Baulinks -> Redaktion  || < älter 2010/0977 jünger > >>|  

Branchenanalyse Solarthermie: Wohin steuert der deutsche Markt?


Markus A. W. Hoehner
 

(11.6.2010; Intersolar-Bericht) Im Auftrag der Intersolar Europe hat EuPD Research erstmals eine vollständige "Markt- und Branchenanalyse Solarthermie" durchgeführt. Der Bericht wurde von EuPD Research-Geschäftsführer Markus A. W. Hoehner auf der Intersolar Europe am 9. Juni 2010 in München im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Aufgrund einer qualifizierten Haushaltssperre wurden mit sofortiger Wirkung keine Investitionskostenzuschüsse für regenerative Heiztechnologien mehr gezahlt, meldete am 3. Mai das zuständige Bundesumweltministerium (siehe aktuell dazu auch Beitrag vom 8.7. "Fortsetzung des Marktanreizprogramms - nicht ohne Einschnitte"). Konkret bedeutet(e) die Haushaltssperre, dass für Solarkollektoren, Biomasseheizungen und Wärmepumpen ab diesem Zeitpunkt keine staatlichen Zuschüsse für 2010 mehr gewährt werden. Die letzten drastischen Einschnitte im Jahr 2007 lieferten bereits einen eindrücklichen Beweis dafür, wie stark Förderkürzungen den heimischen Absatzmarkt und damit die Entwicklung der gesamten deutschen Solarthermiebranche beeinflussen.

Anhand der ersten Ergebnisse der "Markt- und Branchenanalyse Solarthermie" prognostizieren die Experten im aktuellen Jahr eine rückläufige Entwicklung des deutschen Absatzmarktes. Deutsche Unternehmen werden dabei besonders empfindlich getroffen, da deren wichtigster Markt im Inland liegt. Wenngleich die kurzfristige Prognose auf Basis der Wiederaufnahme der Förderung des Marktanreizprogramms (MAP) in 2011 auf deutliche Zuwächse im Absatzmarkt hoffen lässt, wird erst 2012 wieder das Umsatz- und Beschäftigungsniveau des bisherigen Rekordjahres 2008 erreicht werden.

Große Herausforderungen für deutsche Unternehmen

Die Auswirkungen auf die deutsche Branche werden als erheblich eingeschätzt. Künftig wird sie sich in einer verschärften Wettbewerbssituation wiederfinden, die viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellt, aber zugleich auch Chancen für deren weitere Entwicklung eröffnet. Experten sind sich einig, dass die heimischen Unternehmen, die zu den weltweiten Technologieführern zählen, die geänderten Rahmenbedingungen meistern werden - wie auch schon in der Vergangenheit bewiesen. Neue Absatzkanäle eröffnen sich dabei insbesondere im europäischen Ausland. Dies zeigt auch die verstärkte Orientierung deutscher Unternehmen auf das Auslandsgeschäft.

Zwischen 2000 und 2009 wurden insgesamt knapp 1 Mrd. Euro an Investitionszuschüssen für Solarthermie-Anlagen im Rahmen des MAP gewährt. Diese Zuschüsse lösten im gleichen Zeitraum ein kumuliertes Investitionsvolumen von 7,5 Mrd. Euro aus. (Bild vergrößern)

Wie sich die Solarthermiebranche in Deutschland künftig entwickeln wird und welche Ländermärkte an Bedeutung gewinnen, erläutert die "Markt- und Branchenanalyse Solarthermie". Bislang galt Deutschland mit zuletzt 1,55 Mio. Quadratmetern installierter Kollektorfläche in 2009 europaweit als größter und stabilster Wachstumsmarkt der Branche. Die aktuelle politische Entwicklung dürfte diesem Wachstum allerdings einen vorübergehenden Dämpfer verpassen, so Experten.

Die Hintergründe: "Markt- und Branchenanalyse Solarthermie 2010"

Basis der Untersuchung bildet eine Befragung im Sinne einer Vollerhebung unter Herstellern und Großhändlern mit Sitz in Deutschland sowie Vertretern des deutschen Handwerks. Ziele dieser Erhebungen sind eine detaillierte Abbildung der deutschen Solarthermiebranche, ihrer industriepolitischen Bedeutung und der mittelfristigen Perspektiven. Daneben werden die Auswirkungen der politischen Rahmenbedingungen auf die weitere Marktentwicklung aufgezeigt. Ergänzt wird die Untersuchung durch eine Analyse des heimischen Absatzmarktes sowie einer umfassenden Darstellung der vielversprechendsten europäischen Auslandsmärkte.

Fragen zur Branchenanalyse können per E-Mail an Martin Ammon, Projektleiter, EuPD Research gestellt werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

ausgewählte weitere Meldungen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2019 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE