Eine internationale Jury renommierter Architekten wählte aus den zahlreichen nominierten Projekten die 38 besten Ziegelbauten aus. Diese sind auch in einem hochwertigen Bildband "brick '04" portraitiert; Herausgeber ist der Callwey Verlag München. Die Auszeichnungen wurden an die besten Arbeiten - drei Siegerprojekte und zwei Sonderpreise - am 27. Mai im Rahmen einer glanzvollen Gala in der Wiener Hofburg vergeben.
Am 27. Mai war Wien für einen Abend eine Architekturhauptstadt Europas: In Anwesenheit der Jurymitglieder, zahlreicher Architekten aus dem In- und Ausland, Architekturkritikern und den Preisträgern wurden die "Brick Awards 2004" von Dr. Wolfgang Reithofer, Vorstandsvorsitzender der Wienerberger AG, verliehen. Neben den Trophäen dürfen sich die Preisträger aus Deutschland, Italien, der Schweiz und Tschechien über hoch dotierte Geldpreise freuen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch der Architekturbildband "Brick 2004" erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
- "Brick 2004": eine Hommage an den traditionsreichsten Baustoff der Welt
Der Ziegel, eines der ältesten Baumaterialien der Menschheitsgeschichte, verdankt seine ungebrochene Modernität der Tatsache, dass er, kontinuierlich optimiert und modifiziert, mehr denn je ökonomischen, ökologischen und bauphysikalischen Ansprüchen unserer Zeit gerecht wird. Die mannigfaltige Anwendbarkeit des Baustoffes Ziegel, der als Sicht- aber auch Hintermauerziegel zum Einsatz kommt, wird in dem reich bebilderten und ausführlich dokumentierten Architekturbuch "Brick 2004" präsentiert. Bei den insgesamt 38 dargestellten Ziegelprojekten handelt es sich um Wohnbauten und Nichtwohnbauten, die in Sicht- oder Hintermauerziegelbauweise errichtet wurden. Dabei sind die prämierten Projekte so unterschiedlich, wie der Baustoff Ziegel in der Architektur einsetzbar ist.
- Preise und Sieger
1.
Preis: Josef Pleskot (Tschechische Republik):
Fußgängerpassage unter dem Prager Hradschin - Ein Tunnel wird zur großartigen
Architektur
Das Siegerprojekt ist ein Bauwerk des Prager Architekten Josef
Pleskot: Die Fußgängerpassage im Hirschgraben unter dem Prager Hradschin, die
den zuvor in zwei Teile geteilten Graben miteinander verbindet. Pleskot
errichtete einen Tunnel, dessen Verlauf durch den Bach Brusnitz vorgegeben
wurde. Ein Teil des Weges besteht aus geripptem Beton, der zweite Teil aus einer
Stahlgitterkonstruktion, die über dem Bach liegt. Der Benutzer entscheidet
selbst, welche Art der Oberfläche er bevorzugt. Der Querschnitt des Tunnels ist
eiförmig, die Innenwände mit Ziegeln verkleidet, die in verschiedenen Mustern
verlegt sind. Die Oberfläche wird durch die Schmalseite der Ziegel gebildet,
sodass die Wände wie in träumerischen Korbmuster gewoben aussehen. Diese Art der
Ziegeloberfläche und die in den Fußweg versenkten Lichtquellen unterstreichen
die Plastizität der Wände. (Foto:Jan Mal)
2.
