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Roto-Gruppe steigerte Gruppenumsatz und bleibt optimistisch

(20.11.2022) „In den zwei Jahren seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass die Roto-Gruppe auch mit unbekannten und großen Herausforderungen souverän umzugehen versteht,“ resümierte Dr. Eckhard Keill, Alleinvorstand der Roto Frank Holding AG, auf dem 17. Internationalen Fachpressetag. Journalisten aus 15 Ländern verfolgten seinen Vortrag vor Ort oder via Livestream. In den letzten drei Jahren sei der Gruppen-Umsatz um kumuliert knapp 30% gewachsen. Getragen werde diese Entwicklung in schwierigen Zeiten nicht zuletzt durch eine große Zahl von Neukunden, die die drei Divisionen der Gruppe im genannten Zeitraum gewonnen hätten. Offenkundig verstünden sie es, auch in sehr volatilen Beschaffungs- und Absatzmärkten die zentralen Bedürfnisse ihrer Kunden nach Lieferzuverlässigkeit und Produktqualität zu erfüllen.

Dr. Eckhard Keill (Foto © Roto Frank Holding AG) 

„Die Menschen in den Divisionen haben die seit 2020 stetig anwachsenden Herausforderungen effizient und erfolgreich gelöst“, freute sich Dr. Keill in seinem Rückblick. „Ich würde die Roto-Gruppe deshalb heute als resilientes Unternehmen und die Divisionen mehr denn je als vertrauenswürdige Partner ihrer Kunden bezeichnen.“ Die inzwischen rund 5.000 Mitarbeiter der Gruppe weltweit hätten über einen sehr langen Zeitraum hohe Flexibilität und Leistungsbereitschaft bewiesen.

Das Geschäftsjahr 2021 hat die Roto-Gruppe mit einem Umsatzrekord von 807 Mio. Euro abgeschlossen. Optimistisch sei man in das Geschäftsjahr 2022 gestartet, um dann zu erleben, dass die erhoffte Beruhigung auf den Beschaffungsmärkten ausblieb und infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine neue, zusätzliche Risiken und Erschwernisse für die Bauwirtschaft nicht nur in Europa entstanden.

Industrienation Deutschland auf dem Prüfstand

Den „härtesten Gang“ bis zu einer Normalisierung der Situation hätten in den kommenden Monaten die europäischen Volkswirtschaften, allen voran die deutsche vor sich. „Die Roto-Gruppe tätigt einen großen Teil ihrer Umsätze in Deutschland. Entsprechend blicken wir sorgenvoll auf politische Fehlsteuerungen, die diesem Land und seinen Menschen schaden“, leitete Dr. Keill einige persönliche Betrachtungen der weltpolitischen und wirtschaftlichen Lage ein. Jedes solide wirtschaftende Unternehmen könne ein oder zwei Jahre mit einem schwachen Ergebnis verkraften. Insofern gelte seine Sorge nicht so sehr der Roto-Gruppe und ihrem Ergebnis 2023. „Die wichtigere Frage ist, ob es tatsächlich zu einer Erosion des Industriestandortes Deutschland und damit zu einer nachhaltig wirksamen Schädigung von Wohlstand und Kaufkraft in diesem Land kommt. Die Frage ist, ob ein für die Wirtschaft in der EU so wichtiges Land den Ast absägt, auf dem sein Sozialstaat sitzt.“

Sorgen, Ängste und Prognosen

Für die vor allem in Deutschland verbreitete Wahrnehmung der Krise als „übermächtig“ machte Dr. Keill neben Versäumnissen der Politik auch ein Spezifikum der „deutschen Seele“ verantwortlich. „Nach Jahren der Wohlstandsmehrung fällt es den stets nach absoluter Sicherheit strebenden Deutschen besonders schwer, ihre Komfortzone zu verlassen und neu zu denken.“ Für eine Korrektur der Sichtweise sei gerade die Mär vom allmächtigen Staat, der den Komfort aller stets abzusichern vermag, nicht förderlich. Noch läge im Dunkeln, wie die privaten Haushalte sich in einer Zeit mit hoher Inflation und fehlendem Wirtschaftswachstum verhalten werden. „Sparen die Menschen an der Sanierung ihres Hauses oder bei Restaurantbesuchen und Urlaubsreisen? Werden die Menschen ihre Sparrücklagen jetzt in ihr Haus investieren oder im Gegenteil noch mehr zurücklegen? Wenn Sie drei Experten fragen, bekommen Sie fünf Antworten“, konstatierte Dr. Keill.

