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BAU 2009: Top-Thema energieeffizientes Bauen

(14.4.2008) "Klimakatastrophe" - das Wort des Jahres 2007*) umschreibt die weltweite Diskussion rund um die Themen Energieeinsparung und CO₂-Ausstoß. Natürlich bleiben auch die Bauwirtschaft und mit ihr die BAU als Branchenplattform Nr. 1 davon nicht unberührt. Energieeffizientes Bauen und die energetische Sanierung des Gebäudebestandes sind infolge dessen auch die Top-Themen der BAU 2009. Praktisch alle Ausstellungsbereiche kündigen dazu Lösungen an, und zusätzlich sollen sich zahlreiche Veranstaltungen des fachlichen Rahmenprogramms mit dem Thema Energie befassen.


... in mehreren Präsentationen gesehen auf dem Innovationstag von Variotec (Bild vergrößern)

Die Aufgabe von Gebäudehülle und Haustechnik ist es, Energie effizienter zu nutzen. Der Neubau übernimmt dabei die Vorreiterrolle. Ziel ist das Energiegewinnhaus, in dem mehr Energie gewonnen als verbraucht wird. Den größten Effekt zur CO₂-Minderung hat in der aktuellen Debatte jedoch die energetische Sanierung des Gebäudebestandes, denn: Rund 40 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in der EU entfallen auf den Bestand.

Ziel der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist es deshalb, den Energieaufwand für den Gebäudebetrieb zu senken - und damit auch die energiebedingten Emissionen des für den Klimawandel mitverantwortlichen Treibhausgases CO₂. Immer neue gesetzliche Vorgaben (die nächste Fassung der EnEV soll 2009 eine weitere Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen an Gebäude um durchschnittlich 30% bringen - siehe auch Beitrag "Nach der EnEV-Novelle ist vor der EnEV-Novelle" vom 15.10.2007) sind wiederum Antrieb für Hersteller und Zulieferer, innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

Beispiel Fenster und Fassaden: Hier bieten sich für die energetische Sanierung des Gebäudebestandes folgende Technologien an:

  • "Intelligente" Steuerung von Sonnenschutz, Lichtlenkung und Lüftung bei gleichzeitiger manueller Bedienbarkeit
  • Optimierung des sommerlichen Wärmeschutzes
  • Aktive Nutzung der Sonnenenergie durch Luftkollektoren und Photovoltaik
  • Energieeinsparung durch Anbindung der Gebäudehülle an die Haustechnik
  • Reduzierung von Kunstlichteinsatz mittels besserer Tageslichtnutzung
  • Verbesserung der wärmedämmenden Eigenschaften (U-Wert)
  • Minimierung der Lüftungswärmeverluste

Nach Überzeugung von Ulrich Sieberath, Leiter des ift Rosenheim, werden sich "Fenster, Fassaden und Verglasung zu intelligenten Bauteilen entwickeln und eine automatische Anpassung an die äußeren Klimaeinflüsse, die Nutzeranforderungen sowie an die Haustechnik zulassen". Neben der Energieeinsparung ergeben sich auch Vorteile für Bedienkomfort, Sicherheit und Barrierefreiheit. Wirtschaftlich bedingte Einzelkonstruktionen für Pilotprojekte und Sonderbauten behindern gegenwärtig noch eine stärkere Marktdurchdringung. Das Forschungsprojekt des ift Rosenheim "Grundlagen für Planung und Ausführung mechatronischer Bauelemente" soll jedoch bestehende Barrieren abbauen und Planern und Ausführenden Lösungsvorschläge für Planung, Ausschreibung und Praxis geben.

Auf der BAU 2009, die vom 12. bis 17. Januar 2009 auf dem Münchner Messegelände stattfindet, soll das Thema Energie aber nicht nur auf Ausstellerseite groß geschrieben werden. Auch in zahlreichen Veranstaltungen des fachlichen Rahmenprogramms geht es um Energieeinsparung und Energieerzeugung. Im neuen Forum "Zukunft des Bauens" in Halle C2 werden laut Vorankündigung bekannte Planer und Architekten aktuelle Projekte rund um die Themen Energie und Architektur sowie solares Bauen vorstellen. Mit dabei ist demnach unter anderem Elmar Schossig vom Kölner Architekturbüro Gatermann + Schossig, der im Themenblock "Energie und Architektur" über eines seiner Projekte referieren wird. Der bekannte Architekt schätzt die BAU als Informations- und Ideengeber: "Europas wichtigste Baumesse, die BAU in München, war schon immer der Produktinfo-Pool. Die Bedeutung des energieeffizienten Bauens nimmt hierbei auch weiterhin einen besonderen Stellenwert ein - über die Produkte der Aussteller bis hin zum Themenkongress Zukunft des Bauens. Der Messebesuch wird sich auf jeden Fall lohnen." Ähnlich sieht das auch Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus-Instituts in Darmstadt. Er will anhand des Passivhaus-Konzepts erläutern, wie man beim Heizen gegenüber einem herkömmlichen Neubau über 80% Energie einsparen kann. Seine Vision zum Fenster der Zukunft: "Das Zukunftsfenster ist ein Wärmegewinnfester mit positiver Energiebilanz." (vergleiche mit Beitrag "Stoppt Klimadiskussion den Vormarsch der Glasfassade?" vom 8.6.2007).


Bild aus dem Beitrag "Barrieren bei der Verbreitung gebäudeintegrierter Photovoltaik" vom 4.1.2008

Auch das DETAIL Symposium mit Architekten, Ingenieuren, Energieexperten und Vertretern der Industrie soll sich mit Fragen zur Energieeffizienz in der Architektur beschäftigen. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung will die Themen Energie und Nachhaltigkeit in einem Kongress am ersten und zweiten Messetag aus europäischer Perspektive beleuchten. Und erwartungsgemäß ist die energetische Sanierung des Gebäudebestandes auch ein Schwerpunktthema im Forum Praxis Altbau in Halle B0.

Die Bundesregierung unterstützt das energieeffiziente Bauen mit dem CO₂-Gebäudesanierungsprogramm. "Weitere Verbesserungen an unseren Gebäuden sind unverzichtbar, um die Klimaschutzziele zu erreichen", so Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Sein Kalkül: Wenn das gesamte Einsparpotential genutzt werde, könnten bis zum Jahr 2020 allein 40 Milliarden Euro Heizkosten gespart werden - bis zu 500 Euro im Jahr pro Haushalt. Der Minister, der die BAU am 12. Januar 2009 eröffnen wird, will sich bei einem ausführlichen Messerundgang persönlich ein Bild von den Energie sparenden Techniken und Produkten der Aussteller machen, denn: "Wir brauchen neue Ideen, Technologien und Innovationen, um unsere Gebäude an die gestiegenen energetischen Anforderungen anzupassen." (siehe auch Beitrag "KfW: Bis zu 1000 Euro Zuschuss für Beratung und Baubegleitung im Rahmen des CO₂-Gebäudesanierungsprogramms" vom 26.12.2007.)

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*)  Der Begriff "Klimakatastrophe" wurde von der "Gesellschaft für deutsche Sprache" zum Wort des Jahres 2007 gekürt.

siehe auch für weitere Informationen:

zumeist jüngere Beiträge, die auf diesen verweisen:

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