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Baugewerbe: 2005 Stabilisierung der Bautätigkeit erwartet, 2004 noch leichter Rückgang

(9.1.2004) Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Prof. Dr. Karl Robl, nährte anlässlich der gestrigen DEUBAU-Pressekonferenz Hoffnungen auf eine Stabilisierung der deutschen Bauwirtschaft: "Allerdings erwarten wir das Ende der Krise am Bau erst für das kommende Jahr. In diesem Jahr wird die Investitionstätigkeit noch einmal zurückgehen, wenn auch nur noch um 1%. Nach Rückgängen um 5,8% in 2002 und 4% in 2003 bedeutet dies einen Hoffnungsschimmer, aber die Bauwirtschaft ist damit immer noch nicht über dem Berg. Daher werden sich in 2004 die Umsätze der Betriebe des Bauhauptgewerbes um 2% und die Beschäftigtenzahl um etwa 3% verringern." Robl, der auch Vorsitzender des Fachbeirats der DEUBAU ist, erwartet, dass das im Jahr 2003 gestiegene Genehmigungsvolumen für neue Wohngebäude die Auftragssituation für die Bauunternehmen verbessern wird.

Die Baugenehmigungen lagen wertmäßig (Jan. - Okt. 2003) um ca. 2% über dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür sind die Wohnungsbaugenehmigungen mit einem Zuwachs um 11,5% auf 37,2 Mrd. €. In absoluten Zahlen wurden im Zeitraum Januar bis Oktober 2003 der Bau von 241.000 Wohnungen genehmigt, 9,8% mehr als im Vorjahreszeitraum. "Mittelfristig wird die jüngst beschlossene Kürzung der Eigenheimzulage zu deutlichen Rückgängen im Wohnungsbau führen. Denn durch die Halbierung der Neubauförderung gehen den betroffenen Haushalten 1.250 € pro Jahr bzw. 10.000 € in acht Jahren und damit ein wesentlicher Finanzierungsbaustein verloren." erklärte Robl weiter.

Im gewerblichen Bau dürfte es 2004 aufgrund der allgemein erwarteten Konjunkturbelebung vereinzelt zu einer angeregten Ordertätigkeit kommen. Beim öffentlichen Bau wird es dagegen kaum Aufhellungen geben. Die Haushaltskonsolidierung auf allen Ebenen der Gebietskörperschaften wird erneut zu Lasten der Investitionstätigkeit gehen. Es ist davon auszugehen, dass die den Kommunen zusätzlich zur Verfügung gestellten 2,6 Mrd. € zum Stopfen von Finanzlöchern bereits verplant ist und daher nicht für dringend notwendige Investitionen verwandt wird.

"Das Jahr 2003 war für die Bauunternehmen wirtschaftlich erneut äußerst schwierig. Die gesunkene Baunachfrage führte zu einem hohen Konkurrenzdruck. Der Wettbewerb um Aufträge wurde weiterhin vorrangig über den Preis entschieden, so dass das Baupreisniveau weitestgehend auf dem unbefriedigenden Vorjahresniveau verharrte. So sind vor allem die Preise für Rohbauarbeiten um etwa ein Prozent zurückgegangen." so Robl zur Situation der Branche. Die Betriebe des Bauhauptgewerbes erzielten 2003 einen baugewerblichen Umsatz in Höhe von 83 Mrd. €. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 3,5%. Dies hatte Auswirkungen auf die Beschäftigtenzahl: Im westdeutschen Bauhauptgewerbe wird die Gesamtzahl der Beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2003 bei etwa 605.000 Personen liegen, das sind 7,2% weniger als 2002. Im ostdeutschen Bauhauptgewerbe werden 2003 jahresdurchschnittlich 210.000 Personen beschäftigt gewesen sein, 7,8% weniger als im das Vorjahr.

Für das abgelaufene Jahr 2003 muss mit etwa 4.250 Insolvenzen im Bauhauptgewerbe gerechnet werden. Dies sind zwar rund 360 Fälle bzw. 7,8% weniger als 2002, dennoch ist die Insolvenzanfälligkeit der Baubetriebe weiterhin überdurchschnittlich hoch. Die Häufigkeit der Insolvenzen im Ausbau ist ebenfalls deutlich angestiegen und wird die Zahl der Firmenzusammenbrüche im Bauhauptgewerbe übertreffen: "Wir rechnen für 2003 mit ca. 4.400 Insolvenzen im Ausbau." so Robl abschließend.

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