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Pelletmarkt (Pellets und Geräte) in Deutschland zieht spürbar an

(28.2.2021) 2020 könnte in Deutschland als Trendwende für den Pelletmarkt in die Geschichte eingehen. So stieg die Pelletproduktion erstmals auf über 3 Mio. Tonnen (t), und auch am Heizungsmarkt ging es deutlich aufwärts: Mit 61.850 neuen Anlagen konnte der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 78,5% gesteigert werden. Damit waren in Deutschland Ende 2020 rund 546.000 Pelletfeuerungen in Betrieb. Ihren Beitrag zum Klimaschutz setzt der  Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) mit einer eingesparten CO₂-Menge von 3,5 Mio. t an. Durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) rechnet man zudem beim DEPV für 2021 mit einem weiteren Anstieg des Absatzes von rund 10%.

Produktion und Verbrauch von Holzpellets in Deutschland

Der Produktionsrekord von ca. 3,10 Mio. t verdeutlicht sowohl die internationale Spitzenstellung Deutschlands bei der Erzeugung von Holzpresslingen als auch die wachsende Rolle, die Holzpellets hierzulande bei der Versorgung mit klimafreundlicher Wärme einnimmt. Im Vergleich zu 2019 (2,82 Mio. t) bedeuten die 3,10 Mio. t eine Steigerung um fast 10%. Der Verbrauch belief sich 2020 bundesweit auf rund 2,33 Mio. t. Knapp ein Viertel der deutschen Pelletproduktion (24,2%) wurde in Säcke abgefüllt und für Pelletkaminöfen hierzulande oder im europäischen Ausland genutzt. Der Exportüberschuss lag nach vorläufigen Zahlen bei rund 473.000 t.

„Durch die erfreuliche Zunahme des Absatzes von Pelletkesseln und Pelletkaminöfen sehen wir den Grund für weitere Produktionssteigerungen in Zukunft vor allem im steigenden heimischen Absatz“, konstatiert Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPV. Dies sei auch dringend nötig, denn zur Umsetzung der im Rahmen des Green Deals von der EU verschärften CO₂-Minderungsziele (55% bis zum Jahr 2030) würden in Deutschland deutlich mehr erneuerbare Energien am Wärmemarkt benötigt.

Markt für Pelletfeuerungen in Deutschland

Mit rund 61.850 im Inland verkauften Pelletfeuerungen wurde der Absatz des Vorjahres (34.650) deutlich um 78,5% übertroffen. Das war am deutschen Heizungsmarkt für alle Kesseltypen/Energieträger die höchste Zuwachsrate. Zugebaut wurden im Einzelnen ...

  • 20.500 Pelletkaminöfen,
  • 40.500 Pelletkessel und wasserführende Pelletkaminöfen mit einer Leistung bis 50 kW sowie
  • 850 Kessel/Pellet-KWK-Anlagen größer 50 kW.

Insgesamt wurden durch Pelletfeuerungen auf diese Weise bundesweit rd. 11,42 Terawattstunden (TWh) Endenergie zur Verfügung gestellt. Das machte über 6% der erneuerbaren Energien im Wärmesektor (rund 180 TWh) bzw. 1% des gesamten Wärmeverbrauchs in Deutschland aus.

10-Jahres-Verlauf Absatz Wärmeerzeuger Deutschland
Grafik aus dem Beitrag „Trotz Corona: Deutsche Heizungsindustrie schaffte 2020 ein robustes Wachstum von 3,1%“ vom 4.2.2021

DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele sieht mehrere Faktoren als Ursache für den erfreulichen Marktverlauf: „Niedrige Verkaufszahlen in den Vorjahren, neue attraktive Förderbedingungen sowie das zunehmende Interesse der Verbraucher kommen hier zusammen. Von einem Boom zu sprechen wäre jedoch fahrlässig - schließlich warten wir schon seit Jahren darauf, dass endlich Bewegung in den Wärmemarkt kommt.“ So seien die angekündigten und mit der CO₂-Abgabe bereits vollzogenen Erschwernisse für das Heizen mit fossilen Brennstoffen, aber auch das zunehmende Interesse in Pandemiezeiten, ins Eigenheim zu investieren, weitere Gründe für die Marktbelebung. Die seit Jahresbeginn neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sei der richtige Schritt zur Energiewende im Gebäudesektor - siehe auch Beitrag „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) strukturiert energetische Gebäudeförderung neu“ vom 21.12.2020.

Beim DEPV wurden 2020 bereits verstärkt Heizungsbauer für die erhöhte Nachfrage nach Pelletfeuerungen geschult. „Das Interesse des Handwerks hat zusammen mit dem der Verbraucher zugenommen“, stellt Herr Bentele fest und sieht den DEPV weiterhin in der Pflicht, unterschiedliche Schulungs- und Informationsangebote für das Heizen mit Pellets anzubieten.

Ausblick

Für das Jahr 2021 rechnet der DEPV mit einer weiteren Steigerung des Absatzes und der Zunahme des Zubaus an Pelletfeuerungen um gut 10% auf rund 70.000 Anlagen (gegenüber rund 62.000 Feuerungen 2020) - davon etwa ein Drittel Pelletkaminöfen. Die Versorgung mit Pellets sei aufgrund des nachhaltigen Rohstoffangebots gesichert - zumal weitere neue Pelletwerke bereits in der Planung seien. „Wer künftig fossile Brennstoffe ersetzen will, wird bei der Pelletheizung ausgereifte Technik kombiniert mit einem hochwertigen regionalen Brennstoff finden“, verspricht Herr Bentele.

Stabiler Pelletpreis

Der Preis für Pellets war 2020 im Vergleich zum Vorjahr sogar niedriger: Im Jahresdurchschnitt zahlten Heizungsbetreiber für eine Tonne Pellets 237,28 Euro, was 4,75 ct/kWh entspricht. Das waren 5,55% weniger als im Jahr 2019. Heizöl war in Deutschland 2020 im Schnitt mit 4,98 ct/kWh 4,8% teurer als die Holzpresslinge, Gas mit durchschnittlich 6,23 ct/kWh 31,2% teurer.

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