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Immer weniger Kohle für die Stromerzeugung

(1.1.2019) Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stieg der Anteil der regenerativen Energien am Erzeugungsmix 2018 auf insgesamt 35% (2017: 33%). Der Anteil des in Stein- und Braunkohlekraftwerken erzeugten Stroms hingegen sank auf 35% (2017: 37%). Damit ziehen die Erneuerbaren mit der Kohleverstromung gleich und wechseln mit Blick auf den weiteren regenerativen Zubau auf die Überholspur. Der Einsatz von Erdgas entspricht dem Vorjahreswert: Knapp 13% des erzeugten Stroms stammt aus Gaskraftwerken (2017: 13%). Kernenergie steuerte nahezu unverändert knapp 12% bei, sonstige Anlagen (u.a. Pumpspeicher- und Heizölkraftwerke) wie im Vorjahr 5%.

Wwie in den Vorjahren führte der Rückgang der konventionellen Erzeugung auch 2018 zu sinkenden Treibhausgas-Emissionen: So sank der Ausstoß von CO₂ gegenüber dem Vorjahr um ca. 11 Mio. t. „Damit bleibt die Energiewirtschaft auf dem Zielpfad einer Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 - im Gegensatz zu anderen Sektoren“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, im Dezember 2018 in Berlin. „Die beschleunigte Verlagerung der Stromerzeugung aus CO₂-intensiven hin zu CO₂-armen und nahezu CO₂-freien Energieträgern ist in vollem Gang. Die Energiewirtschaft ist mit Blick auf die Energie- und Klimaziele eindeutig auf Kurs.“

Mit Sorge blickt Herr Kapferer auf die von der Bundesregierung veranlasste Verschiebung des Endberichts der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“. Die Verschiebung dürfe nicht dazu führen, dass die Kommission und ihre Arbeit bis zum neuen Abschlussdatum Anfang Februar 2019 in Frage gestellt und zerredet wird: „Mit diesem Gremium besteht die vermutlich einmalige Chance auf einen breiten energiepolitischen Konsens mit Blick auf Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sowie der Vermeidung von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen. Im energiewirtschaftlichen Bereich der Kommission waren wir auf einem guten Weg in Richtung eines tragfähigen Kompromisses. Das darf nicht leichtfertig verspielt werden.“

Der Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung forderte zudem mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau: „Wir brauchen zügig Sonderausschreibungen für Wind offshore - hier wird bisher Potenzial verschenkt. Zudem brauchen wir Planungs- und Investitionssicherheit für Wind Onshore-Projekte. Darüber hinaus muss die Förderung der Akzeptanz für Windkraftprojekte und des dringend notwendigen Netzausbaus ganz oben auf der energiepolitischen Agenda stehen.“

Forderungen: CO₂-Bepreisung, Senkung der Stromsteuer und Abschreibung für energetische Gebäudesanierungen

Herr Kapferer sprach sich zudem erneut für eine CO₂-Bepreisung in den Sektoren aus, die nicht dem europäischen Emissionshandel unterliegen: „Es ist höchste Zeit, dem CO₂-Ausstoß auch in den Sektoren Verkehr und Wärme einen Preis zu geben.“

Außerdem sollte laut BDEW die Stromsteuer gesenkt werden, damit regenerativ erzeugter Strom attraktiver für den Mobilitäts- und Wärmesektor werde.

„Und wir brauchen endlich eine steuerliche Abschreibung für energetische Gebäudesanierungen eingeführt werden, um das gewaltige CO₂-Einsparpotenzial im Wärmemarkt zu heben,“ mahnte Stefan Kapferer abschließend.

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