Baulinks -> Redaktion  || < älter 2018/1681 jünger > >>|  

Zugspitze als Wandbild aus Sichtbeton

(31.10.2018) Am Flughafen München wurde die Kapazität des Hilton Munich Airport Hotels (siehe Google-Maps) durch Umbau und Erweiterung um mehr als das Dreifache erhöht. Wer hier Konferenzen besucht, hat meist keine Zeit für Sightseeing. Architektin Claudia Schmitt-Rider von Gumpp Heigl Schmitt Architekten aus München wollte den Tagungsteilnehmern gleichwohl die Besonderheit der Region nicht vorenthalten und den neuen Räumen einen eigenen und originellen Ausdruck verleihen. Sie führte dazu mit blau-weißer Farbgestaltung, Holzböden und sichtbarem Beton das neue Designkonzept des umgebauten Hotels bis in den Konferenzbereich weiter und stellt schon im Eingangsbereich einen Bezug zur bayrischen Landschaft her: Über dem eindrucksvollen Empfangstresen, dessen glatte weiße Oberfläche einer alpinen Gletscherzunge ähnelt, hängt nun ein Naturgemälde der besonderen Art. Das zweieinhalb auf sechs Meter große Betonbild zeigt das Wettersteingebirge mit der Zugspitze - ausgehend vom Alpsee im Ostallgäu:

Fotos © HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs 

Die Wandskulptur mit ihrem klassischen Motiv drückt sowohl Modernität als auch Verbundenheit mit dem Standort aus. Der Bezug zum Landschaftsraum hat dabei nichts Heimeliges mehr; stattdessen bewirkt das Motiv, das jeder kennt, durch den veränderten Blick darauf eine völlig neue Wahrnehmung.

Kunst aus Beton

Realisiert wurde das Betonfoto vom Betonfertigteilwerk Bachl in Zusammenarbeit mit dem Matrizenhersteller Reckli. Mit individuell gefertigten Matrizen, die beim Guss unterschiedlich breite Reliefstufen erzeugten, sind mehrere Elemente produziert und direkt am späteren Einbauort bemustert worden. „Das fünf Tonnen schwere Kunstobjekt fertigten wir wegen der besseren Transportmöglichkeit und Beweglichkeit beim Einbau in drei Teilen“, schildert Wolfgang Paul, Geschäftsbereichsleiter Betonwerke von Bachl, den Entstehungsprozess. Für das Unikat wollte die Architektin die natürliche, zementgraue Anmutung des Betons. „Wir haben die Elemente in Sichtbetonqualität mit Zement CEM 52,5 R aus dem Lieferwerk Burglengenfeld von HeidelbergCement produziert“, so Paul.

Im Hotel wurden die schweren Wandelemente von einer Spedition, die auf Kunsttransporte spezialisiert ist, mit einem Spiderkran auf Rollen versetzt. Die drei Betonelemente wurden mit fünf Millimeter breiten Fugen flächenbündig in die umgebende Wand eingelassen, nicht sichtbar auf einer Stahlkonstruktion befestigt.

„Bauherr und Architekten waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erinnert sich der Geschäftsbereichsleiter, für den die Fertigung der künstlerischen Wandskulptur nachvollziehbarerweise einen anderen Stellenwert hatte als das Gießen einer Bodenplatte. Kalkuliert wurde dann auch nach Aufwand.

Der künstlerische Ausdruck des Bergmassivs in Beton ist dem gestalterischen Vorstellungsvermögen der Architektin zu verdanken. Den faszinierenden Eindruck, den das Werk hinterlässt, kann jeder Einzelne für sich bewahren - ganz traditionell im Kopf oder, gemäß dem Zeitgeist, digital mit dem Smartphone.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

Impressum | Datenschutz © 1997-2018 ARCHmatic - Alfons Oebbeke (Google+, XING, linkedin)
ANZEIGE