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Schüco 2019: Wachstum aus eigener Kraft


  

(19.7.2020) Die zur Meinerzhagener Otto Fuchs Gruppe gehörende Schüco Gruppe meldet für das Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 1,750 Mrd. Euro. Im Vergleich zu 2018 (1,670 Mrd. Euro) ergibt sich eine Umsatzsteigerung von knapp 5%. Für die Schüco Gruppe arbeiteten im Jahresdurchschnitt 2019 insgesamt 5.650 Mitarbeiter. 3.870 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen in Deutschland, davon wiederum 2.350 in Ostwestfalen-Lippe. Die Investitionssumme lag 2019 bei knapp 48 Mio. Euro (2018 rund 60 Mio. Euro). Mehr als 11 Mio. Euro davon flossen in die 2016 gestarteten umfangreichen Baumaßnahmen zur Standorterweiterung. Das wirtschaftliche Eigenkapital der Schüco Gruppe liegt wieder bei rund 70%.

Neugründungen und Umfirmierungen

Zum 10. Oktober 2019 wurde die Schüco PreFab Solutions KG, Bielefeld, im Handelsregister eingetragen. Das Geschäftsfeld der Tochter umfasst die Vorfertigung von Bausätzen für Design-Schiebelemente. Im September 2019 wurde dazu der Bau für die Produktionshalle in Paderborn gestartet. Die Fertigstellung erfolgte im Juni 2020, die Serienfertigung soll Anfang 2021 starten. Die Investitionssumme liegt bei 10 Mio. Euro.

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Auf den Geschäftsbereich Metallbau (Alu und Stahl) entfällt ein Umsatzanteil von 1,485 Mrd. Euro, so dass dieser Bereich ein Umsatzplus von 5,3% im Vergleich zum Vorjahr (1,410 Mrd. Euro) verzeichnen kann. Der Werkstoff Stahl erfreute sich 2019 einer gestiegenen Nachfrage und verzeichnete ein zweistelliges Wachstum. Der gesamte Geschäftsbereich Metallbau hat in den Niederlanden, in Lettland, Polen, Indien, China, Middle East und Nordamerika ein zweistelliges Wachstum erzielt. Die Geschäfte in Deutschland stiegen von 497 Mio. Euro auf 530 Mio. Euro (+6,6%).

Auch der Geschäftsbereich Kunststoff war 2019 erfolgreich: Mit einem Umsatz von 272 Mio. Euro meldet das Tochterunternehmen Schüco Polymer Technologies KG aus Weißenfels im Vergleich zum Vorjahr (268 Mio. Euro) ein Umsatzplus von 1,5%. Wachstumstreiber für das Kunststoffgeschäft waren insbesondere Norwegen, Schweden, Niederlande, Belgien, Polen, Spanien und Italien. In Deutschland liegt der Umsatz mit 108 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.

Als Beispiel für nachhaltiges Bauen strebt der Neubau Schüco One, die Erweiterung der Schüco Unternehmenszentrale, eine bisher weltweit einmalige Kombination von drei Zertifizierungen an: nach LEED, BREEAM und DGNB. Ende 2020 soll der vom renommierten Kopenhagener Architekturbüro 3XN geplante Neubau fertiggestellt sein. (Bild © Schüco International KG/3XN Architects) 

Digitale Roadmap

Mit dem Ziel, alle Prozesse vom Entwurf und der Planung eines Bauvorhabens über die Fertigung, Montage, Nutzung und Wartung bis hin zum Recycling zu vernetzen, treibt Schüco die weitere Digitalisierung der Wertschöpfungskette im Bauwesen voran.

Die Plan.One GmbH wurde 2017 als Start-up gegründet und konnte sich in den beiden Folgejahren mit Suchmaschine und Vergleichsportal als digitale Quelle für bauplanungsrelevante Informationen etablieren. Zudem beteiligt sich seit September 2019 als strategischer Partner die Gebr. Knauf KG aus Iphofen an der Firma - siehe Beitrag vom 8.9.2019.

