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Fertigbaubranche reagiert proaktiv auf Absenkung der Solarförderung

(29.2.2012) Eine Solaranlage auf dem Dach ist für viele Hauseigentümer eine willkom­mene Einnahmequelle. Sie können den aus Sonnenenergie erzeugten Strom mit hohem Gewinn verkaufen und im Gegenzug günstigeren Strom vom Energieversorger bezie­hen. Vom 9. März 2012 an ist das nicht mehr ganz so lukrativ, denn die Bundesregie­rung will die Förderung für kleine Solaranlagen um 20 Prozent kürzen. Hinzu kommt: Nur noch 85 Prozent des erzeugten Stroms werden zu garantierten Preisen abgenom­men - siehe Baulinks-Beitrag "Aufruhr in der PV-Branche wegen performanter Absen­kung der Solarförderung" vom 23.2.2012.

Eigenstromverbrauch als Antwort auf die Absenkung der Solarförderung

Die Hauseigentümer von morgen sollten also möglichst viel selbst erzeugten Solar­strom im eigenen Haushalt verwenden, etwa für den Betrieb von Waschmaschinen oder Geschirrspülern, oder für die "Tankfüllung" eines Elektrofahrzeugs. Für diesen Eigenverbrauch von Strom ist entscheidend, wie hoch die Ersparnis gegenüber dem Stromtarif der Energieversorger ausfällt. Und diese Differenz vergrößert sich seit Jahren: Der durchschnittliche Brutto-Strompreis für einen 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 KWh ist seit dem Jahr 2000 von knapp 14 Cent/KWh auf rund 25 Cent/KWh im Jahr 2011 gestiegen.

"Je teurer der Strom wird, desto mehr lohnt sich der Eigenverbrauch selbst erzeugter Energie. Plus-Energie-Häuser ... sind auf den zukünftigen Trend zu weitgehend ener­gieautarkem Wohnen schon heute eingestellt", rät der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Dirk-Uwe Klaas. Solche Häuser weisen laut Definition des Bundesbauministeriums eine positive Endenergiebilanz auf, das heißt, sie erzeugen mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen, als ihre Bewohner verbrauchen.

Der benötigte Haushaltsstrom wird in dieser Rechnung mit 2.500 Kilowattstunden pro Jahr angesetzt. Auch die Heizwärme wird über den grünen Strom abgedeckt, denn hierfür werden in der Regel ebenfalls strombasierte Systeme wie Wärmepumpen und Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung eingesetzt. Für einen dauerhaft geringen Wärmebedarf sorgt die energetisch optimierte Gebäudehülle. "Nicht erst die Kürzung der Solarzuschüsse zeigt, dass die beim Hausbau zuerst auf die Energieeinsparung geachtet werden sollte, erst danach auf die Energieerzeugung", so Dirk-Uwe Klaas.

Technisch sinnvoll lässt sich bei Einfamilienhäusern heute ein Energieüberschuss von 10 bis 30 Prozent realisieren. Schwachpunkt einer autarken, also völlig netzunabhän­gigen Versorgung mit Strom, ist gegenwärtig noch eine ausreichend leistungsfähige Speichertechnik, denn die Sonne liefert nicht immer gleich viel Strom. Doch auch daran wird gearbeitet: Mehrere Anbieter von Plus-Energie-Häusern bieten bereits Speichersysteme zur Erhöhung des Eigenstromverbrauchs an.

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