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DAM-Ausstellung: Das Architekturmodell - Werkzeug, Fetisch, kleine Utopie

(25.3.2012) Das Deutsche Architekturmuseum DAM präsentiert vom 25. Mai bis 16. Sep­tember 2012 rund 300 Modelle von über 100 Architekten im gesamten Haus. Erstmalig wurden da­zu Architekturmodelle der Gegenwart systema­tisch erforscht.

Die über alle Etagen des Museums reichende Ausstellung will zeigen, auf welche Weise Architekten seit etwa 1920 mit Architekturmodellen gearbeitet haben und was die neuesten Entwicklungen sind. Auf Basis intensiver Forschungsarbeit, die durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain ermöglicht wurde, sollen Architekturmodelle in ein neues Licht gerückt werden: Sie dienen Architekten als Werkzeuge, Fetische oder zum Erproben von Utopien.

Modell von der nicht realisierten Medizinischen Akademie
Medizinische Akademie, Ulm, nicht realisiert, Modell 1965, Architekt: Frei Otto (Bild vergrößern)

Die circa 300 Exponate der Ausstellung stammen zu einem Drittel aus der Sammlung des DAM. Zu den Höhepunkten zählen die Statik-Hängemodelle von Frei Otto sowie zwei riesige, jeweils zwölf Quadratmeter große Modelle von Rem Koolhaas zu städte­baulichen Planungen in Paris La Villette (1983) und Melun-Sénart (1987). Im Zuge der Ausstellungsvorbereitung gelangten durch eine Schenkung der Commerzbank dreizehn Originalmodelle des Wettbewerbs Commerzbank Tower von 1991 in die Sammlung des DAM.

Zwei Drittel der Exponate sind Leihgaben, beispielsweise aus dem Museum of Modern Art, New York, dem FRAC Centre Or­léans, dem Deutschen Museum München und aus mehreren Berliner Architektursammlungen. Auch viele Architekten unter­stützen die Ausstellung durch Leihgaben: So werden von Her­zog & de Meuron aus Basel rund 50 Arbeitsmodelle zum Prada-Store in Tokyo gezeigt. Von den Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank aus Berlin werden in einem magisch anmuten­den dunklen Kabinett hinterleuchtete Styrodurmodelle präsen­tiert (Bild rechts: Wettbewerbsbeitrag Neues Museum, Berlin, Modell 1994). Zu den herausragenden Leihgaben zählen die drei Modelle aus dem MoMA in New York:

  • Das älteste noch erhaltene Modell von Mies van der Rohe zum Resor House (1937–1947) und
  • ein in Bronze ausgeführtes Architekturmodell (1955) zum berühmten Seagram-Hochhaus, ebenfalls von Mies van der Rohe.
  • In New York, gegenüber dem Seagram Building, steht das Lever House (1949–52), der erste Wolkenkratzer mit einer Curtain-Wall-Fassade. Das erhaltene Modell von 1952/53 reist ebenfalls aus dem MoMA ins DAM.

Viele „Premieren“

Zahlreiche Modelle wurden auf Dachböden, in Lagerhallen und Modellbau-Werkstätten aufgespürt und werden in der DAM-Ausstellung erstmals zu sehen sein. Ein besonders spektakulärer Fund ist ein spiralförmiges Hochhaus-Modell aus dem Jahr 1963/64, das der Architekt Conrad Roland in den vergangenen 24 Jahren bei einer Berliner Spedition eingelagert hatte.

Die Ausstellung zeigt Modelle aus den unterschiedlichsten Ma­terialien. Traditionell werden Modelle aus Holz oder Karton ge­fertigt. Zu den kuriosesten Stücken zählen Wachsmodelle, die in einem Wasserbecken geformt wurden, und Styropormodelle, die der Architekt Franz Krause mit einer brennenden Kerze ver­schmolzen hat (Bild rechts). Eigens für die Ausstellung wurde ein 3D-Drucker erworben. Mit dieser Technologie können seit einigen Jahren Architekturmodelle in einem Arbeitsgang aus Kunststoff hergestellt werden.

Architekturmodelle im Film: Das Auditorium des DAM wird wäh­rend der Ausstellung zum Kinosaal. Gezeigt wird das künstle­rische Filmprojekt „Mock-Ups in Close-Up“ - eine über drei Stunden lange Montage aus Spielfilmszenen, in denen Archi­tekturmodelle vorkommen.

Zu den meisten Modellen aus der DAM-Sammlung aber auch zu vielen Leihgaben wur­den Einzelrecherchen durchgeführt, die den ursprünglichen Entstehungszusammen­hang der Modelle rekonstruieren:

  • Was genau war der Zweck, für den die Modelle gebaut wurden?
  • Welche Materialien wurden aus welchen Gründen verwendet?
  • Wer waren die Modellbauer?
  • In welchen Publikationen waren die Modelle abgebildet und in wieweit tragen die Fotos zur Interpretation der Modelle (und natürlich der geplanten Bauwerke) bei?

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit und der Modellrecherchen sind in der Ausstellung und dem reich bebilderten Katalog zu finden, der im Verlag Scheidegger & Spiess erscheint. Für den Katalog wurden nahezu alle 102 Exponate aus der DAM-Sammlung aber auch etliche Leihgaben eigens neu fotografiert.

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