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Bundesarchitektenkammer: Honorarordnung vereinfachen, nicht abschaffen

(16.7.2003) Die deutsche Architektenschaft begrüßt die Initiative der Bundesregierung zum Bürokratieabbau. Das Planen und Bauen in Deutschland ist durch eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien überregelt. "Wir wollen Vereinfachung und Modernisierung in allen Bereichen, auch in denen, die uns betreffen", äußert sich Peter Conradi, Präsident der Bundesarchitektenkammer (BAK), zu den Vorschlägen der Bundesregierung. "Ich verstehe unter einem maßvollen Bürokratieabbau, überholte Regelungen zu streichen und sinnvolle zu überarbeiten."

Auch die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) bedarf dringend der Vereinfachung. Schon 1999 hat die BAK dazu konkrete Novellierungsvorschläge erarbeitet. Auf ihre Initiative hat der damalige Bundesminister für Wirtschaft und Technologie ein Gutachten "Statusbericht 2000plus - Architekten/Ingenieure" zur Vorbereitung einer 6. HOAI-Novelle vergeben. "Dieses Gutachten enthält konkrete Vorschläge, mit denen die HOAI als gesetzlich verbindliche Preisregelung transparenter und für Bauherren leichter anwendbar gemacht werden kann", sagt Conradi. "Wir verstehen nicht, warum der Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement statt einer benutzer- und verbraucherfreundlichen Reform der HOAI deren Abschaffung vorschlägt. Niemand unterstützt diesen Vorschlag, denn er würde nicht zu weniger sondern zu mehr Bürokratie führen, weil dann der Bund, die Länder und Gemeinden ebenso wie die großen Unternehmen für ihre Bauvorhaben jeweils eigene Honorarrichtlinien erlassen müssten."

Die BAK befürchtet bei der Abschaffung der gesetzlichen HOAI einen Preiswettbewerb mit Verlusten an Verbraucherschutz und an Planungs- und Bauqualität. Das billigste Planungsangebot ist nicht immer das wirtschaftlichste. Die Abschaffung der HOAI würde zudem die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Architekten und ihrer Mitarbeiter gefährden.

Die überfällige Novellierung der HOAI soll zu einer Straffung und Vereinfachung führen, überflüssige Vorschriften müssen gestrichen und Anreize zum kostensparenden Bauen verstärkt werden. Eine Festpreisregelung zu Beginn der Planung soll den Vorwurf ausräumen, die Architekten würden an Verteuerungen des Projekts mitverdienen. Conradi betonte die Bereitschaft der Architekten, an der Novellierung der HOAI mitzuwirken und damit einen konstruktiven Beitrag zum Bürokratieabbau in Deutschland zu leisten: "Die Abschaffung der gesetzlichen HOAI wäre einfacher und würde weniger Arbeit erfordern als eine gründliche Novellierung, aber diese Arbeit ist notwendig!"

Die Bundesarchitektenkammer erarbeitet zurzeit ein Novellierungskonzept, dass die Ergebnisse des Statusberichts ebenso berücksichtigt wie die Forderungen des Deutschen Bundesrates zur HOAI-Novelle aus dem Jahr 1995. Die Arbeiten zu diesem Konzept, die in enger Kooperation mit den Ingenieuren erfolgen, werden nach der Sommerpause abgeschlossen sein. "Wir hoffen sehr, dass das für die HOAI zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bis dahin die erfolgreiche Lenkungsgruppe zum Statusbericht, in der die berechtigten Interessen der Auftragnehmer wie der Auftraggeber vertreten sind, wieder einberufen wird", lautet Conradis Wunsch an eine zielorientierte Reformpolitik. "Auch wenn ich weiß, dass eine detailliierte Novellierung der HOAI als Beitrag zur Modernisierung des Standorts Deutschland mehr Arbeit machen wird als der einfache Weg der Abschaffung."

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