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Tarifverhandlung im Baugewerbe nach 36 Stunden vertagt

(26.4.2016) Nach 36 Stunden Verhandlung ging die 3. Runde in den Bautarif-Verhand­lungen ohne Ergebnis zu Ende. Die Gewerkschaft zeigte dem Vernehmen nach keine Bereitschaft, die Verhandlungen fortzusetzen, nachdem die Arbeitgeber ein neues An­gebot sowohl für die Erhöhung der Löhne und Gehälter als auch für die Übernachtun­gen auf auswärtigen Baustellen gemacht hatten.

Der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers äußerte sich schwer enttäuscht von den Verhandlungen: „Trotz eines ech­ten Verhandlungsmarathons konnten wir keine Einigung erzielen. Die Gespräche waren ungewöhnlich zäh. Die Arbeitgeber sind nicht bereit, sich auch nur einen Schritt vor­wärts zu bewegen. ... Diese Blockadehaltung macht mich fassungslos. Der Bau boomt wie seit Jahren nicht mehr. Die Branche ist die Lokomotive der deutschen Wirtschaft, aber die Arbeitgeber gönnen den Beschäftigten nichts. Sie sollen kein bisschen von der hervorragenden Baukonjunktur profitieren. Das hat nichts mehr mit Fairness und Wertschätzung zu tun. Am Ende sollen die Bauarbeiter wohl noch ihr eigenes Geld auf die Baustellen mitbringen. So läuft es nicht. Die Welt dreht sich andersherum!“

Nach dem neuen Angebot sollen die Löhne steigen ...

  • in den alten Bundesländern am 1. Juni 2016 um 1,3% und am 1. Juni 2017 um 1,8% und
  • in den neuen Bundesländern zu den selben Zeitpunkten um 2,0% und 2,5%.

Darüber hinaus ist eine Unterkunftsgestellung und ein neuer Verpflegungszuschuss bei auswärtiger Übernachtung unter voller Ausschöpfung der steuerlichen Freibeträge (12 Euro für die Tage der An- und Abreise und 24 Euro für die übrigen Tage) angeboten worden.

Dazu sagt der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Frank Dupré, Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes: „Die Gewerkschaft ist immer noch nicht bereit, die deutlichen Reallohnsteigerungen, die sich aus unserem Angebot ergeben, anzuerkennen. Auch die erstmalige tarifliche Verpflichtung der Betriebe, ordnungsge­mäße Unterkünfte auf den Baustellen bereitzustellen und zu finanzieren, sehen wir als einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Baugewerbes. Leider ist auch das von der Gewerkschaft noch nicht anerkannt worden. Auch die Lohnanglei­chung Ost-West würde durch dieses Angebot weiter voranschreiten.“

Abschließend erklärte Dupré, wesentliche Forderungen der Gewerkschaft sehe die Ar­beitgeberseite damit als erfüllt an. Die Verhandlungen sollen am Dienstag, den 17. Mai im Raum Frankfurt / Wiesbaden fortgesetzt werden.

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