Nachfragestabilisierung erwartet

Seiner Einschätzung nach werde die Bauelementebranche aber auch zukünftig von dem dringlichen Anliegen der Menschen profitieren, die Energieeffizienz ihrer Wohnungen zu verbessern. Obwohl für 2023 der Rückgang des Neubaumarktes für Europa, Amerika und Asien gleichermaßen vorausgesagt werde, müsse also die Nachfrage nach Bauelementen nicht zwangsläufig dramatisch sinken. Mittelfristig stehe den Herstellern von Fenstern und Türen weltweit ein anhaltendes Nachfragehoch „ins Haus“, das erst zu einem Ende kommen werde, wenn der Gebäudebestand energetisch saniert und ausreichend viel zusätzlicher Wohnraum geschaffen wurde. „Wir sprechen also über eine ferne, sehr ferne Zukunft.“

Flexibilität unabdingbar

Die drei Divisionen der Roto-Gruppe blieben deshalb optimistisch. Der für die zweite Jahreshälfte 2022 erwartbare Nachfragerückgang habe bei den beiden großen Divisionen „pünktlich“ im Juli begonnen. Der Handel und große Hersteller würden seither ihre Lagerbestände auf das Niveau vor Ausbruch der Pandemie abschmelzen. Fakt bleibe aber: Weltweit müsse so schnell wie möglich weitergebaut werden. Dies sei auch eine soziale Frage. „Die starke Nachfrage nach zusätzlichem, modernem Wohnraum wird die Bauwirtschaft auch in den kommenden Jahren fordern.“ Die Vormateriallager von Roto blieben jedenfalls weiter gut gefüllt, damit die Divisionen flexibel auf den Bedarf ihrer Kunden reagieren können.

Fachkräftemangel wird größer

Für die Dienstleistungsdivision Roto Frank Professional Services GmbH rechnet Dr. Keill im Geschäftsjahr 2023 mit einem besonders guten Geschäftsverlauf. Die „Revitalisierung“ von akzeptabel guten, älteren Fenstern und Türen durch eine Erneuerung von Beschlag und Dichtung werde angesichts der Energiepreisexplosion zu einer attraktiven Lösung, wenn hohe Zinsen einer umfassenden Ertüchtigung der Gebäudehülle samt Fenstertausch im Wege stünden. Bestens gerüstet für eine steigende Nachfrage nach entsprechenden Dienstleistungen rund um Fenster und Tür sei die jüngste Division der Roto-Gruppe nicht zuletzt dank der Akquisition von weiteren Unternehmen und deren Integration in das Netzwerk der „Service Friends“.

Weitere Akquisitionen geplant

Auch zukünftig würden Divisionen der Roto-Gruppe zusätzliches Wachstum auch durch strategische Übernahmen generieren. „Die Integration von Unternehmen wie z.B. der Deventer-Gruppe mit ihren Standorten in Deutschland, Polen und den Niederlanden oder von Fermax in Brasilien haben die Roto-Gruppe und ihre Marktposition im jeweiligen Land gestärkt. Wir halten deshalb weiter international Ausschau nach Unternehmen, die gut zu uns passen.“

Abschließend richtete Dr. Keill noch einmal seinen Blick auf das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft angesichts der komplexen Krisenszenarien für die nahe Zukunft, die leider nicht gänzlich auszublenden seien. Erfolgreiche Wirtschaftsunternehmen würden in der Regel anhand von Kennzahlen, also Fakten gesteuert und bewertet. Die Politik dagegen fälle heute stärker als noch vor einigen Jahren wichtige Entscheidungen im Geist bestimmter Ideologien. Insofern sei eine zunehmende Entfremdung zwischen Wirtschaft und Politik zu verzeichnen. Die Folgen dieser Entfremdung trügen die Bürger, weil wichtige Weichenstellungen unterblieben und schnelle Lösungen unmöglich gemacht würden.

Die aktuellen Herausforderungen seien aber von hoher Komplexität gekennzeichnet und viel besser durch ein vertrauensvolles Miteinander von Wirtschaft und Politik zu bewältigen. Vor allem die Fähigkeit, flexibel und dennoch überlegt auf sich wandelnde Bedingungen zu reagieren, müsse „trainiert“ werden. „Menschen und Organisationen, eine ganze Gesellschaft darauf einzustimmen, sich klug und optimistisch auch großen Herausforderungen zu stellen, ist mehr denn je vonnöten“, so Dr. Keill zum Abschluss seines Vortrags.

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