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Spitzwinkel-Deckung für Hamelner Villa zwischen Historismus und Jugendstil

(20.10.2011) Kunstvoll gestaltete Fassaden und ein prächtiges Schieferdach mit Spitzwinkel-Deckung prägen die Villa Silberschmidt in Hameln. Das bemerkenswerte Bauwerk wurde 1897 im Stil des ausgehenden Historismus und des beginnenden Jugendstils erbaut. Die liebevoll gestaltete Fassade erstreckt sich über den stuckgeschmückten Giebel, die Gauben und ein Türmchen bis in das seidig glänzende Schieferdach hinein. Heute bleiben hier viele Passanten stehen und erfreuen sich an den zahlreichen Details.

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Die Villa Silberschmidt wurde 2008 mit einem Sonderpreis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet. Die Eleganz des Gebäudes basiert nach der Sanierung wieder auf den schmückenden Elementen der Fassade, ebenso wie auf der besonderen Ausdruckskraft der Dachdeckung mit Schiefer. Dabei gebührt der Spitzwinkel-Deckung besondere Aufmerksamkeit. Diese Deckung, eine auf die Spitze gestellte Raute, zierte bereits die Dächer der Römer und dürfte damit der Ursprung aller dekorativen Deckarten sein. Rathscheck bietet zehn verschiedene Steingrößen der Spitzwinkel an. Die Spannweite des Angebotes reicht von 21 x 13 bis 47 x 31 cm. Die Schiefer sind, je nach Größe, ab einer Mindestdachneigung von 30° einsetzbar.

Schmückende Spitzwinkel

Die Villa trägt ein 410 m² großes Dach und bietet auf dreieinhalb Geschossen rund 700 m² Wohn- und Nutzfläche. Das Mansarddach der Villa ist 70° geneigt, der Aufschiebling 35° und das obere Dach über dem Mansardknick ca. 30°. Darüber befindet sich ein mit einer Kunststoffbahn abgedichtetes Flachdach mit Oberlicht. Die geneigten Dachflächen sind mit Spitzwinkeln der Größe 38 x 25 cm gedeckt. Die Größe entspricht dem ursprünglich gedeckten Schieferformat.

Beginnend an der Traufe mit Ansetzern verläuft die neue Spitzwinkel-Deckung auf dem Aufschiebling bis zur Mansardfläche, wo sie mit einem 1,25 mm dicken Walzbleistreifen zehn Zentimeter überdeckt wird und in die Mansarddeckung übergeht. Die Mansarddeckung endet unter dem Mansardknick mit einem Firstgebinde. Dieses Firstgebinde und die aufgelegten Grate (Strackorte) wurden mit 40 x 25 cm großen Rechteckern ausgeführt.

Bevor die Schieferdeckung zum Einsatz kommen konnte, mussten Teile der 24er Vollschalung erneuert, das Dach vorgedeckt und vor allem viele der Verblechungen erneuert werden. Mit dem Bauherrn einigte man sich darauf, alle schadhaften Zinkverwahrungen zu erneuern. Dazu gehörten u.a. die kleinen Dreieckgauben und die Hauptkehlen. Andere Verblechungen, vor allem die kunstvoll getriebenen Abdeckungen der stuckgeschmückten Giebel, wurden soweit wie möglich erhalten, überprüft, gereinigt und mit Flüssigkunststoff beschichtet bzw. abgedichtet.

Schuppen-Deckung, mehr als ein Lückenfüller

Der Treppenturm der Villa zeigt mit seinen gewölbten Formen die Grenzen einer Spitzwinkel-Deckung auf. Spitzwinkel würden an einer so gewölbten Fläche sperren. Hier bewährt sich nach altem Vorbild eine Schuppen-Deckung im Format 22 x 17 cm. Die Deckung des Turmes besteht aus acht gewölbten, steilen Flächen und wurde wie einst ohne Gebindesteigung verlegt. Sie beginnt mit einem Anfangort als Stichort und endet mit einem Endort als Doppelort. Mit einem Firstgebinde endet die Schuppen-Deckung unter der Laterne des Turmes.

Die vielseitige, leicht an die Gegebenheiten der Architektur anpassbare Schuppen-Deckung, wurde auch für die schmale und kleine Steildachfläche des Wintergartens und für einige kleine Gauben auf der rückseitigen Dachfläche eingesetzt.

Weitere Informationen zur Spitzwinkel-Deckung und weiteren Deckungsarten mit Schiefer können per E-Mail an Rathscheck angefordert werden.

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