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Bauen im Bestand mit Wiconas TEmotion-Fassade

(13.5.2009) Am Wicona-Standort in Bellenberg (siehe Google-Maps) hat Hydro Building Systems die multifunktionale TEmotion-Fassade erstmals an einem Bestandsobjekt - dem Wicona-Schulungszentrum - installiert. Kunden und Interessenten können dort den Aufbau, die technischen Details und Systemeigenschaften der Fassaden-RLT-Sonnenschutz-Einheit live erleben.


Wiconas TEmotion-Fassade auf der Süd-Ost-Seite noch ohne Verkleidung der Technik-Einheit - z.B. mit PV-Modulen (Bild vergrößern)

Wicona will mit dem Selbstversuch das Potential untersuchen und aufzeigen, das die Kombination aus ...

  • Fassadenelement,
  • Fenster,
  • Raumlufttechnik (RLT),
  • Tageslichtlenkung mit Sonnen-, Sicht- und Blendschutz sowie
  • optionaler solarer Stromerzeugung

... Planern und Architekten gerade bei bestehenden Objekten bieten kann. Hier sind nämlich Geschoss- und lichte Raumhöhen vorgegeben und in der Regel nur schwer veränderbar, ohne zugleich Raumhöhe zu verlieren. TEmotion begegnet solchen Probleme, indem an Boden und Decke einfach keine zusätzlichen Installationsräume nötig sind. Das verkürzt den Planungs- und Ausschreibungsaufwand ebenso wie die Tatsache, dass bei TEmotion die Fassaden- und Gebäudetechnik funktionsfähig aus einer Hand kommt - zumal Vorinbetriebnahme und Vorabnahme beim Metallbaufachbetrieb erfolgen können.


Fertigung und Montage der reinen Metallbauarbeiten unterscheiden sich nicht von den Standards und Anforderungen der sonstigen Wicona-Produkte. Die Komponenten der technischen Gebäudeausstattung werden dem Metallbaufachbetrieb durch die Kooperationspartner vorkonfektioniert und einbaufertig geliefert. Über eindeutig codierte Steckerverbindungen werden diese miteinander verbunden. Die Steckverbindungen können ohne elektrotechnische Ausbildung verwechslungssicher hergestellt werden.

TEmotion verlässt dann als ein in sich abgestimmtes und geprüftes Bauteil die Werkstatt. Auf der Baustelle erfolgt der Anschluss der Versorgungsleitungen ebenfalls durch eindeutig codierte Stecker- und Kupplungssysteme. Das lässt vor Ort die reibungslose Inbetriebnahme erwarten. Eine aufwändige Inbetriebnahme durch einen Systemintegrator entfällt. Da die Lieferung "just-in-time" erfolgt, entsteht auf der Baustelle so gut wie kein Lagerbedarf. Der Austausch der alten Fenster und Fassadenteile kann im Bedarfsfall Raum für Raum erfolgen, so dass das Gebäude nach dem TEmotion-Einbau rasch wieder geschlossen ist.

Die Gebäudeinbetriebnahmezeit wird auch deshalb wesentlich verkürzt, weil der Zeitpunkt der Fassadenendmontage quasi den Startschuss für die Inbetriebnahme gibt. Bei herkömmlichen Bauwerken wird erst nach Schließen der Fassade mit der Installation der haustechnischen Komponenten begonnen. Außerdem bleiben nach Abschluss der Arbeiten die Systemkomponenten leicht zugänglich - sehr nützlich bei Revisions-, Wartungs- und Reparaturarbeiten (Bild rechts).

Die TEmotion-Fassade in Bellenberg

Die neue TEmotion-Fassade kommt beim Wicona-Schulungszentrum bereits zum Einsatz. Ausgangssituation in dem 1991 errichteten Gebäude war eine einschalige Fassadenkonstruktion als klassisches Fensterband mit Oberlichtern, ohne Tageslichtlenkung, ohne mechanische Be- und Entlüftung und Kühlung. An heißen Sommertagen ergaben sich in diesem Raum Komforteinbußen durch die fehlende Belüftung und den nicht ausreichenden Sonnenschutz der innenliegenden Vertikallamellen.

Die neue Fassade des Schulungszentrums besteht aus sechs TEmotion-Elementen in den Maßen 3,10 x 3,50 m in die zwölf Technikelemente eingesetzt sind. Ausgeführt wurde die Konstruktion als Doppelfassade mit einem Ucw-Wert von 1,0 W/m²K und raumhoher Verglasung, aufgeteilt in 30% opak und 70% transparent. Die äußere Einfachverglasung ist grün eingefärbt, um die Optik an das Erscheinungsbild des benachbarten neuen Test Centres anzupassen. Die Innenfassade besitzt eine zweifach Wärmeschutzverglasung mit einem Ug-Wert von 1,1 W/m²K.

Die zwölf Technikelemente enthalten jeweils ein neu entwickeltes Trox-Fassadensystemlüftungsgerät (FSL-Gerät), ausgeführt mit Heiz- und Kühlregister zur Raumklimatisierung und regelbar über einen dreistufigen Ventilator. Die dezentrale Montage ermöglicht den Einsatz hocheffizienter Motoren in jedem Lüfter und damit die Minimierung des Stromverbrauchs.

Jedem Technikelement werden in der Art einer Brüstungsplatte südseitig monokristalline Photovoltaikmodule mit Hinterlüftung vorgesetzt. Der Strom-Ertrag soll je TEmotion-Element bei ca. 400 W liegen und wird ins Netz eingespeist.

Zu den weiteren zentralen Bauteilen der TEmotion-Fassade zählen die Lüftungsklappen. Sie ermöglichen während des Tagbetriebes die weitestgehend natürliche kontrollierte Lüftung. Die Luft strömt frei ein, erwärmt sich im Raum und kann an der oberen Lüftungsklappe wieder austreten. Mit dem Einschalten der Raumklimatisierung wird die Luft über die Lüftungsklappen angesaugt, im FSL-Gerät gekühlt oder erwärmt und in den Raum geleitet. Nachts kann der Raum mit kühler Luft gespült werden. Die Lüftungsklappen dienen im Brandfall auch der Entrauchung des Raumes.

Licht und Sonnenschutz

Die Tageslichtlenkung sowie der Sonnen- und Blendschutz erfolgen mit so genannten Lichtlenkjalousien - zweigeteilten Lamellen- Raffstoren von Warema - siehe auch Beitrag "Nutzung von Tageslicht in Gebäuden" vom 25.4.2008. Damit lässt sich die Tageslichtnutzung differenziert steuern und in die gewünschte Richtung dirigieren. Das System sorgt einerseits für sonnen- und blendfreie Zonen, lässt aber andererseits immer genug Helligkeit in den Raum. Es kombiniert den Schutz vor unerwünschten Blicken mit gleichzeitigem Sichtkontakt nach außen.

Die TEmotion-Fassade im Wicona-Schulungszentrum ist an ein Gebäude-Leittechnik-System angebunden, das zentral alle Funktionen steuert und überwacht - zusätzlich auch im neuen Test Centre. Dies geschieht mit einem LON-Bussystem.

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