unternehmens-Verbund jetzt auf der Deubau in Essen bekannt. Der Absatz an Mauerziegeln ist demnach von 724 Millionen auf 668 Millionen Normalformat-Einheiten (NF) zurückgegangen - ein Minus von 7,7 Prozent gegenüber 2008. Im gleichen Zeitraum sind der Gesamtumsatz auf 87,8 Millionen Euro (-6,8%) sowie der Kernumsatz Mauerziegel auf 69,2 Millionen (-3,6%) gefallen.

"Unsere Rückgänge resultieren aus der tiefen strukturellen Krise im deutschen Wohnungsbau", erklärt Unipor-Vorstand Kunibert Gerij. Dieser für die deutsche Ziegelindustrie wichtige Markt leide bereits seit mehreren Jahren unter zunehmend schlechten politischen Rahmenbedingungen. Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise habe die Situation zusätzlich verschärft - insbesondere beim Auslandsgeschäft. "Mangels politischer Impulse ist auch für 2010 keine Besserung der Situation in Sicht", so Gerij.

Rund jeder achte Neubau in Deutschland wird eigenen Angaben zufolge mit Unipor-Mauerziegeln errichtet. Das traditionelle Hauptgeschäft findet dabei im Wohnungsneubau statt. Und genau dort liegt derzeit das Problem der gesamten deutschen Ziegelindustrie: Denn die Zahl der Fertigstellungen von Wohngebäuden ist in den vergangenen beiden Jahren um 19 Prozent auf nunmehr rund 150.000 Neubau-Wohnungen im Jahr 2009 zurückgegangen. Damit erreicht der deutsche Wohnungsbau wiederholt einen historischen Nachkriegs-Tiefstand. Noch bis 2005 konnte Deutschland im europäischen Vergleich mit rund 370.000 fertiggestellten Wohnungen - im langjährigen Mittel von 1985 bis 2005 - eine Spitzenposition einnehmen (siehe dazu auch Grafik "Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland 2003 bis 2010").


Grafik aus dem Beitrag "LBS spürt Belebung im Wohnungsbau" vom 13.12.2009 (Bild vergrößern)

Die Gründe für den Rückgang im Wohnungsbau liegen laut Unipor in den veränderten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Der Bau von selbst genutzten Einfamilienhäusern sei durch den Wegfall der Eigenheimzulage erheblich beeinträchtigt worden. Im Bereich des Mietwohnungsbaus haben - so Unipor - negative Maßnahmen wie das Herabsetzen der Abschreibungssätze, das Beschränken der Verlustrechnung oder das Abschaffen der degressiven Abschreibung (AfA) potenzielle Investoren deutlich abgeschreckt. "70 Prozent der Investitionen im Wohnungsbau werden von privaten Anlegern getätigt. Aus steuerlichen Gründen raten Anlageberater derzeit jedoch davon ab, Mietwohnungen in Deutschland zu bauen", stellt Unipor-Vorstand Kunibert Gerij fest. Dem Pestel-Institut zufolge liegt der tatsächliche Bedarf an Neubau-Wohnungen in Deutschland bei rund 400.000 pro Jahr. Tatsächlich gebaut wird jedoch momentan deutlich weniger als die Hälfte. Die jetzt schon erkennbare Folge dieser Politik sind zunehmend steigende Mieten - sowohl in Ballungszentren als auch in kleineren Städten und auf dem Land. Der Deutsche Mieterbund weist seit einem Jahr verstärkt auf dieses Problem hin - siehe auch Beitrag "Forscher sehen große Neubaulücken" vom 8.3.2009.

Rückläufige Geschäftszahlen

Die Krise im deutschen Wohnungsbau spiegelt sich auch in den aktuellen Geschäftszahlen der Unipor-Gruppe wider: Im Jahr 2009 ist der Gesamtumsatz der 19 selbstständigen Unipor-Mitgliedsunternehmen von 94,2 Millionen auf 87,8 Millionen Euro (-6,8%) zurückgegangen. Im Kernbereich Mauerziegel fiel der Umsatz um 3,6 Prozent auf 69,2 Millionen Euro. Der Absatz an Unipor-Mauerziegeln verringerte sich im Jahr 2009 von 724 Millionen auf 668 Millionen NF-Einheiten - ein Minus von 7,7 Prozent. "Unsere Umsätze sehen deswegen etwas positiver aus als der Absatz, weil wir im vergangenen Jahr den Anteil hochwertiger Produkte im Verkauf wieder steigern konnten. Wir sehen darin eine Bestätigung unserer Produktpolitik", erklärt Unipor-Geschäftsführer Dr. Thomas Fehlhaber - siehe u.a. auch Beitrag "Unipor meldet hohe Nachfrage nach Coriso-Wärmedämmziegeln" vom 17.8.2009.


Fordern eine Abkehr von der staatlichen Fokussierung rein auf die Gebäudesanierung: Geschäftsführer Dr. Thomas Fehlhaber und Vorstand Kunibert Gerij von der Unipor-Ziegel-Gruppe. (Bild vergrößern)

Das Unipor-Produktprogramm wurde seit 2007 auf die verschärften Anforderungen der Energie-Einsparverordnung (EnEV) 2009 abgestimmt und weiterentwickelt. "In allen Kategorien - vom Eigenheim bis zu mehrgeschossigen Wohnungs- oder Gewerbebauten - können wir als massiver Wandbaustoff-Hersteller besonders leistungsfähige Produkte anbieten. Das gilt sowohl für die zentralen Kriterien Wärme- und Schallschutz als auch in Bereichen wie Brand- und Feuchteschutz sowie Erdbebensicherheit", erklärt Fehlhaber. Mit ihren zahlreichen bauaufsichtlichen Zulassungen sieht sich die Unipor-Gruppe als Forschungs-Spitzenreiter in der deutschen Ziegelindustrie.

Wohnungsbau-Krise: Keine Besserung in Sicht

Für das Jahr 2010 ist laut Unipor keine Besserung der Situation in Sicht. "Die neue Bundesregierung hat die notwendigen Diskussionen und Entscheidungen für den deutschen Wohnungsbau leider auf die Jahre 2010 und 2011 vertagt", erklärt Gerij. Zur Besserung der Situation müsste die derzeit einseitige staatliche Fokussierung auf die bloße Gebäudesanierung um eine Förderung des Ersatzneubaus erweitert werden. "Die Lösung lautet: Mehr Bestandsersatz statt unwirtschaftlicher Bestandssanierung", betont Gerij. Denn nur mit Neubauten lassen sich die gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen an hochwertigen und altersgerechten Wohnraum nachhaltig befriedigen. Bei der bloßen Sanierung bleibe letztlich oft ein altes Gebäude mit zum Teil erheblichen funktionalen Schwächen erhalten. Da die dazu notwendigen politischen Impulse vorerst ausbleiben werden, sieht die Unipor-Gruppe kurzfristig keine Belebung des Inlandsgeschäftes. "Im Moment können wir nur auf die richtigen baupolitischen Signale aus Berlin warten. Sobald diese kommen, werden wir als mittelständische Ziegelhersteller unseren Beitrag für einen Konjunktur-Aufschwung in Deutschland leisten", erklärt Gerij.

Weitere Informationen zu Unipor-Produkten können per E-Mail an Unipor angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Unipor-Bilanzen der vergangenen Jahre:

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