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Intelligente Stromzähler: Bürokratie bremst Billigstromanbieter

<!---->(29.8.2008) Mit intelligenten Stromzählern und flexiblen Tarifen sollen künftig Versorger wie Verbraucher ihre Energiebilanz verbessern können. Billigstromanbieter wie Yello Strom, die nicht über ein eigenes Netz verfügen, werden aber nach eigenen Angaben von den komplizierten Strommarkt-Regularien benachteiligt, schreibt das Technologiemagazin Technology Review in seiner Ausgabe 9/08.

Am 6. Juni verabschiedete der Deutsche Bundestag eine Gesetzesvorlage, die auf dem deutschen Energiemarkt eine Informationsrevolution anzetteln soll. Sie verspricht nicht weniger als Stromsparen mit Computer-Hilfe - online und in Echtzeit. Im Gegensatz zu den klassischen Drehstromzählern erfassen die neuen intelligenten Stromzähler den Verbrauch elektronisch und senden die Verbrauchsdaten in kurzen Abständen an die Versorgungsunternehmen, die diese wiederum ihren Kunden zur Verfügung stellen. Stromkunden erhalten völlig neue Einblicke in ihr Verbrauchsverhalten und können darauf reagieren.

Ab 2010 muss jeder Neubau mit einem intelligenten Stromzähler ausgerüstet werden. Darüber hinaus sind die Energieversorger ab 2011 dazu verpflichtet, von der Tageszeit oder dem Energie-Angebot abhängige Tarife einzuführen. Endkunden können Stromfresser wie Wasch- oder Spülmaschine so programmieren, dass sie nur dann laufen, wenn der Strompreis niedrig genug ist. Experten rechnen damit, dass Haushalte so zwischen fünf und zehn Prozent Stromkosten einsparen.

Viele Energieversorger testen den Einsatz dieser neuen Zähler bereits in Pilotprojekten. Auch die EnBW-Tochter Yello Strom will ab diesem Herbst ein auf DSL-Kommunikation basierendes Produkt vermarkten. Allerdings sollen die Tarife für Tag- und Nachtstrom nur etwa einen Cent auseinander liegen. Denn anders als die Mutter EnBW, die ihr eigenes Netz betreibt, wird Yello in dieser Hinsicht von den komplizierten Strommarkt-Regularien benachteiligt, wie Geschäftsführer Martin Vesper gegenüber Technology Review erklärt: Als Nicht-Netzbetreiber muss Yello Strom nach einem Standard-Lastprofil einspeisen, unabhängig vom tatsächlichen zeitlichen Verlauf des Verbrauchs bei den Kunden. Wenn jetzt viele ihren Verbrauch in die Nacht verlegen, habe Yello zunächst nichts davon - stattdessen profitiere als "Differenzbilanzkreis-Verantwortlicher" meist der örtliche Versorger. Man sei "massiv dran", das in Diskussionen mit der Bundesnetzagentur zu ändern, sagt Vesper, "aber das wird keine Sache von zwei bis drei Monaten sein".

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