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Solarstromanlagen rechnen sich 2019 noch mehr - insbesondere große

(23.1.2019) Legen sich Hauseigentümer in Deutschland eine Solarstromanlage zu, können sie in diesem Jahr auf höhere Gewinne hoffen als 2018 - darauf weist aktuell das Solar Cluster Baden-Württemberg hin.

Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sind in den vergangenen 12 Monaten um rund 5% günstiger geworden. Der Ertrag ist zugleich stabil geblieben: Zwar ist die Einspeisevergütung im Jahr 2018 analog zu den Anlagenkosten gesunken, mehr Gewinn beim Eigenverbrauch wiegt dies jedoch wieder auf. Denn mindestens die Hälfte der Stromversorger hat für 2019 die Preise um durchschnittlich 1,1 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhöht - das macht den Eigenverbrauch von Solarstrom lukrativer. Renditen von sechs bis acht Prozent sind aktuell mit Photovoltaikanlagen möglich, rechnet Solar-Cluster-Geschäftsführer Franz Pöter vor und stellt fest: „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für die Investition in eine Photovoltaik-Anlage, da weitere Preissenkungen derzeit nicht in Sicht sind und die Einspeisevergütung weiter sinken wird.“

Große Anlagen sollen sich besonders lohnen: Die Rendite sei genauso hoch wie bei kleinen Anlagen, mit der Größe steige jedoch der jährliche Überschuss in Euro und die Absicherung gegen steigende Strompreise.

Experten des Verbrauchermagazins Finanztest der Stiftung Warentest kommen übrigens zu vergleichbaren Gewinnberechnungen - siehe u.a. auch Beitrag „Wärmepumpe und PV-Anlage als kongeniale Partner - insbesondere auch in Sachen Rendite“ vom 7.12.2018.

Foto © KACO new energy 

Modulpreise um bis zu einem Viertel gesunken

Die Preise für PV-Module sind im Großhandel laut Online-Handelsplattform pvXchange 2018 je nach Technologie um 21 bis 27% gefallen. Gründe sind der Preiskampf der Hersteller und die in der EU im September weggefallenen Schutzzölle auf chinesische Solarmodule. Da auf die Module ungefähr ein Drittel der Kosten entfällt, hat sich der durchschnittliche Komplettpreis für Hausdachanlagen bis zehn kW installierter Leistung (kWp) in den vergangenen zwölf Monaten um rund 5% reduziert. Die Zahlen bestätigt auch Martin Holzwarth. Der Geschäftsführer von WattFox, Betreiber des Solaranlagen-Vermittlungsportals Photovoltaik-Angebotsvergleich.de, gibt jährlich einen Preisindex für Photovoltaikanlagen heraus.

Ob es weitere größere Preissenkungen in nächster Zeit geben wird, stellen Branchenexperten in Frage. Sie raten daher, jetzt zu profitieren ...

  • einerseits von den gesunkenen Modulpreisen und
  • andererseits von der aktuellen Höhe der Einspeisevergütung.

Eine von zwei Einnahmequellen bei Photovoltaikanlagen ist die auf zwanzig Jahre staatlich garantierte Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Strom. Bei voller Einspeisung in das öffentliche Stromnetz wird bereits eine kleine, aber nennenswerte Rendite erzielt: Fachleute gehen von 2 bis 4% pro Jahr aus. Bei kleinen Anlagen ist sie etwas geringer, bei größeren tendenziell höher. Individuelle Bedingungen wie die Dachausrichtung und Verschattung spielen dabei auch eine Rolle. Mit Eigenverbrauch kann man zudem den Betrag steigern: Je nach Verbrauchsprofil sind dann Renditen von jährlich 6 bis 8% möglich. Denn bei derzeit rund 9 bis 11 Cent Stromgestehungskosten pro kWh für Anlagen zwischen 2 und 10 kWp lässt sich bereits mit der Einspeisung ins Netz ein Gewinn von rund 1 bis 3i Cent/kWh erzielen. Wer eigenen Strom selbst verbraucht und dafür keinen Netzstrom kaufen muss, steigert den Gewinn für diesen Stromanteil sogar auf rund 15 Cent/kWh . Das bedeutet:

  • Um Gewinne zu erzielen, brauchen Hauseigentümer den Strom in den meisten Fällen nicht selbst zu verbrauchen.
  • Wer es trotzdem macht, erhöht seine Rendite.

