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TÜV Rheinland eröffnet erstes Prüflabor für Wasserstoff-Brennwertgeräte

(1.5.2022) Grüner Wasserstoff (H₂) gilt für viele Fachleute und Politiker als Schlüsselelement der Energiewende. Das mit Strom von Wind-, Wasser- und Solaranlagen gewonnene Gas soll auch die klimaneutrale Energieversorgung von Gebäuden ermöglichen. Vor diesem Hintergrund hat TÜV Rheinland ein H₂Labor in Köln eröffnet, um der sicheren Nutzung von Wasserstoff für Heizkessel, Brenner und Durchlauferhitzer den Weg zu bereiten: „Wir untersuchen sowohl die Effizienz von Gas-Brenn­wert­ge­rä­ten als auch die technischen und baulichen Anforderungen, um Wasserstoff sicher nutzen zu können", erklärt Mario Reimbold. Der Geschäftsfeldleiter für Wärmeerzeuger bei TÜV Rheinland erinnert: „Geräte für den Betrieb mit reinem Wasserstoff werden gerade erst entwickelt. Da in unserem Labor auch Prüfungen von Produkten, die vollständig mit Wasserstoff betrieben werden, möglich sind, können wir Hersteller auf dem Weg zur marktreifen Entwicklung sicherer Produkte begleiten“.

Zur Erinnerung: Wasserstoff (H₂) ist flüchtiger als herkömmliches Erdgas. Deshalb müssen beispielsweise Armaturen und Dichtungen besonders geprüft werden, damit der leicht entzündliche Stoff nicht austreten und sich entzünden kann. Außerdem besitzt H₂ ein geringeres Brennwertvolumen als Erdgas, weshalb die Geräte einen stärkeren Gasfluss zulassen müssen. Ausschließlich für Erdgas zertifizierte Heizkessel, Brenner und Durchlauferhitzer benötigen ein zusätzliches Zertifikat.

„Wir prüfen im Auftrag der Hersteller die Wasserstofftauglichkeit ihrer Gas-Brenn­wert­geräte, das entsprechende Zertifikat für eine bis zu 20-prozentige H₂-Beimischung erteilt der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW). An der Zertifizierung für den ausschließlichen Betrieb mit Wasserstoff wird gerade gearbeitet", weiß Herr Reimbold.

Betriebssichere letzte Meile

Sicherheit hat oberste Priorität. Dies gilt auch für die „letzte Meile“ der Gasver­sor­gung - also vom Hausanschluss bis zum Brenner für die Zentralversorgung des Gebäudes oder dem Durchlauferhitzer in der Wohnung. Damit auch hier kein Wasserstoff entweicht, können Hersteller und Energieversorger im TÜV Rheinland-Labor auch Armaturen und Ventile prüfen lassen.

Erstes Gas-Brennwertgerät auf dem Laborprüfstand ist ein Prototyp von Vaillant. „Im Augenblick finden in Großbritannien die ersten Feldversuche für Geräte statt, die vollständig mit Wasserstoff betrieben werden“, sagt Lars Christiaans, der bei Vaillant die internationale Abteilung Zulassung leitet. „Wir alle - die Hersteller, Energieversorger und TÜV Rheinland als Prüfdienstleister - schaffen gemeinsam die Voraussetzungen, um klimaneutralen Wasserstoff zur Wärmeerzeugung in Gebäuden nutzbar zu machen“, erklärt Lars Christiaans.

Weitere Informationen zu Wasserstoff-Brennwertgeräten können per E-Mail an Vaillant angefordert werden.

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