Preis: Benedict Tonon (Deutschland):
Gefahrenstofflager der Humboldt-Universität Berlin: Signalfarbe statt "Grau-in-Grau"
Den zweiten Platz vergab die Jury an den deutschen Architekten Benedict Tonon für sein außergewöhnliches Gefahrenstofflager der Humboldt-Universität. Das auf dem Gelände des Aerodynamischen Parks in Berlin-Adlerhof befindliche Gebäude strahlt mit seiner in Sichtziegel gearbeiteten Fassade schon von Weitem "Gefahr" aus: Ein braun-gelbes, rund um den Funktionsbau gelegtes Treppenmuster ist so exakt gearbeitet, dass der Bau aus der Ferne betrachtet seine Räumlichkeit verliert. Zeitgenössisch wird das Gebäude durch die verglasten Ecktürme und durch das Zeigen der darin befindlichen Lüftungstechnik. Nachts wird das Treppenmotiv durch die Beleuchtung dieser Ecktürme noch verstärkt. (Fotos: Wienerberger/ Evelyn Hendreich)
3. Preis: Cino Zucchi (Italien):
Wohnhaus auf der venezianischen Insel Giudecca: "Mikrochirugie im empfindlichen
Stadtkörper"
Cino Zucchi überzeugte mit seinem Wohnhaus auf der venezianischen Insel Giudecca, das im Bereich der ehemaligen Junghans-Werkstätten errichtet wurde. Zucchis Bau besticht durch Sensibilität und die Fähigkeit, traditionelle Werte in einer zeitgemäßen Sprache auszudrücken. Auf Stahlpiloten errichtet, drückt das Wohnhaus Modernität vor allem durch die Asymmetrie der Fassadenöffnungen, deren Anordnung den funktionalen Erfordernissen jeder einzelnen Wohnung entsprechen, aus. Der Bebauungsplan sieht die Errichtung eines neuen urbanen Geflechts vor, in dem Abbruchsobjekte verschwinden und bestehende Industriegebäude in Wohnhäuser rückgebaut werden. (Foto: Wienerberger/ Claudio Renato Fantone)
Sonderpreis:
Massimo Carmassi (Italien):
Stadtsanierungsprojekt in Pisa
Zusätzlich zu den drei Hauptpreisen vergab die Jury noch zwei Sonderpreise. Massimo Carmassi beeindruckte mit seinem Stadtsanierungsprojekt in Pisa, das Fragmente alter Ziegelmauern an der Rückseite der romanischen Kirche San Michele in Borgo in perfekter Weise in die neue Architektur mit einbezieht. Der Ziegelneubau beherbergt Wohnungen und Geschäftslokale und besticht durch seine Vielzahl von faszinierenden Ziegeldetails. Gleichzeitig ist das Projekt ein exzellenter Beweis für die über Jahrhunderte bestehen bleibende Funktionalität und Ästhetik von Ziegelbauten. (Foto: Mario Ciampi)
Sonderpreis: Peter und Christian Frei (Schweiz):
Einfamilienhaus im Aargau, Schweiz
Ein weiterer Sonderpreis geht an das Schweizer Architektenduo Peter und Christian Frei für ihr Einfamilienhaus im Aargau. Das lang gezogene, zweigeschossige Haus aus schwarzem Klinker ist aus möglichst natürlichen Materialien gebaut und ein herausragendes Beispiel moderner, sachlicher Architektur. (Foto: Francesca Giovanelli)
siehe auch:
- Wienerberger GmbH
- Callwey-Verlag - speziell: brick '04
jüngere Beiträge, die auf diesen verweisen:
- Brick Award 2012 ist entschieden (6.5.2012)
- Brick Award 2010 (10.4.2010)
- Ziegel Zentrum Süd verleiht Architekturpreis für herausragende Ziegel-Bauten (14.2.2010)
- VORteile – Das Backstein-Magazin (8.11.2009)
- Preis für vorbildliche Ziegelarchitektur ausgelobt (3.5.2009)
- weitere Details...
ausgewählte weitere Meldungen:
- Deutscher Fassadenpreis 2005 für VHF ausgelobt (16.6.2004)
- 6. unipor-Architekturpreis prämiert ökologisches Bauen mit Ziegeln (26.5.2004)
- Mit Ziegeln wird auch ein altes Haus wieder jung und schön (28.3.2004)
- Ziegelfassaden: mit Jahrhundertsommer kein Problem (5.3.2004)
- Neue Farben für die ArGeTon-Fassade: Perlweiß und Aprikot-Beige (23.2.2004)
- Ein Ziegel für Individualisten: Facetten für Dach und Wand (5.6.2003)
- Läufer- oder Kopfverband oder ...? (8.4.2003)
siehe zudem:
-
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Architektur bei Baubuch / Amazon.de
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speziell:
brick '04
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- www.architektur-online.de

