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Bausparkassen rechnen mit Einbruch im Wohnungsneubau

(12.1.2004) Als Folge der verschiedenen Vorzieheffekte innerhalb der letzten 14 Monate wird es im Jahr 2004 zu einem drastischen Rückgang im Neubau von Eigenheimen kommen. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern wird voraussichtlich auf 150.000 absinken. Das wäre der niedrigste Wert seit 1991 (141.000). Da auch der Abwärtstrend im Mehrfamilienhausbau anhält, dürfte die Zahl der genehmigten Wohnungen insgesamt in 2004 ebenfalls einen Tiefststand seit der Wiedervereinigung erreichen. Diese Prognose machte heute der Verband der Privaten Bausparkassen in Berlin.

Andreas J. Zehnder, Hauptgeschäftsführer des Verbandes: "Die massiven Einschränkungen der Neubauförderung um 50 Prozent werden den generellen Abwärtstrend weiter verstärken. Die zu erwartende Zunahme der Fertigstellungszahlen im Jahre 2004 als Folge der Vorzieheffekte wird dies nur vorübergehend verdecken, wobei man noch berücksichtigen muß, dass nicht jede erteilte Baugenehmigung auch tatsächlich zu einer Bautätigkeit führt".

In Westdeutschland werde 2004 mit 195.000 Genehmigungen, darunter 125.000 Wohnungen in Eigenheimen, der absolute Nachkriegstiefststand aus dem Jahre 1987 mit 199.000 Wohnungen, darunter 117.000 Eigenheime, nur knapp verfehlt. In Ostdeutschland dürften sich die Genehmigungszahlen mit 35.000 insgesamt und 25.000 in Eigenheimen etwas über dem Niveau von 1992 (26.000 Wohnungen insgesamt, darunter 13.000 in Eigenheimen) bewegen.

Im gerade abgelaufenen Jahr 2003 rechnet der Verband mit einem Anstieg der Baugenehmigungen um rd. 10 Prozent von 274.000 im Jahre 2002 auf rund 300.000. Davon entfielen auf Westdeutschland 255.000 Wohnungen (Vorjahr: 232.000) und Ostdeutschland 45.000 Wohnungen (Vorjahr: 42.000). Der Anstieg resultiere fast ausschließlich aus einer Zunahme des Eigenheimbaus von 172.000 im Jahre 2002 auf 195.000, wohingegen der Mehrfamilienhausbau und die Ausbaumaßnahmen mit zusammen 105.000 nach 102.000 im Jahr zuvor nur wenig höher lägen.

Bei den um etwa ein Jahr hinter den Genehmigungen "hinterherhinkenden" Fertigstellungszahlen erwartet der Verband für das Jahr 2003 ein Absinken von 290.000 auf 260.000 Wohnungen. Dabei sei der Rückgang in Ostdeutschland mit annähernd 30 Prozent von 49.000 auf nur noch 35.000 Wohnungen erneut weit überproportional. In Westdeutschland werde das Minus mit knapp 10 Prozent von 241.000 auf 225.000 wie in den Vorjahren deutlich geringer ausfallen. Gegenüber 1994 habe sich der Wohnungsneubau, gemessen an den Fertigstellungen, in Westdeutschland halbiert; in Ostdeutschland mache der Neubau nur noch ein Fünftel der im Rekordjahr 1997 fertiggestellten Wohnungen aus.

Je nachdem, in welchem Umfang die im Jahr 2003 erteilten Baugenehmigungen auch tatsächlich in Bauleistungen umgesetzt würden, sei eine Prognose der Zahl der fertiggestellten Wohnungen für das Jahr 2004 mit gewissen Unsicherheiten behaftet. Mit 285.000 Wohnungen gehen die privaten Bausparkassen von einem Anstieg um knapp 10 Prozent aus. Dieser Zuwachs resultiere ausschließlich aus einem Anstieg in Westdeutschland auf 250.000 Einheiten; demgegenüber stagniere die Fertigstellungszahl in Ostdeutschland bei 35.000.

Zehnder: "Bleibt zu hoffen, dass sich die Diskussion um die Wohneigentumsförderung, die nun immerhin schon mehr als zwei Jahre anhält, nicht weiter fortsetzt. Dies wäre nicht nur für potenzielle Eigenheiminteressenten, sondern auch für die gesamte Bauwirtschaft äußerst fatal. Wenn schon die gesamtwirtschaftlichen Konjunkturdaten nur relativ geringe Hoffnungen versprechen, sollten wenigstens die vom Gesetzgeber für die Wohnungswirtschaft gesetzten Rahmendaten ein gewisses Maß an Kalkulierbarkeit aufweisen."

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