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Geschäft der deutschen Hersteller von Gebäudearmaturen verlangsamt

(18.2.2018) Die deutsche Gebäudearmaturenbranche musste sich 2017 mit einem schmalen Umsatzzuwachs von nominal 1% begnügen. Die Gründe für diese schleppende Entwicklung lagen insbesondere in den fehlenden Impulsen aus dem Ausland: Die zufriedenstellenden Umsätze außerhalb Europas (+6%) konnten die schlechten Geschäfte in Europa nicht ausreichend ausgleichen. Insgesamt verzeichnet der Auslandsmarkt mit einem Plus von 1% im Vergleich zum Vorjahr kaum mehr als eine Seitwärtsbewegung.

Umsatzwachstum nur bei den technischen Gebäudearmaturen

Trotz der guten Rahmenbedingungen eines robusten Arbeitsmarktes, niedriger Zinsen und steigender Einkommen fehlte den deutschen Herstellern von Gebäudearmaturen im Jahr 2017 die Dynamik. Insbesondere der Fachkräftemangel im SHK-Handwerk trübt nun schon seit Längerem das Bild, dadurch wurden Investitionen in der Sanitär- und Heizungstechnik gebremst.

In den einzelnen Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich.

  • Erfreuliches lässt sich nur von der Produktgruppe der technischen Gebäudearmaturen berichten. Deren Umsatz wuchs um 5%, im Wesentlichen gestützt von einem guten Absatz in Deutschland (+6%) und von den außereuropäischen Märkten, hier konnte ebenfalls ein Umsatzplus von 5% verbucht werden.
  • Die Heizungsarmaturenhersteller hatten außerhalb Europas mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen (-12%). Der Umsatz konnte auch durch das Inlandsgeschäft nicht aufgefangen werden und verlor 2% im Vergleich zum Vorjahr.
  • Der Umsatz der Sanitärarmaturenhersteller stagnierte auf Vorjahresniveau. Hier machten sich die fehlenden Impulse des Europageschäfts bemerkbar (-9%).

Insbesondere Frankreich und China machen Spaß

2017 stieg der Export deutscher Gebäudearmaturen um 9,6% auf insgesamt 2,82 Mrd. Euro. Die Liste der Top 10 Absatzländer wurde wie im Vorjahr von Frankreich angeführt. Dank der guten Rahmenbedingungen entwickelten sich in Frankreich alle Bereiche des Hochbaus positiv. Es wurde mit dem Bau von knapp 20% mehr neuen Wohnungen begonnen als 2016. Besonders viele erste Spatenstiche gab es in der Hotellerie und im Bereich der Nichtwohngebäude.

China folgte Frankreich auf dem zweiten Platz mit der größten Zuwachsrate von über 40%. Die chinesische Bauwirtschaft erlebte einen Boom. Die neu begonnenen Hochbauprojekte legten bis Oktober 2017 nochmal um 5,6% gegenüber der Vorjahresperiode zu. Treibende Kraft war 2017 in China auch der Wohnungsbau und die steigende Nachfrage nach Renovierungsarbeiten.

Kein Trump-Effekt in den USA

Die USA lagen unverändert zum Vorjahr auf Platz 3 der Rangliste, obwohl die Exporte 2017 erneut leicht nachgaben (-0,9%). Die Expansion im Hochbau der USA hat sich seit 2015 verlangsamt. Dieser Trend setzte sich 2017 fort. Der Neubau von Einfamilienhäusern zeigte zwar immer noch moderate Wachstumsraten auf, aber der Bau von Mehrfamilienhäusern und Hotels ging merklich zurück.

Bereits im ersten Halbjahr war ein stark dynamischer Anstieg der Exporte nach Polen zu erkennen, diese Entwicklung verstetigte sich auch im zweiten Halbjahr 2017 (+21,5%).

Exporte nach Indien und Russland ziehen stark an

Die deutschen Gebäudearmaturenexporte nach Indien legten um mehr als 30% zu. Die Reformen der Wohnungspolitik greifen und erfreuen die deutschen Hersteller auf dem indischen Markt.

Der Absatz nach Russland stieg um 40,7%. Die hohen Zuwachsraten müssen aber im Licht des Markteinbruchs der letzten Jahre gesehen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die russische Bauwirtschaft für die deutsche Gebäudearmaturenindustrie, mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Herausforderungen, entwickelt.

Eher ein „Weiter so“ erwartet

Die deutsche Wirtschaft gibt Gas. Die rasche Gangart wird auch 2018 beibehalten. Auch die privaten Konsumausgaben werden aufgrund der Einkommenszuwächse wohl weiter lebhaft steigen. Beim Bau-Boom ist angesichts der anhaltend günstigen Finanzierungsbedingungen kein Ende in Sicht, auch wenn Kapazitätsengpässe zu weiter steigenden Baupreisen führen werden.

Eine Verschärfung des Fachkräftemangels ist wahrscheinlich, da der Nachwuchs im SHK-Handwerk fehlt. Die Montage-Kapazitäten sind mehr als ausgelastet. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich die wirtschaftspolitischen Beschlüsse des neuen Bundestages auf die Branche auswirken.

Vor diesem Hintergrund geht der Fachverband für 2018 von einem nominalen Umsatzplus von 2% aus.

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