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Baugewerbe erwartet 2009 Umsatzrückgang von 2%

(11.5.2009) "Unterm Strich reicht der Umsatzzuwachs im öffentlichen Bau von 2,1 Mrd. Euro nicht aus, um die Rückgänge im Wohnungsbau von 0,9 Mrd. Euro und im Wirtschaftsbau von 2,9 Mrd. Euro auszugleichen. Das bedeutet 1,7 Mrd. Euro weniger Umsatz in diesem Jahr." Diese Erwartung äußerte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, heute (11.5.) in Berlin.

"Im Februar waren wir noch davon ausgegangen, dass wir aufgrund der Maßnahmenpakete der Bundesregierung ein geringes Umsatzplus würden erwirtschaften können. Die Entwicklung in den ersten beiden Monaten des Jahres weist eine andere Richtung," so Loewenstein weiter.

Das deutsche Baugewerbe, das rund 35.000 mittelständische Bauunternehmen in Deutschland vertritt, erwartet einen Umsatzrückgang von 2,0%, nämlich von 85,6 Mrd. Euro in 2008 auf 83,9 Mrd. Euro in 2009. Davon entfallen auf ...

  • den Wohnungsbau 25,0 Mrd. Euro (= -3,5%),
  • den Wirtschaftsbau 31,0 Mrd. Euro (= -8,6%) und
  • den öffentlichen Bau 27,9 Mrd. Euro (= + 8,1%).

Dabei gilt die größte Sorge der mittelständischen Bauwirtschaft dem Wohnungsbau. Mit nur noch 185.315 neu fertig gestellten Wohnungen wurde in 2007 erstmals die Grenze von 200.000 Wohnungen unterschritten. In 2008 werden es nur noch knapp 170.000 Wohneinheiten sein. Auch die Genehmigungszahlen für Wohnungen blieben auf Talfahrt. Sie erreichten nach 2007 mit 182.771 Wohneinheiten im vergangenen Jahr nur noch 174.595 (= -4,5%).

Dieser Trend scheint sich auch in diesem Jahr fortzusetzen: Denn bereits in den ersten beiden Monaten wurden noch einmal 5.000 Wohnungen weniger genehmigt als im Vergleichszeitraum des schon schlechten Vorjahres. Diese bereits jetzt fehlenden Baugenehmigungen führen zu niedrigeren Umsätzen in Höhe von 460 Mio. Euro (= -11%).

Für Loewenstein schlägt die Verunsicherung der Verbraucher stärker auf den Wohnungsmarkt durch als die durchaus vorhandenen positiven Faktoren wie z.B. die niedrigen Hypothekenzinsen sowie die bestehenden Fördermöglichkeiten, etwa durch Wohn- Riester.

Auch die Entwicklung im Wirtschaftsbau läuft schlechter, als noch vor drei Monaten erwartet: Die Baugenehmigungen liegen in den ersten beiden Monaten mit 7,5% im Minus. Verheerend ist die Entwicklung der Auftragseingänge: Minus 30% weniger Aufträge mit einem Volumen von 900 Mio. Euro allein in den ersten beiden Monaten. Der Umsatzrückgang im Wirtschaftsbau von minus 8,6% wird spürbare Auswirkungen auf die Baukonjunktur haben.

Bleibt der öffentliche Bau: "Auch hier müssen wir unsere Erwartungen weiter nach unten schrauben," so der ZDB-Präsident. "Zwar liegen die Baugenehmigungen per Februar 2009 mit 55% und einem Volumen von 470 Mio. Euro deutlich im Plus. Die Auftragseingänge dagegen, die für uns wesentlich wichtiger wären, liegen mit 6% bzw. 140 Mio. Euro im Minus."

Loewenstein machte die zögerliche Umsetzung der Konjunkturpakete durch Bund, Länder und Gemeinden für die enttäuschende Entwicklung im öffentlichen Bau verantwortlich und warnte vor aufkommenden Engpässen sowohl bei der ausführenden Wirtschaft, insbesondere jedoch bei den Zulieferern, wenn im Herbst die Betriebe für einige Wochen tatsächlich ausgelastet seien.

Der erwartet Umsatzrückgang wird auch zu einem Beschäftigtenabbau führen: "Wir werden die Beschäftigtenzahl des vergangenen Jahres von 705.289 nicht halten können. Dafür ist der prognostizierte Rückgang im beschäftigungsintensiven Wohnungsbau maßgeblich, aber auch die unzureichende Kompensation zwischen Wirtschaftsbau und öffentlichem Bau. Wir rechnen mit eine Verlust von rund 10.000 Arbeitsplätzen (= -1,5%) in diesem Jahr."

Angesichts dieser Entwicklung forderte Loewenstein die Bundesregierung auf, über weitere Konjunkturimpulse nachzudenken, die insbesondere auf den Wohnungsbau zielen müssten. Das Beispiel nannte er die Abwrackprämie, die deutlich mache, wie schnell der Staat mit einfachen Mitteln die Verbraucher zu privaten Investitionen veranlassen könne. Dieses Verhalten sollte Impuls sein, ähnliche Instrumente auch im Bereich des Wohnungsbaus einzusetzen. Er schlug daher die Einführung einer Energiesparprämie vor, die 25% von max. 20.000 Euro nachgewiesener Arbeitskosten auf energetische Sanierungsmaßnahmen betragen solle. Damit könnten die selbst nutzenden Eigentümer ihre Steuerschuld um max. 5.000 Euro reduzieren. Gleichzeitig forderte er die Abschreibungssätze im Mietwohnungsbau zu verdoppeln.

Loewenstein erwartet ein schwieriges Jahr 2009 auch für die Bauwirtschaft. "Mittelfristig – und darauf setzen wir – wird sich die Gesamtkonjunktur aber wieder stabilisieren und damit vor allem auch der Wirtschaftsbau. Auch der Wohnungsbau könnte von einer Stabilisierung der Konjunktur Impulse erfahren. Angesichts der notwendigen Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und des Auslaufens der Konjunkturpakete im Jahr 2011 droht allerdings ein Einbruch beim öffentlichen Bau. Wir appellieren jetzt an die öffentlichen Auftraggeber, ein Niveau an Bauinvestitionen zu erreichen und zu halten, das sich an den langfristigen Erfordernissen orientiert. Denn Bauaufgaben gibt es in großer Zahl."

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