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12. Forum Wärmepumpe: „Energieeffizienz entscheidende Säule der Energiewende“

(17.11.2014) Schon zum zwölften Mal trafen sich am 12. und 13. November Vertreter von Politik, Wissenschaft und Industrie zum „Forum Wärmepumpe“. An beiden Tagen zogen sich „Energiewende“ und „Energieeffizienz“ als zentrale Schlagworte durch das Vortragsprogramm, für das u.a. mit Thomas Herdan, Abteilungsleiter Energiepolitik - Wärme und Effizienz im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, und den bei­den MdB Carsten Müller und Dr. Georg Nüßlein drei ausgewiesene Fachpolitiker als Referenten gewonnen wurden.


Paul Waning, BWP-Vorstandsvorsitzende
   

In seiner Eröffnungsrede erlaubte sich Paul Waning, der Vor­standsvorsitzende des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP), eine kritische Rückschau auf das erste Jahr der Großen Koali­tion. Diese sei mit viel Elan gestartet, aber dennoch hinke Deutschland seinen Zielvorgaben hinsichtlich der CO₂-Reduk­tion und der Sanierungsquote im Gebäudebestand hinterher. Nur eine sektorenübergreifende Strategie für die Energiewen­de und ein geeignetes Maßnahmenpaket für den bislang sträf­lich vernachlässigten Wärmesektor könne Deutschland hier wieder auf Kurs bringen, mahnte Waning. Neben förderpoliti­schen Anreizen müsse auch ein faires Energiepreisgefüge da­zu beitragen, das große Potenzial der Wärmepumpe für die Energiewende zu erschließen: „Flexible Wärmepumpensyste­me sind das ideale Bindeglied zwischen Strom- und Wärme­markt, da sie nach dem Power-to-Heat-Prinzip angebotsge­steuert große Mengen erneuerbaren Stroms aufnehmen und thermisch zwischenspeichern können. So könnten Wärmepumpen einen wichtigen Bei­trag leisten, mehr erneuerbare Energien in den Wärmemarkt zu bringen“, erläuterte der BWP-Vorstandsvorsitzende.

Auch Dr. Rolf Martin Schmitz, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der RWE AG, machte in seinem Grußwort deutlich, dass die Verbindung der Energiemärkte dringend notwendig sei, da die steigenden Erzeugungskapazitäten für volatilen Wind- und Sol­arstrom dies unbedingt erforderlich machten. „Keine Energiewende ohne Wärmewen­de und keine Wärmewende ohne den Einsatz von Wärmepumpen“, forderte der RWE-Mann.

Dr. Rolf-Micheal Lüking vom Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) sieht in der Um­stellung auf Strom als Endenergie einen entscheidenden Effizienzhebel. Der Wissen­schaftler erläuterte in seinem Vortrag: „Die Elektrifizierung des Verbrauchs - auch im Wärmesektor - ist neben der Reduktion des Nutzenergiebedarfs und dem Ausbau des regenerativen Energieangebotes eine tragende Säule der Energiewende.“

„Energieeffizienz einschalten!“

„Energieeffizienz einschalten!“ forderte passend dazu der Bundesverband Wärmepum­pe in einer Fotoaktion, bei der erste Details der neuen Wärmepumpen-Kampagne vor­gestellt wurden. Die Kampagne stellt ab 2015 drei Jahre lang die Themen ...

  • Energieeinsparverordnung (EnEV),
  • Energielabel und
  • Heizungssanierung

... in den Fokus einer Vielzahl von Informationsangeboten für Verbraucher und Fachhandwerk.

Der ab nächsten September verpflichtenden Energiekennzeichnung widmeten sich am ersten Veranstaltungstag gleich zwei Fachreferenten: Marcos González-Álvarez be­leuchtete die Verordnungen zu Ökodesign (ErP) und Labelling aus Sicht der EU-Kom­mission während Egbert Tippelt von der Viessmann Deutschland GmbH das Thema be­sonders praxisnah aufzog – und damit den Nerv der Branche traf, wie auch schon die Podiumsdiskussion zuvor nahelegte:

Unter Moderation von Hermann Falk (BEE) erörterten Vertreter von Industrie, Politik und Wissenschaft den EU-Fahrplan für die Wärmewende und wie Ökodesign und Ener­giekennzeichnung den Wärmemarkt verändern werden. Als eine „historische Chance“ bezeichnete Dr. Kai Schiefelbein von Stiebel Eltron die anstehenden Reformen und erläuterte: „Da Wärmepumpen extrem sparsam mit den primärenergetischen Ressour­cen umgehen, profitiert die Technologie von den verschärften Standards und der ver­besserten Transparenz durch das gemeinsame Energielabel.“ Doch sei das Regelwerk für die Effizienzkennzeichnung durch die Vielzahl der verschiedenen Label und Stich­tage sehr unübersichtlich und vom Fachpartner schwer in die Praxis zu übertragen. Industrie und Verbände seien deshalb gefordert, dem Handwerk geeignete Hilfestel­lungen zu leisten, erklärte Schiefelbein.

