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Geberit Planerforum 2010: Vorträge zu Zeta-Werten downloadbar

  • Keine wesentlichen Änderungen in der Planungspraxis von Trinkwasseranlagen

(5.4.2010) Das Geberit Planerforum "Sicher dabei" widmete sich 2010 dem derzeit in der SHK-Branche und Planerkreisen heiß diskutierten Thema der Zeta-Werte (Druckverlustbeiwerte ζ, eine Variante des Widerstandsbeiwertes aus der Strömungslehre). Der große Zulauf zu den neun Veranstaltungen in allen Teilen Deutschlands unterstreicht die Brisanz des Themas. Bereits drei Wochen vor dem Start der Veranstaltungsreihe, waren alle Termine restlos ausgebucht. Mehr als 2.000 Planer haben sich über das Thema informiert und mit den renommierten Fachreferenten ausgetauscht.


Reale Simulation des Einflusses des Zetawertes auf den Druckverlust in einer Trinkwasserinstallation (Bild vergrößern)

Die Beiträge der referierenden Professoren der Fachhochschule Münster, Fachbereich Energie - Gebäude - Umwelt erwiesen sich als Hauptmagnet der Veranstaltungsreihe. Sie trugen die zentralen Inhalte des sanitärtechnischen Symposiums der Fachhochschule Münster ("Steinfurter Symposium") in die Breite und machten sie Planern und Fachleuten in ganz Deutschland zugänglich. Im Zentrum der Beiträge stand die Diskussion um die Neufassung der DIN 1833-300, die unter den Planern und Praktikern in der Sanitärtechnik in vollem Gange ist. Insbesondere die Bedeutung der Zeta-Werte zur Berechnung von Druckverlusten in Rohrleitungskomponenten hat zu Verunsicherungen geführt. Zumal die Beiträge und die anschließenden Diskussionen zeigten, dass diese Werte keinen signifikanten Einfluss auf die Druckverluste und auf die Hygiene von Trinkwasserinstallationen haben.

Statische Zeta-Werte in der Praxis kaum brauchbar

Prof. Dr.-Ing. Bernhard Mundus, Lehrgebiet Energietechnik, legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die Planung und Berechnung von Einzelwiderständen im Trinkwassersystem. Er zeigte auf, dass sich mit den derzeit publizierten Werten nach der Methode des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) die Realität nicht abbilden lässt. Nach seinen Erkenntnissen kommt man mit dynamischen Zeta-Werten als Funktion der Volumenstromaufteilung der Realität näher. Statische Zeta-Werte hingegen sind laut Prof. Mundus unbrauchbar bei Formteilen, die Volumenströme aufteilen oder vereinigen.

Zeta-Wert nur eine von vielen Einflussgrößen

Prof. Dipl.-Ing Bernd Rickmann, Lehrgebiet computergestützte Planung, beschäftigte sich mit Möglichkeiten neuer Verteilungskonzepte für die Trinkwasserinstallation. Auch in den Ausführungen von Prof. Rickmann spielten die Zeta-Werte nur eine untergeordnete Rolle. Er hält die derzeitige Diskussion um ihre Bedeutung schlicht für unsinnig. Denn der Druckverlust durch Einzelwiderstände betrage in Relation zu anderen Einflussgrößen wie Wasserzähler, Absperrarmaturen, Apparate, Rohrreibung, Mindestfließdruck von Armaturen und geodätischer Höhe gerade mal rund 10 Prozent, so Prof. Rickmann. Letztlich gehe es darum, Druckverluste intelligent in einer Trinkwasserinstallation zu verteilen statt eine Einflussgröße überzubewerten.


Der Zetawert ist mit einem Anteil von ca. 10% nur einer von vielen Faktoren, die einen Druckverlust in einer Trinkwasserinstallation verursachen. (Bild vergrößern)

Berechnete und gemessene Werte klaffen eklatant auseinander

Anhand eines realistischen Mess-Aufbaus zeigte Jürgen Dewald, Vertriebsleiter Technik der Firma Geberit, wie stark Druckverlustberechnungen mit theoretischen Zeta-Werten von real gemessenen Werten abweichen können. Die Unterschiede zwischen berechneter und tatsächlich gemessener Druckabweichung betrugen in Probemessungen am Exponat deutlich über 40 Prozent. Dewalds Schlussfolgerung: die derzeit publizierten Zeta-Werte sind messtechnisch nicht nachvollziehbar.

Aktuelle Planungspraxis bietet ausreichende Sicherheit

Die Referenten waren sich einig, dass der SVGW vorschnell ein Prüf- und Messverfahren entwickelt hat, das Unzulänglichkeiten aufweist. Ein neues Prüf- und Messverfahren in Deutschland steckt noch in der Entwicklung, so dass es bisher keine normativ verabschiedete Grundlage zum Umgang mit dem Thema der Einzelwiderstände gibt. In diesem Zusammenhang gingen die Baurechts-Fachanwälte Thomas Herrig und Dr. Rainer Koch auf das Spannungsfeld von Forderung nach einer herstellerneutralen Ausschreibung nach VOB/A und Planung und Ausschreibung mit herstellerspezifischen Daten ein. Sie wiesen darauf hin, dass die viel zitierte DIN 1988-300 noch nicht den Status einer allgemein anerkannten Regel der Technik und damit wenig Verbindlichkeit für die Planungspraxis hat.

Die Industrie bietet heute geeignete Produkte, die bei gesicherter Planung, fachgerechter Ausführung und bestimmungsgemäßem Betrieb die hydraulischen und hygienischen Anforderungen erfüllen können. Eine Notwendigkeit für grundlegende Veränderungen in der Planungspraxis von Trinkwasseranlagen sah keiner der Referenten.

Die Vorträge der Referenten stehen unter geberit.de/sicherdabei2010 zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen zur Planung von Trinkwasseranlagen können per E-Mail an Geberit angefordert werden.

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