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H₂HoWi: Heizen mit 100% Wasserstoff in einem Pilotprojekt bei Dortmund

(18.11.2022) Seit dem 24. Oktober 2022 fließt erstmals reiner Wasserstoff (H₂) im Erdgasnetz der Westenergie AG Essen. In dem Pilotprojekt H₂HoWi in Holzwickede werden drei Gewerbeimmobilien über das bestehende Erdgasnetz mit Wasserstoff versorgt. Die Wärmeversorgung der Gebäude übernehmen insgesamt vier Wasserstoffkessel von Remeha. Heizen mit 100% Wasserstoff ist damit nicht länger nur eine Vision.

NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (3.v.r.) begrüßt bei der Einweihung des Projekts dessen zukunftsweisende Wärmeversorgung. 

Remeha-Geschäftsführer Heinz-Werner Schmidt war Teilnehmer der Einweihung des Projektes: „Remeha und die BDR Thermea Gruppe haben bereits frühzeitig die Chancen für den Einsatz von Wasserstoff im Wärmemarkt Europa erkannt. ... Wir freuen uns sehr, hier als Projektpartner den realen Schritt zur emissionsfreien Wasserstoffanwendung in der Gebäudewärmeversorgung unter Beweis stellen zu können.“ Die Unter­neh­mens-Gruppe hatte bereits 2019 ein Wasserstoff-Heizgerät präsentiert - siehe auch ISH 2019-Bericht „Wasserstoff-Heizgerät von BDR Thermea geht in die Testphase“ vom 8.7.2019.

Die Bedeutung von Wasserstoff in der Wärmeversorgung wird nicht nur von der Industrie schon seit längerer Zeit betont. Auch die Politik hat realisiert, dass die Energiewende nur gelingt, wenn sämtliche Sektoren miteinander gekoppelt werden und man technologieoffen an das Thema herangeht. Das unterstrich auch die Anwesenheit von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur bei der Einweihung des Projekts in Holzwickede.

Die Grünen-Politikerin betonte in ihrer Rede, dass dieses Projekt echte Pionierarbeit leiste. „Es wird in NRW immer Teile geben, die nicht elektrifiziert werden können“, stellte die Ministerin fest und fügte hinzu: „Gerade die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen aus NRW beeindruckt mich. Da ist Kooperation, keine Konkurrenz. Wir gehen heute 500 wichtige Meter in Richtung Klimaneutralität.“

In dem H₂HoWi-Projekt wurde eine circa 500 m lange Erdgasleitung der öffentlichen Gasversorgung auf 100% grünen Wasserstoff umgestellt. Die vorhandene Erdgasleitung wurde dazu vom Verteilnetz getrennt und an einen Wasserstoffspeicher angeschlossen. Neben der Umstellung der Erdgasleitung waren auch kleinere Anpassungen bei den drei beteiligten Kunden erforderlich. Bislang auf dem Markt erhältliche Erdgas-Brennwertgeräte können reinen Wasserstoff nicht verbrennen. Daher wurden bei den drei Unternehmen die für 100% Wasserstoff geeigneten Brennwertgeräte von Remeha installiert. Diese sind bereits seit 2019 in Pilotprojekten in den Niederlanden, England und Frankreich im Einsatz und verfügen über das Prüfzeichen für Feldtestanlagen vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVWG). Die Kessel haben eine Leistung von 24 Kilowatt und verbrennen den reinen Wasserstoff nahezu emissionsfrei.

v.l.: Heinz-Werner Schmidt, Geschäftsführer Remeha, Peter Kiewardt, Leiter regenerative Systeme Remeha, Franz Killinger, Vertriebsleiter Remeha 

Remeha mit Sitz im münsterländischen Emsdetten ist Teil der internationalen BDR Thermea Gruppe. Neben dem 100%-Wasserstoffkessel mit einer Leistung von 24 kW, der inzwischen dutzende Male in Pilotprojekten installiert wurde, hat die BDR Thermea Gruppe jetzt auch einen 100%-Wasserstoffkessel mit einer Leistungsfähigkeit von 45 kW entwickelt. Dieser soll noch 2022 in den Niederlanden erstmals in Betrieb genommen werden. In künftigen Projekten soll dabei auch die Kombination eines 100%-Was­serstoffkessels mit einer Wärmepumpe getestet werden. BDR Thermea sieht eine solche Hybrid-Konstellation, in der der Wasserstoffkessel als Spitzenlastkessel zum Einsatz kommt und die Grundlast elektrisch abgedeckt wird, als schnellen, reibungslosen und erschwinglichen Übergang zum Heizen mit erneuerbaren Energien.

Weitere Informationen zu H₂-Heizungen können per E-Mail an Remeha angefordert werden.

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