Das Energielabel ist eine Jahrhundertchance für die Wärmepumpe – sofern es der Branche gelingt, das Handwerk ins Boot zu holen

Dass beim Handwerk hinsichtlich der ordnungsrechtlichen Reformen noch einige Infor­mationslücken bestehen, offenbarte schließlich auch der Vortrag von Hans-Arno Kloep von der Querschiesser Unternehmensberatung. Deren Befragung von 2.295 SHK- und Elektro-Fachbetrieben im September/Oktober dieses Jahres zeigte, dass rund die Häl­fte der Betriebe bisher noch nichts von der Energiekennzeichnungspflicht für Heizge­räte gehört hat. Der Informationsgrad verhält sich dabei proportional zur technischen Exzellenz des Handwerkers. Unentschieden zeigten sich die Handwerker, ob das Label dem Kunden eine Auswahlhilfe sein wird und ob es dem Handwerk eine Verkaufshilfe sein wird.

Die gleiche Erhebung kommt gleichwohl zu einer insgesamt positiven Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung der SHK-Branche im nächsten Jahr. Grund seien zum einen die volkswirtschaftlichen Rahmendaten, zum anderen die äußerst positiven Wachs­tumsprognosen des Handwerks, erläuterte Kloep und ergänzte: „Etwa sechs von zehn Unternehmen erwarten nach dem schon sehr positiven laufenden Geschäftsjahr für 2015 eine weitere Verbesserung.“

  • Allerdings deckelten Fachkräfte- und Nachwuchsmangel die Kapazitäten im Handwerk, dies wirke sich insbesondere im Heizungssegment aus.
  • Auch der niedrige Ölpreis bremse hier die Nachfrage insbesondere in der Heizungssanierung.

Da der Thermentausch, bisher des Handwerkers Liebling, damit dramatisch an Nach­frage und Attraktivität verliere, gebe es zwei denkbare Szenarien, so Kloep: „Entwe­der, die Handwerker, die mit Badaufträgen ausgestattet sind, lassen das Heizungsge­schäft sein - was zu einem Umsatzrückgang von 12 Prozent im Segment Heizung füh­ren würde - oder der Industrie gelingt es, die Umsatzerwartung Richtung Wärmepumpe umzuleiten und sogar auszubauen.“ (Siehe dazu auch Baulinks-Beitrag „Badezimmer werden lieber renoviert als die Heizung“ vom 5.10.2014.)

(Nicht nur) vor diesem Hintergrund zeigte sich BWP-Geschäftsführer Karl-Heinz Sta­wiarski optimistisch, dass seine Branche die Herausforderungen der kommenden Jahre meistern könne: „ Wir wissen, dass elektrische Wärmepumpen beim der neuen EnEV und beim Energielabel besser abschneiden als alle Wettbewerbsprodukte. Diese Jahr­hundertchance werden wir mit geeigneten Maßnahmen und Mitteln für unsere Bran­che zu nutzen wissen.“

Informations-Kampagne „Bauen auf Erdwärme“

Der zweite Veranstaltungstag stand wie üblich ganz im Zeichen der Erdwärme: U.a. stellte der BWP die Kampagne „Bauen auf Erdwärme“ vor, die von den Mitgliedern des Erdwärme-Ressorts getragen wird. Erdwärme-Planer, -Bohrer und die Zulieferindustrie wollen im Rahmen der mehrjährigen Kampagne auf die Vorzüge der besonders effi­zienten Erdwärmenutzung aufmerksam machen.

Herzstück der Kampagne ist die Internetseite bauen-auf-erdwaerme.de. Hier finden Verbraucher praxisnahe Informationen, können sich vorbildliche Referenzanlagen an­schauen und nach Experten in ihrer Nähe suchen. Kampagnenpartner können auf der Website eine Reihe von individualisierbaren Broschüren und Marketing-Materialien be­stellen.

Verlosung einer kompletten Erdwärmeanlage

2015 soll im Rahmen der Kampagne eine komplette Erdwärmeanlage verlost werden. Bewerben können sich Besitzer von Altbauten, die bereit sind, den gesamten Pla­nungs- und Installationsprozess medial begleiten zu lassen.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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