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Ablehnung gegenüber einheitlichen EU-Standards für Duschköpfe

(21.8.2010) Die Europäische Kommission plant derzeit im Rahmen ihrer Strategie zu "Wasserknappheit und Dürre" den Wasserverbrauch in allen Privathaushalten der EU zu senken. Verpflichtende Standards für wasserführende Geräte wie Duschköpfe oder Badearmaturen sollen, ähnlich dem "Glühbirnenverbot", dafür sorgen, dass der Wasserverbrauch insgesamt sinkt.

Für extremes Wassersparen gibt es in Deutschland eigentlich keinen Anlass. Laut dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) stehen deutschlandweit im  Mittel pro Jahr 182 Milliarden Kubikmeter  Wasser zur Verfügung. Die öffentliche Wasserversorgung nutzt davon  lediglich drei Prozent. Für eine effektive und nachhaltige Wasserversorgung investieren die kommunalen Wasserversorger jährlich  rund zwei Milliarden Euro in den Erhalt und Ausbau ihrer  Infrastruktur. Größere Wasserverluste seien daher in Deutschland selten. Der bewusste Umgang mit Wasser ist darüber hinaus für die  Deutschen mittlerweile Normalität. Wassersparende Armaturen, Toilettenspülungen und Haushaltsgeräte gehören längst zum Alltag.

VDI befürchtet Stagnation und Legionellen

Auch der VDI lehnt die Pläne der EU-Kommission ab nur noch Duschköpfe mit Wassersparfunktion verkaufen zu lassen. "Positiv ist zwar, dass mit dem geplanten Energiestandard Wasser und Energie eingespart werden, aber eine pauschale Vorschrift hat auch Nachteile", sagt Thomas Terhorst, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik. "Wird der Wasserdurchfluss einheitlich geregelt, treten Probleme im gesamten Wassersystem auf." Im Trinkwasserbereich werden die Rohrleitungen und Apparate sowohl in der Hausinstallation als auch von den kommunalen Versorgern auf einen bestimmten Durchfluss ausgelegt. Wird dieser Durchfluss nicht mehr erreicht (der Fachmann spricht von Stagnation), kann es zur Keimbildung im Trinkwasser kommen. Insbesondere bei Duschen, bei denen feinste Wassertröpfchen (Aerosole) eingeatmet werden können, besteht dann die Gefahr von Erkrankungen, z.B. mit Legionellen. Weniger Abwasser könne zudem bei alten Leitungssystemen schnell zu unerwünschten Verstopfungen führen.

VKU befürchtet zu wenig Abwasser

"Die EU-Initiative hätte fatale Folgen für die kommunale Wasserwirtschaft. Schon heute kämpfen die kommunalen Wasserversorger und Abwasserentsorger mit zu geringen Durchflussmengen", warnt Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) vor dem aktuellen Brüsseler Vorstoß. Flösse noch weniger Wasser durch die Leitungen, würden durch technische und hygienische Probleme die Kosten für die Netzinfrastruktur unnötigerweise in die Höhe getrieben. "Die deutschen Wasserversorger haben ihre Hausaufgaben in puncto Versorgungssicherheit und Ressourcenschonung gemacht. Das muss die europäische Kommission bei ihren Wasserinitiativen anerkennen. Sie kann und sollte nicht alle Länder über einen Kamm scheren", so Reck.

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