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Hindernisse bei der Verbreitung gebäudeintegrierter Photovoltaik

(4.1.2008) Auf den großen europäischen Bau- und Solarmessen war in diesem Jahr ein Trend zu erkennen: Solarsysteme werden zunehmend in Gebäudekomponenten integriert und in den Bauprozess eingegliedert.


Auch auf der World Energy Conference, Mitte November in Rom, wurde das Thema "Gebäudeintegration" diskutiert: das enorme Potenzial der gebäudeintegrierten Photovoltaik (Building Integrated Photo­voltaik / BIPV) wird demnach nicht ausgeschöpft, weil für Fassadenbauer die Photovoltaik immer noch ein "Fremdwort" ist. Wenn Solarmodule auch von Nicht-Elektrofachkräften installiert werden könnten, wären Kosteneinsparungen bei der Montage möglich, die zur Verbreitung der Photovoltaik beitragen würden. Derzeit sieht die Realität noch anders aus. Zwar könnte auch der Fassadenbauer Solarmodule montieren, jedoch zeigt die Branche Zurückhaltung gegenüber der Photovoltaik. Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur, IEA Paris, ist der technische Dialog zwischen Fassadenbauern und Photovoltaikanbietern stark verbesserungsfähig: "Noch sprechen die Fachgebiete unterschiedliche Sprachen." Der IEA-Bericht hat die Schnittstellen und die Arbeitsteilung zwischen Fassadenplaner und Photovoltaik-Fachplanern untersucht. 48% der befragten Firmen erhielten regelmäßig Anfragen bzgl. Photovoltaikanlagen, aber "die Mehrheit der Antwortenden (90%) hat in den letzten zwei Jahren kein Projekt ausgeführt." Die Integration von Photovoltaik sei immer wieder als Idee aufgetaucht, aber nicht realisiert worden.

Es bedarf eines fachübergreifenden Dialoges zwischen allen Beteiligten, um ein Gesamtenergiekonzept für ein bestimmtes Gebäude zu entwickeln: Tragwerk, Heizung/Lüftung, Bauphysik und Fassade müssen jeweils in Abhängigkeit voneinander gesehen werden. Nur so lassen sich zukünftige Heiz- und Kühlleistungen vorhersagen und die Heizung- und Lüftungsanlagen optimieren.

Wirtschaftlich interessante Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn Systeme zur aktiven Solarenergiegewinnung wie Photovoltaik und Solarthermie nicht nachträglich auf das Dach geständert werden, sondern als integraler Bestandteil des Gebäudes und der Anlagentechnik bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. So lassen sich die Betriebskosten eines Gebäudes deutlich reduzieren. Leider werden zu selten, die so genannten Lebenszykluskosten eines Hauses betrachtet, also diejenigen Kosten, die nicht nur die Baukosten sondern auch den Gebäudebetrieb über Jahrzehnte betrachten. Bauherren und Immobilienkäufer lassen sich bei ihren Investitionsentscheidungen noch zu sehr von niedrigeren Baukosten "blenden" und vergessen dabei den Energieverbrauch eines Gebäudes. Langfristig werden sie teuer für ihre Kurzsichtigkeit bezahlen - heißt es doch im Englischen so treffend: "The bitterness of a poor quality remains longer than the sweetness of a low price."

Unterschiedliche Fördermodelle in Europa

Da die Photovoltaik am Bau geprägt ist von aufgeständerten Photovoltaikdachmodulen, unterstützt die staatliche Förderung die gebäudeintegrierte Photovoltaik mit einem Bonus. Der Gesetzgeber will hierdurch einer Verschandelung von Gebäuden entgegenwirken. In Italien beträgt der Bonus, den man für die Gebäudeintegration von Photovoltaik erhält, bis zu 9 Cent. Die Marktentwicklung in Deutschland, wo nur 5 Cent Bonus gezahlt werden, hat gezeigt, dass dieser Betrag nicht ausreicht, um der gebäudeintegrierten Photovoltaik zum Durchbruch zu verhelfen.

Diese Erfahrungen haben Frankreich dazu veranlasst, gebäudeintegrierte Anlagen von bis zu 3 kWh mit einem deutlichen Bonus gegenüber aufgeständerten Anlagen zu unterstützen: die Grundförderung von Photovoltaikstrom ist zwar in Frankreich mit 0,30 Euro pro kWh vergleichsweise niedrig; jedoch ein Bonus von 83% soll dort die gebäudeintegrierte Photovoltaik voran treiben.

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