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Aktuelle Zahlen des Schornsteinfegerhandwerks zum installierten Heizungsbestand

(24.5.2021) Wie klimafreundlich heizt Deutschland? Dank günstiger Förderbedingungen entscheiden sich immer mehr Bauherren für Biomasseanlagen, Hybridtechnik oder Wärmepumpen. Doch wie sieht es im Bestand aus?

Nach Informationen des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks gab es 2020 rund 20,3 Mio. Heizungsanlagen (ohne Raumheizer, Warmwasserheizer und Wärmepumpenanlagen). Ca. 5,4 Mio. dieser Anlagen heizten mit Öl (26,5%), 13,9 Mio. nutzten Erdgas (68,5%). Hinzu kamen rund eine Million Biomasseanlagen, die mit Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz betrieben wurden (5%). Die Anzahl der Einzelraumfeuerstätten wie z. B. Kamin-, Kachelöfen, Heizeinsätze oder Herde blieb mit 11,2 Mio. in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Beginnt die Energiewende jetzt?

Die Zahlen basieren auf den jährlichen Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks und weisen für 2020 eine Veränderung bei Brennstoffnutzung und Anlagentechnik aus. Während die Zahl der Ölheizungsanlagen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt zurückgegangen ist (-1,9%), nahm die Anzahl der Gasheizungsanlagen insgesamt zu.  Zuwachsraten ergaben sich insbesondere im Bereich der Gasbrennwertgeräte (+3%).

10-Jahres-Verlauf Absatz Wärmeerzeuger Deutschland
Grafik aus dem Beitrag „Trotz Corona: Deutsche Heizungsindustrie schaffte 2020 ein robustes Wachstum von 3,1%“ vom 4.2.2021

Im Jahr 2020 erfassten die Schornsteinfeger im Rahmen ihrer Überprüfungs- und Messarbeiten erstmals auch im Bestand mehr Gas-Brennwert- als Gas-Heizwertanlagen (+2,5%).

Biomasse als Alternative zu fossilen Brennstoffen

Auch Biomasseanlagen gewinnen an Bedeutung. Laut den Marktdaten des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) stieg der Verkauf von Biomasse-Heiz­kesseln im Jahr 2020 um 138% gegenüber dem Vorjahr. Diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahren auch in den Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks ablesen lassen, da hier die tatsächlich installierten Anlagen erfasst werden.

Der Erfolg von Biomasseanlagen ist u.a. auf die günstigen Förderbedingungen zurückzuführen. Bauherren und Sanierer profitieren von der staatlichen Förderpolitik zur Verringerung der CO₂-Emissionen im Gebäudesektor. Seit 1. Januar 2020 können Hausbesitzer für den Einbau einer Biomasseanlage Investitionszuschüsse von bis zu 35% Prozent erhalten. Bei Austausch einer Ölheizungsanlage erhöht sich der Anteil der förderfähigen Kosten im Regelfall auf 45% - siehe dazu u.a. den Beitrag „BAFA-Zuschuss seit 2021 auch für austauschpflichtige Heizungen - dank BEG“ vom 12.4.2021.

Immer noch zu viele Altanlagen

Wenig Dynamik zeigt sich hingegen in der Altersstruktur der Heizungsanlagen. Auch wenn Politik, Verbände und Hersteller immer wieder auf die stagnierende Sanierungsquote verweisen und Anreize geschaffen wurden, bleibt das Betriebsalter der installierten Kessel hoch: 2020 waren 70% der Ölheizungen und 60% der Gasheizungen in Deutschland älter als 20 Jahre. Zum Vergleich: Ab einem Alter von 15 Jahren gilt ein Heizkessel als energetisch ineffizient.

Seit 2017 bewertet das Schornsteinfegerhandwerk stufenweise die Energieeffizienz von Öl- und Gasheizkesseln auf Basis der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV). Mehr als 4,1 Mio. Kessel haben bereits ein Energieeffizienzlabel vom Schornsteinfeger erhalten.

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