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Bauen mit Membranen

(25.6.2005) Bauen mit Kunststoffen ist noch nicht Trend, aber absolut im Focus der Architektur-Avantgarde. Nichts belegt das besser als die Stadien der Fußballweltmeisterschaften 2006 in Deutschland, die durch den Federations Cup 2005 schon Aufmerksamkeit erregen. Fast alle Stadien haben atemberaubende Kunststoff-Membrandächer, viele davon PVC-beschichtet. So in Stuttgart, Hamburg und Wolfsburg. Die Architektur-prägende Verwendung von Kunststoffen bei den WM-Stadien fällt ins Auge. Schon setzen AUDI und ARD die Stadion-Architektur für ihre Werbekampagnen ein.

Kunststoff-Membran der Allianz Arena
Bild von der Wolf GmbH aus der Meldung "Projektbericht: Ohne Klimatechnik läuft in der Allianz Arena (fast) gar nichts" (vom 10.6.2005)

Seit Frei Otto 1968 für die Weltausstellung in Montreal seine Zeltarchitekturen entwarf, sind PVC und andere Baukunststoffe für gestalterisch ehrgeizige Architekturen verwendet worden. Ohne diese Pioniertat wäre auch das Münchner Olympiastadion mit seiner Zeltlandschaft nicht zustande gekommen, das Frei Otto zusammen mit Günter Benisch entwickelt hat.



Membranen sind beschichtete Gewebe, für die zumeist Polyester verwendet wird. Als Beschichtung werden Weich-PVC oder andere Kunststoffe eingesetzt. Die PVC-Beschichtung hat eine Reihe von Vorteilen wie Reißfestigkeit, Schwerentflammbarkeit und Beständigkeit gegen Verrotten.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit sind Kunststoffe schon lange nicht mehr nur Ersatz oder billige Nachahmungen teurerer Materialien, sondern eigenständige Werkstoffe mit definierten Eigenschaftsprofilen. Kunststoffe ermöglichen Produkte und Konstruktionen, die früher kaum denkbar waren. Auch dafür sind die Membrandächer oder organisch geformte Bauten wie das Kunsthaus Graz oder die Ausstellungspavillons von Bernhard Franken für BMW prominente Beispiele.

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