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Nachfrage und Trend zu mehr Klimaschutz beflügeln die Sanitär- und Heizungsbranche

(19.6.2022) Der Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik hat sich 2021 weiter positiv entwickelt. Die Umsätze konnten um 3,1% im Vergleich zum Vorjahr 2020 gesteigert werden und beliefen sich 2021 auf 66,4 Mrd. Euro.

Der Inlandsumsatz der Haus- und Gebäudetechnik von 54,5 Mrd. Euro im Jahr 2021 entsprach 18,7% der gesamten Bauinvestitionen im Hochbau. Der Wirtschaftsbereich macht demnach einen immer größeren Anteil an dem gesamten Bauvolumen aus und festigt durch dieses Wachstum seinen hohen Stellenwert bezogen auf den gesamten Hoch- und Ausbau. Diese Entwicklung wird laut Branchendatenbericht 2021 von VDS und VdZ weiter anhalten.

Die positive Entwicklung liegt im Wesentlichen in der starken Nachfrage nach energetischer Sanierung und nach komplexer Gebäudetechnik begründet: „Für die Sanitärwirtschaft erwies sich das Pandemiejahr 2021 als Glücksfall, die Verbraucher nutzten die häusliche Zwangspause, um langgehegte Renovierungswünsche im Bad anzugehen. Und bescherten damit der Branche mit über 21 Milliarden Euro Inlandsumsatz und fast 4 Milliarden Euro Auslandsumsatz das bisher umsatzstärkste Jahr ihrer Geschichte. Ganz vorne mit dabei die Nachfrage nach barrierefreien und altersgerechten Bädern, ein Trend, der angesichts des Renovierungsbedarfs von mindestens 17 Millionen Bädern über 20 Jahren in Deutschland und fast 2 Millionen fehlenden altersgerechten Bädern anhalten wird“, konstatiert Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).

„Umsatztreiber im Jahr 2021 war der Bereich der Heizungswirtschaft mit einem Umsatz von 41 Milliarden Euro. Die Förderung für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden entfaltete hier ihre Wirkung. Heiztechniken mit erneuerbaren Energien wie Wärmepumpen und Solarthermie oder Biomasse liegen im Trend und gewinnen verstärkt an Marktanteilen“, resümiert VdZ-Geschäftsführerin Kerstin Stratmann. Auch die Themen Luftqualität durch Lüftungsanlagen und energieeffiziente Lüftung hätten 2021 einen Bedeutungszuwachs erlebt und zur positiven Entwicklung beigetragen.

49.900 Unternehmen waren im Jahr 2021 im gesamten Wirtschaftsbereich angesiedelt. Damit ist die Unternehmensanzahl im Vergleich zum Jahr 2020 um 0,4% zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Beschäftigtenzahl im Wirtschaftsbereich um 1,1% auf insgesamt 541.000 Beschäftigte im Jahr 2021 gestiegen.

Auch in den (meisten) europäischen Märkten entwickelten sich Neubau und Bestandsmaßnahmen positiv und führten zu einer starken Nachfrage in der Haus- und Gebäudetechnik. Der Auslandsumsatz lag 2021 bei 11,9 Mrd. Euro. Nach den Nachfragerückgängen in vielen europäischen Märkten im Jahr 2020 ist der Anteil des Auslandsumsatzes damit wieder gestiegen.

Die schlechte Verfügbarkeit von Rohstoffen und Materialien belastete die Branche bereits 2021. Hohe Auslastung und begrenzte Verarbeiterkapazitäten in Deutschland mussten zudem bewältigt werden.

Ausblick 2022

Für das laufende Jahr 2022 weist die Prognose eine anhaltende Hochkonjunktur im Bereich der Sanierung von Bestandsgebäuden aus. Auch der Neubau wird sich gemäß Prognose positiv entwickeln und zu einer steigenden Nachfrage im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik führen. Dabei wird der Bereich der Bestandsgebäude von energetischen Sanierungen und den Themen Wohnbad und barrierefreies Bad profitieren. Im Neubau wird die Nachfrage nach digitalen und anspruchsvollen technischen Systemen in den Bereichen Heizung, Lüftung oder Wasser- bzw. Energiemanagement für weiteres Wachstum sorgen.

Während aktuell vielfach das Thema Energieeffizienz im Vordergrund steht, werden perspektivisch andere Facetten von Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen. Die Zuliefererindustrie wird sich verstärkt mit Themen wie dem Ressourceneinsatz in der Produktion oder Recyclingquoten der Rohstoffe und Komponenten auseinandersetzen.

Branchendatenberichte

Die Branchendaten Haus- und Gebäudetechnik bilden die aktuellen Entwicklungen der Bereiche Sanitär, Heizung, Lüftung und Klima ab. Die Erhebung erfolgt im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie (VdZ), der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), des DDeutschen Großhandelsverbands Haustechnik (DG Haustechnik), des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und der ISH sowie unter Mitarbeit des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlangenbau (VDMA). Die Branchendaten werden seit dem Jahr 2020 von der B+L Marktdaten GmbH erhoben.

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