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Zwischen G und A+++: Verwirrung bei den europäischen Energielabeln

(3.9.2017) Die diversen Energielabel mit den bekannten farbigen Balken von grün bis rot wollen Laien und Verbraucher über den Energieverbrauch von Geräten informieren. Bekanntheit und Einfluss sind groß: So erkennen bei Umfragen rund 95% das Label, bei 84% soll es die Kaufentscheidung von Haushaltgeräten beeinflussen.


alle Grafiken © HEA

Allerdings stößt die derzeitige Kennzeichnung mit der besten Energieeffizienzklasse A+++ mittlerweile an ihre Grenzen. Beispielsweise sind laut hausgeraete-plus.de bei Waschmaschinen schon gut drei Viertel der angebotenen Modelle in der besten Klasse A+++. Von den eigentlich sieben Klassen dürfen aufgrund von Ökodesign-Mindestanforderungen überhaupt nur noch die drei besten Klassen neu in den Handel gebracht werden. Damit ist von einer Lenkungswirkung für Verbraucher und einem Anreiz für Hersteller, effizientere Geräte zu entwickeln, nicht mehr viel übrig geblieben.

A+++, A++ und A+ verschwinden

Daher hat die Europäische Union das Energielabel reformiert. Am 1. August 2017 ist die neue Rahmen-Verordnung in Kraft getreten. Auffälligste Änderung: Die „Plus“-Klassen verschwinden zukünftig, alle Energielabel reichen einheitlich von Energieeffizienzklasse A bis G.

Neuordnung erklärungsbedürftig

Um Platz für den technischen Fortschritt zu lassen, sollen anfangs die Klassen A und B frei bleiben. Die Vereinheitlichung der Skala ist zwar generell positiv für die Verbraucherinformation zu sehen, dafür aber erklärungsbedürftig:

  • Zukünftig sollen nämlich die Kunden erstmal C- oder D-Geräte kaufen,
  • während ihnen bislang an A+, A++, A+++ ans Herz gelegt wurden.

Über lange Jahre werden zudem Geräte mit altem und neuem Energielabel parallel angeboten werden. „Um Verwirrung zu vermeiden, muss deshalb verdeutlicht werden, dass neue, energieeffiziente Geräte mit neuem Label trotz niedrigerer Energieeffizienzklasse sparsamer sind als Geräte mit altem Label“, so Dr. Jan Witt, Geschäftsführer der HEA-Fachgemeinschaft.


Fristen für die Umstellung

Alle 16 bereits existierenden Energielabel werden in den nächsten Jahren auf die Klassen A bis G umgestellt. Besonders schnell gehen soll es bei Kühl- und Gefriergeräten, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Fernsehern sowie elektrischen Lampen und Leuchten. Ziel ist, dass Ende 2019 diese Geräte auch tatsächlich mit dem neuen Label A bis G in den Geschäften stehen. Dagegen bekommen z. B. Heizungen und Warmwasserbereiter frühestens 2026 das neue Energielabel.

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