Damit der Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms steigt, muss der Stromverbrauch in die Sonnenstunden verlagert werden. Ein Beispiel ist der Betrieb der Geschirrspülmaschine mittags. Viele Wechselrichter und deren Auswerteplattformen können vor diesem Hintergrund anzeigen, wann Stromüberschuss aus der Solaranlage zu erwarten ist und größere Stromverbraucher im Haus angeschaltet werden können.

Mehr finanzieller Überschuss und Unabhängigkeit mit größeren Anlagen

Von der Idee, die Anlage bewusst klein zu dimensionieren, um den Eigenverbrauch und so die Rendite zu steigern, hält Franz Pöter vom Solar Cluster nichts: „Mit kleineren Anlagen steigt zwar die Eigenverbrauchsquote am erzeugten Strom. Durch den höheren Systempreis pro installiertes Kilowatt Leistung ist die Rendite jedoch ungefähr gleich hoch wie bei größeren Anlagen. Die Gesamtrendite mit Eigenverbrauch ist im Hausdachsegment weitgehend unabhängig von der installierten Leistung.“ Große Anlagen sind pro kWp günstiger, da viele Kostenanteile für die Installation und den späteren Betrieb unabhängig von der Anlagengröße sind.

Konkrete Zahlen bestätigen die Annahme: Schlüsselfertige Aufdachanlagen bis zehn kWp kosten im Durchschnitt nur noch um die 1.280 Euro pro kWp. Kleine Zwei-Ki­lo­watt-Anlagen sind teurer und liegen bei rund 1.550 Euro. Zu den Kosten für die Anlage und Installation können gegebenenfalls noch Nebenleistungen wie etwa ein größerer Zählerkasten oder Blitzschutzvorrichtungen kommen, die in den Photovoltaikanlagen-Preisen nicht enthalten sind.

Größere Anlagen haben darüber hinaus drei entscheidende Vorteile gegenüber kleineren:

  1. Mit mehr Fläche steigt erstens der absolute Gewinn. Wer ein geeignetes Dach hat, für den lohnt sich daher eine größere Anlage. Das erhöht den jährlichen Überschuss um mehrere hundert Euro.
  2. Mehr Unabhängigkeit ist der zweite Vorteil von größeren Photovoltaikanlagen: Je größer die Anlage wird, desto höher ist der Anteil am gesamten Stromverbrauch, der durch den eigenen Solarstrom gedeckt wird und daher nicht vom Stromlieferanten eingekauft werden muss. Bei einer kleinen Anlage von 2 kWp können Anlageneigentümer zwar bis zu 50% des Solarstroms selbst verbrauchen. Jedoch ist das dann auch nur ein kleiner Anteil am Haushaltstromverbrauch – nämlich rund 20%. Je größer die Solaranlage wird, desto weniger Strom muss vom Netz bezogen werden. Daher sind große Photovoltaikanlagen eine bessere finanzielle Absicherung gegen steigende Strompreise.
  3. Auch der dritte Vorteil ist wohl nicht zu unterschätzen: Größere Anlagen tragen mehr zu Energiewende und Klimaschutz bei, da sie mehr Kohlendioxid einsparen.

Von der Regelung, dass Hauseigentümer 40% der EEG-Umlage auf den eigenverbrauchten Strom für den Leistungsanteil ab zehn kWp müssen - derzeit 2,6 Cent pro Kilowattstunde - sollten sich Eigentümer nicht verunsichern lassen, rät Pöter. Bei den Anlagenkosten in dieser Größe bedeutet jede kW selbst verbrauchter Strom immer noch rund 15 Cent Ersparnis. Größer dimensionieren und nicht kleiner, sollte daher die Regel sein: „Ich empfehle: Nutzen Sie das Dach so gut wie möglich“, so Pöter weiter.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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