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Restauration eines alten Kirchenportals aus Grünsandstein mit Hilfe von Stahlbeton-Fertigteilen

(10.6.2020) Der Soester Stahlbeton-Spezialist Lehde unterstützt mit Spezialanfertigungen den heimischen Steinmetz Markus Madeia bei der Wiederherstellung eines Grünsandstein-Kirchenportals aus dem 17. Jahrhundert. Der Restaurator, der sich weit über die Grenzen Soests hinaus in den vergangenen 18 Jahren als Spezialist für handwerkliche Denkmalpflege einen Namen gemacht hat, arbeitet in seiner Werkstatt in Berlingsen an der Wiederherstellung des Portals der historischen Klosterkirche zu Attendorn.

Portal Franziskanerkloster Attendorn
Bildausschnitt
    

„Angesprochen wurde ich von Landschaftsarchitekt Klaus Schulze, der in Attendorn ein Stadtplanungsprojekt betreut. Daraufhin haben wir uns an der entsprechenden Ausschreibung beteiligt und den Auftrag gewonnen“, berichtet Herr Madeia. Herr Schulze war im wahrsten Wortsinne über das Kirchenportal gestolpert. Es lag nämlich flach, in Stücken, vor dem Rathaus in Attendorn. Dort soll es nach der Restaurierung auch wieder seinen Platz finden - dann jedoch aufrechtstehend (siehe auch Bild in einem lokalplus.nrw-Artikel).

Bis es soweit ist, müssen Steinmetz Madeia und seine fünf Gesellen die vorhandenen Grünsandsteinelemente mit neuen Elementen verbinden und die Übergänge herstellen. Stahlbetonteile von Lehde sollen dabei das Rückgrat bilden. „Wir kämpfen ja um jeden Stein. Wir wollen, dass das Alter der Steine sichtbar bleibt. Deshalb machen wir keine quietschneue Disneyland-Version von dem Kirchenportal, sondern wir gehen behutsam mit dem alten und dem neuen Material um.“ Im Ergebnis werden alte Steinfragmente mit neuen Steinen fast unsichtbar verbunden, wobei die Linien und Reliefs in den neuen Teilen von den Steinmetzen fortgeführt werden. Dort wo Nahtstellen sind, kommt Antragemörtel zum Einsatz, so dass die Ergänzungen kaum mehr wahrnehmbar sind. Im Innern werden alte und neue Komponenten mit Epoxidharz und speziellen Steckdübeln verbunden. Von außen sieht man nichts.

An die Stellen im alten Mauerwerk, wo ganze Steine komplett fehlen, werden neue eingesetzt. Dabei bleiben diese neuen Steine weitgehend unbearbeitet. „Es soll erkennbar bleiben, dass die neuen Steine aus dem 21. Jahrhundert sind und nicht aus dem 17. Jahrhundert.“

Auf der Rückseite soll die tragende Stahlbetonkonstruktion offen zu sehen sein. Wie eine Art Türrahmen mit Pfosten und oberem Querbalken bieten sie den Grünsandsteinen eine Halterung und werden mit anbetonierten Standfüßen in den Boden eingelassen. Die Teile sind 70 cm breit, 30 cm tief und bis zu 4 Meter hoch.

„Für uns keine große Sache“, meint dazu Lehde-Geschäftsführer Johannes Lehde. „Aber wir können damit zeigen, was man mit Beton alles machen kann. Und wenn es die Stabilisierung eines Kirchenportals ist.“

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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