Die PlanToBuild GmbH, das zweite Schüco Start-up, hat Arbeitserleichterungen durch Digitalisierung im Fokus. Entwickelt wurde das Unternehmen aus dem operativen Geschäft heraus mit dem Ziel, unnötige Fehler im gesamten Bauprozess zu minimieren. Dazu haben zwei Teams, in Bielefeld und New York ansässig, eine gewerkeunabhängige und webbasierte Software für effektives Bauprojektmanagement entwickelt.

Mit dem Ziel, eine smarte Gebäudehülle mit smarter Steuerung der Funktionen im Gebäude zu vernetzen und aus einer Plattform heraus zu steuern, haben Gira und Schüco 2019 eine umfangreiche Zusammenarbeit vereinbart - siehe Beitrag 20.1.2019.

Eine weitere strategische Partnerschaft mit der KUKA AG, einem führenden Anbieter von Robotik und intelligenten Automatisierungslösungen mit Sitz in Augsburg, hat Schüco im April 2019 bekanntgegeben. Ziel der Kooperation ist die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung von Automatisierungslösungen für die Fenster-, Tür- und Fassadenproduktion von morgen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schüco-Kunden durch Automatisierung noch weiter zu erhöhen.

Der Schwerpunkt der Partnerschaft mit Renson, einem Lüftungsspezialisten aus Belgien, liegt in der gemeinsamen Produktentwicklung, bei der auch die Integration von Schalldämmung und Luftreinigung als wichtige Zukunftsthemen berücksichtigt werden. Das erste Produkt in Partnerschaft mit Renson wurde im Mai 2019 vorgestellt: VentoTherm Twist ist ein dezentrales fensterintegriertes Lüftungssystem mit einer Wärmerückgewinnung von bis zu 80% - siehe außerdem den Beitrag „Neuer Aufsatzlüfter für Aluminiumfenster von Schüco“ vom 30.6.2020.

2020 - Ausblick

Schüco ist gut in das Jahr 2020 gestartet. Das Unternehmen rechnete in Deutschland mit einem positiven Marktumfeld durch das anhaltende niedrige Zinsniveau und registrierte international stabile Marktumfelder mit Wachstumspotenzial.

Dann kam Corona. Zwar arbeiten aktuell die Produktionen in Weißenfels und Borgholzhausen sowie alle Logistikbereiche unvermindert weiter, um die Materialversorgung der vielen Schüco Partnerbetriebe sicherzustellen. Dennoch bekommt auch Schüco die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Sie wirkten sich zuerst ab März 2020 außerhalb Deutschlands auf Umsatz und Arbeitsabläufe aus. Folglich musste Schüco zunächst weltweit erste Umsatzeinbußen hinnehmen, die im April und Mai dann auch den deutschen Markt erreichten. „So schlimm wie befürchtet ist es aber für Schüco nicht gekommen“, sagt Schüco-Chef Andreas Engelhardt. Er gehe davon aus, dass der Konzern noch einige Monate die Auswirkungen der Corona-Pandemie spüren werde. In China arbeitet Schüco bereits wieder unter Volllast.

Das Unternehmen setzt alles daran, diese noch nie dagewesene Situation für seine Partner und alle Mitarbeiter auch wirtschaftlich zu meistern. Derzeit macht Schüco in den kaufmännischen und technischen Teilbereichen an allen Schüco Standorten in Deutschland von der Kurzarbeit Gebrauch. Mit dieser Maßnahme will man den durch das Virus verursachten gravierenden wirtschaftlichen Folgen wirksam begegnen und die Arbeitsplätze schützen.

Für Schüco wichtige Bau-Messen wie die Fensterbau Frontale in Nürnberg oder die Light + Building in Frankfurt fanden 2020 nicht statt. Und die Teilnahme an der BAU 2021 in München hat das Unternehmen zum Schutz von Besuchern und Mitarbeitern bereits Ende April 2020 abgesagt. Ziel von Schüco ist jetzt, zusammen mit den Kunden gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen. Deshalb fokussiert sich das Unternehmen auf die Entwicklung neuer Systeme und auf produktübergreifende Projekte, mit denen es seine Partnerbetriebe bestmöglich unterstützen kann.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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