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Heizsysteme (noch) nicht von Änderungen bei Energiekennzeichen/Energielabeln betroffen

(22.6.2017) Mit großer Mehrheit hat das EU-Parlament der grundsätzlichen Revision des EU-Energielabels zugestimmt. Die für die Verbraucher relevanteste Neuerung wird die Beschränkung der Skala auf die Kategorien von A bis G sein. Die Plus-Klassen entfallen - es wird also nicht irgendwann mal ein A+10 geben. Die neuen Energiekennzeichen sollen ab Ende 2019 auf den Geräten zu finden sein, gelten jedoch noch nicht für Heizungen und Warmwasserbereiter. Die erst zwischen Ende 2015 und April 2017 mit Labels versehenen Heizsysteme, die mit Gas-, Öl, elektrischen Wärmepumpen, Biomasse sowie Kombinationen mit Solarthermie betrieben werden, erhalten weiterhin Labels bis zur Klasse A+++. Eine Änderung ist erst für die Zeit nach dem Jahr 2020 vorgesehen.

Pedro Dias, Generalsekretär des europäischen Solarthermie-Verbands ESTIF, ist damit einverstanden: „Wir begrüßen, dass sich Hersteller und Installateure von Heizungen und Warmwasserbereitern vorerst nicht umstellen müssen, da das Label gerade neu eingeführt wurde. Die Heizungsbranche und die Verbraucher müssen erst Erfahrungen mit der Kennzeichnung sammeln. Nur Systeme mit Erneuerbaren Energien können bisher die effizientesten Kategorien von A+ oder besser erreichen“, erinnert Pedro Dias. Der ESTIF koordiniert das EU-geförderte Projekt LabelPack A+ zur Unterstützung der Einführung der Heizungsverbundanlagen mit Erneuerbaren Energien, das auf deutscher Seite vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) umgesetzt wird.

Gleichwohl zeichnet sich innerhalb des EU-Projekts Änderungsbedarf am Energielabel für Heizungsanlagen und Warmwasserbereiter ab: „Wir konnten bereits viele Verbesserungsvorschläge und berechtigte Kritik unterschiedlichster Zielgruppen einsammeln, die wir auswerten und der EU-Kommission zur künftigen Überarbeitung der Verordnung zur Verfügung stellen, was auch ein Projektziel ist“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer des BSW-Solar. So würden beim Label wichtige Einsatzbereiche nicht berücksichtigt, beispielsweise die Integration der Solarthermie in eine bestehende konventionelle Heizungsanlage. Befragungen von Hauseigentümern hätten zudem ergeben, dass die Vielzahl der unterschiedlichen Labels verwirrend sei und gerade das Verbundanlagenlabel häufig missinterpretiert werde. „Es besteht also deutlicher Nachbesserungsbedarf, damit das neue Effizienzlabel auch für die klimafreundlichste aller Wärmetechnologien, die Solarthermie, einen positiven Effekt entfalten kann“, so Mayer.

Über LabelPack A+

LabelPack A+ ist ein Projekt, das zur Einführung der Energieeffizienzkennzeichnung für Heizgeräte, Warmwasserbereiter und Kombinationen von der EU-Kommission im Rahmen des Horizon 2020 Programms gefördert wird. Es wird in sechs europäischen Ländern von elf beteiligten Organisationen umgesetzt.

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