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Metastudie zur demografischen Entwicklung und zum Wohnen im Alter

Metastudie: Demografische Entwicklung und Wohnen im Alter
  

(23.11.2014) Das Institut für Bauforschung hat im Auftrag des Bauherren-Schutzbunds im Rahmen einer Metastudie 14 wis­senschaftliche Untersuchungen auf der Basis konkreter Krite­rien zum demografischen Wandel und deren Auswirkungen auf das Wohnen und den künftigen Wohnbedarf vergleichend ge­genübergestellt. Der Fokus der Analyse liegt auf den selbst­nutzenden Eigentümern, die mit 15,6 Millionen Wohnungen 40 Prozent des Wohnungsmarktes repräsentieren.

Als zentrales Ergebnis kommt die Studie zu der Erkenntnis, dass mit einer erheblichen Versorgungslücke an barrierefreien bzw. altersgerechten Wohnungsangeboten für die nächsten 15 bis 20 Jahre zu rechnen ist. 2025 werden demnach mindestens zwei Millionen seniorengerechte neue Wohnungen gebraucht. Das heißt, dass bis dahin pro Jahr mindestens 100.000 solcher Wohnungen geschaffen werden müssen.

Derzeit bewohnen 93 Prozent der knapp 12,5 Millionen Seniorenhaushalte Wohnungen, die nicht speziell auf die Wohnbedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet sind. Dazu gehören vor allem Häuser, die vor dem Zweiten Weltkrieg oder in den 50er und 60er Jahren errichtet wurden. Diese weisen in der Regel zahlreiche Hindernisse und Barrie­ren auf. Lediglich 570.000 Wohnungen sollen die Anforderungen an barrierefreies oder barrierereduziertes Wohnen erfüllen.

Die Metastudie zeigt weiter, dass der Begriff des barrierefreien Wohnens das komple­xe Thema Wohnen im Alter nur unzureichend beschreibt. Relevant seien neben neuen Wohn- und Betreuungsformen ....

  • die Infrastruktur,
  • das soziale Umfeld und
  • die Pflege.

Kosten, Kosten, Kosten

Problematisch ist die gegenläufige Entwicklung von Einkommen und Wohnkosten samt zusätzlicher Pflege- und Servicekosten, die zu einer Verschlechterung der Lebenssitu­ation älterer Menschen führt. Diese Schere bewirkt u.a., dass ältere Eigentümer nur bedingt in die Anpassung ihrer Wohnung investieren können. Auch der laufende Unter­halt eines Einfamilienhauses, das in der Regel einst für eine größere Familie konzipiert war, gestaltet sich so immer schwieriger. Wurden Immobilien bei Eintritt in den Ruhe­stand noch einmal saniert, werden dann die Ausgaben für die Instandhaltung zurück­gefahren.

Deshalb ist ein Großteil der geerbten oder gebraucht gekauften Immobilien sanierungs­bedürftig. Hinzu kommt, dass in Regionen, die von Alterung und Abwanderung beson­ders betroffen sind, der Immobilienbesitz als Wertanlage oder Alterssicherung seine Funktion verliert, da Sach- und Verkehrswerte zunehmend auseinanderfallen.

Fazit

Wohnen im Alter bedeutet, die gesamte Lebenswelt der älteren Menschen in den Blick zu nehmen. Ein ganzheitliches Verständnis ist notwendig. Die Aufgabe besteht nun darin, differenzierte, mittel- und langfristige gesamtgesellschaftliche Handlungsansät­ze zu erarbeiten. Dabei können die in der Metastudie zusammengefassten, wissen­schaftlich bewerteten Erkenntnisse wichtige Impulse für politische Entscheidungen und aktives Handeln geben. Der demografische Wandel muss angenommen werden, damit gutes Leben im Alter für alle möglich und bezahlbar wird. Auf die Herausforde­rungen der demografischen Entwicklung gibt der Koalitionsvertrag keine befriedigen­den Antworten“, betont Peter Mauel, 1. Vorsitzender des BSB. „Hier besteht weiter­hin für Bund und Länder ein akuter Handlungsbedarf.“

In die Metastudie einbezogen wurden unter anderem ...

  • der Sozialbericht für Deutschland 2013,
  • die Wohntrends 2030 vom GdW,
  • der vierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 2013,
  • der Bericht Wohnen 65Plus vom Verbändebündnis Wohnen 65PLUS und
  • die Wohnungsmarktprognose 2025 der Bundesregierung zum Wandel der Wohnungsmärkte.

Kriterien der Auswertung waren unter anderem Entwicklung und Tendenzen des Woh­nungsmarktes, der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum, die Bezahlbarkeit von Wohnen und Wohneigentum, das selbstgenutzte Wohneigentum als private Altersvorsorge, dessen Förderung und Erhalt sowie die Entwicklung im ländlichen Raum.

Die Metastudie ist kostenlos downloadbar unter bsb-ev.de > Analysen und Studien (direkter PDF-Download).

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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