Baulinks -> Redaktion  || < älter 2007/1737 jünger > >>|  

Holzforscher sehen Algenbefall an Hausputzen voraus

(30.10.2007)Algenbefall an den Außenputzen hat vielfältige Gründe, z.B. vermehrte Stickoxide in der Luft. Fraunhofer-Forscher können nun vorausberechnen, ob und wann ein Hausbesitzer mit diesen Mikroorganismen an seiner Hausfassade rechnen muss. Damit können Verbraucher künftig verlässlich die Qualität von Hausputzen hinsichtlich ihrer Algenresistenz beurteilen.


Unregelmäßiger Algenbefall auf einer Putzfassade mit Wärmedämmverbundsystem

Grün ist normalerweise die Farbe der Hoffnung, sie ist Sinnbild für das Leben, für die Natur, für ökologische Korrektheit. Zumeist ungern gesehen wird sie allerdings an Fassaden, genauer gesagt als Belag des Außenputzes. Gerade hier breitet sie sich jedoch in Form von Algenwachstum immer mehr aus. Ein Grund von vielen ist die vermehrte Nutzung von Dieselfahrzeugen. Die ausgestoßenen Stickoxide lagern sich auf Fassaden ab und dienen den unerwünschten Mitbewohnern als Nahrungsquelle. Ein weiterer Grund ist die bessere Dämmung vieler Gebäude. Sie führt zu kälteren Wandaußenflächen, auf denen Wasser kondensiert. Diese Feuchtigkeit birgt einen idealen Lebensraum für Algen.

Bauherren wüssten natürlich gern, wie wahrscheinlich und innerhalb welches Zeitraums auf ihrem Putz Algen zu erwarten sind, um ggf. auf ein alternatives Produkt auszuweichen. Für derartige Prognosen entwickeln die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), derzeit ein Verfahren. Es soll Putze schnell und verlässlich qualifizieren. Die Braunschweiger Forscher planen hierfür die Einführung eines Klassifikationsschemas, ähnlich der Einteilung von Kühlschränken in Energieeffizienzklassen. Bauherren hätten auf einen Blick eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der Algenresistenz ihrer Hausfassade. (Rechts im Bild eine makroskopische Aufnahme eines Putzes mit Algenbefall.)

Ein Putz wird dabei in zwei Schritten bewertet. Zunächst wird untersucht, ob und, wenn ja, in welcher Menge und für welchen Zeitraum der Putz an seiner Oberfläche Feuchtigkeit bildet. Ein zweiter Untersuchungsschritt erlaubt Rückschlüsse darauf, ob der Putz unter Umständen Substanzen enthält, die ein Algenwachstum verhindern. Erste Versuchsreihen liefern bereits überzeugende Ergebnisse und lassen eine zügige Marktreife dieses Verfahrens erwarten. Damit stünde der Putzindustrie ein zuverlässiges Qualitätskriterium zur Verfügung. Es ließe sich offensiv vermarkten und hielte den Wettbewerb der Billiganbieter auf Distanz.

In einem zusätzlichen Schritt kann dann noch die Frage beantwortet werden, ob die unmittelbare Umgebung eines Bauobjekts ein Algenwachstum erwarten lässt. In diesem etwas aufwändigen Verfahren müssen allerdings viele komplexe Randbedingungen berücksichtigt werden, so dass es voraussichtlich zunächst größeren und kommerziellen Bauvorhaben vorbehalten bleiben dürfte.

siehe auch für weitere Informationen:

Kommentar erwünscht:


jüngere Beiträge, die auf diesen verweisen:

ausgewählte weitere Meldungen:

Anmeldung zum kosten­losen Bauletter:
Der Baulinks-Newsletter kann jeder­zeit leicht auch wieder ab­bestellt werden!
Baulinks folgen auf...

Datenschutz !!
Aus datenschutztechnischen Gründen haben wir das Twitter-Plugin deaktiviert.
Wollen Sie jedoch dieses Feature nutzen, so klicken Sie einmal auf das ausgegraute Bild.
Datenschutz !!
Aus datenschutztechnischen Gründen haben wir das Facebook-Plugin deaktiviert.
Wollen Sie jedoch dieses Feature nutzen, so klicken Sie einmal auf das ausgegraute Bild.
Datenschutz !!
Aus datenschutztechnischen Gründen haben wir das +1-Plugin deaktiviert.
Wollen Sie jedoch dieses Feature nutzen, so klicken Sie einmal auf das ausgegraute Bild.
ANZEIGE
Rathscheck Schiefer
Rathscheck Schiefer