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BBSR-Bevölkerungsprognose 2030: Zahl der über 80-Jährigen steigt stark an

(25.11.2012) Die Deutschen werden immer älter. Bis 2030 steigt das Durchschnitts­alter der Bevölkerung von derzeit 43 Jahre auf über 47 Jahre, in weiten Teilen Ost­deutschlands auf über 50 Jahre. Die größten Zunahmen gibt es bei den über 80-Jäh­rigen. Ihre Zahl wird bis 2030 um rund 60 Prozent zunehmen. Das geht aus der neu­en Bevölkerungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Regionale Alterung 2010 bis 2030
Regionale Alterung 2010 bis 2030 (Grafik mit Legende vergrößern)

Lebten in Deutschland 2010 noch 81,2 Millionen Menschen, werden es der Prognose zufolge 2030 nur noch 79,2 Millionen Menschen sein. Der Rückgang der Bevölkerungs­zahl ist mit drei Prozent zwar moderat, dennoch sind die regionalen Unterschiede im­mens: Einer immer größer werdenden Gruppe von schrumpfenden Kommunen steht ei­ne kleiner werdende Gruppe mit teils kräftigem Wachstum gegenüber. Dazu gehören die wirtschaftstarken Metropolen Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. München erwar­tet mit zehn Prozent bis 2030 das stärkste Bevölkerungsplus.

Kleinräumige Bevölkerungsdynamik in Vergangenheit und Zukunft
Kleinräumige Bevölkerungsdynamik in Vergangenheit und Zukunft (Grafik mit Legende vergrößern)

Ganz anders ist der Trend in vielen ländlichen Landkreisen. Sie werden teilweise mehr als ein Fünftel an Bevölkerung verlieren. "Der demografische Wandel droht die Unter­schiede zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen zu vertiefen. Gerade Re­gionen mit stark abnehmender Bevölkerung benötigen auch weiterhin eine gute Infra­strukturausstattung", sagte Harald Herrmann, Direktor und Professor des BBSR, bei der Vorstellung der Prognose.

Trotz abnehmender Bevölkerungszahl mehr Haushalte

Zwar werden 2030 weniger Menschen in Deutschland leben, dagegen wird die Zahl der privaten Haushalte auf 41,3 Millionen steigen (2010: 40,3 Millionen). Der Zuwachs speist sich vor allem aus 1-bis 2-Personen-Haushalten, deren Zahl bis 2030 um fünf Prozent steigen wird. Während in den ländlichen Räumen immer mehr ältere Menschen in kleineren Haushalten leben, zieht es junge Paare und Singles in die Großstädte. "Ge­rade in Ballungsräumen wird die Nachfrage nach Wohnraum weiter wachsen. Zudem war die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren zu gering. Schon jetzt fehlen man­cherorts besonders für Studierende bezahlbare Wohnungen. Regionale Engpässe wer­den sich möglicherweise noch verschärfen, wenn nicht durch eine Ausweitung des An­gebots gegengesteuert wird", so Harald Herrmann.

Künftige Dynamik der privaten Haushalte
Künftige Dynamik der privaten Haushalte (Grafik mit Legende vergrößern)

Der Unterschied zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen zeigt sich auch auf den Arbeitsmärkten. Insgesamt wird nach den Berechnungen des BBSR die Zahl der Erwerbspersonen von derzeit 41,6 Millionen auf 38,4 Millionen zurückgehen, was einem Minus von 7,5 Prozent entspricht. Während der erwartete Rückgang in den al­ten Ländern mit vier Prozent moderat ist, wird in den neuen Ländern bis 2030 die Zahl der Erwerbspersonen um mehr als 20 Prozent abnehmen, die der jüngeren Erwerbsper­sonen (unter 45 Jahre alt) um 25 Prozent.

Unter raumbeobachtung.de können ab sofort die Prognosedaten für alle Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland abgerufen werden. Die Veröffentlichung ist als Band 9 der Reihe "Analysen Bau.Stadt.Raum" erschienen. Sie kann per E-Mail an service@steiner-verlag.de zum Preis von 20 Euro bestellt werden.

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