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Wasserdichtes PU-Aufdach-Dämmsystem für ein Betondach, das die Regeldachneigung unterschreitet

(30.9.2020) Unweit vom Anleger des Fährterminals in Konstanz residieren drei „Hafenvillen“ mit 20 Eigentumswohnungen. Auf engem Raum errichtet - aber mit Blick auf den Bodensee und die Alpen - waren an die Gebäude hohe Anforderungen hinsichtlich des Brand-, Wärme- und Schallschutzes gestellt. Darum wurde u.a. entschieden, die Dächer - wie die gesamte Gebäudekonstruktion - massiv auszuführen und mit dem Aufdach-Dämmsystem „puren Unterdach“ zu dämmen.

Foto © Bauprojekta 

Die drei Gebäude stehen auf einem gemeinsam genutzten Tiefgaragen-Untergeschoss, in dem sich neben 22 Stellplätzen auch die Technikräume befinden. Aus dem Keller heraus führen drei Aufzüge in die barrierefrei konzipierten Häuser. Die Wände und Decken der fünf- und sechseckigen Gebäude bestehen komplett aus Beton. Und so machte es bei den ungewöhnlichen Grundrissen dann auch Sinn, die Dächer ebenfalls als massive Betonscheiben auszuführen.

Wasserdichtes Aufdach-Dämmsystem:

Die zwischen 5° und 25° geneigten Dächer wurden mit Blechscharen und Betondachsteinen eingedeckt. Um das Unterschreiten der Regeldachneigung auszugleichen, musste der gesamte Unterbau der Dachdeckung wasserdicht ausgeführt werden - weshalb sich die Protagonisten für das Steildachdämmsystem „puren Unterdach“ entschieden.

dieses und alle weiteren Fotos © Puren 

Die Dämmelemente mit umlaufendem Nut-Feder-System sind beidseitig mit Aluminium beschichtet. Oberseitig ist außerdem eine monolithische, diffusionsoffene Unterdachbahn aufkaschiert. Sie kann kalt und warm verklebt werden und ist damit die Basis für eine wasserdichte Ausführung des Unterdaches.

Für die Grundabdichtung des Betondaches verwendeten die Dachdecker eine Bitumen-Dampf­sperr­bahn vom Typ V60 S4 AL und stellten dank der Alueinlage dieser Bahn eine dampfdichte Unterdeckung her. Zuvor wurde der Beton - ähnlich wie bei einer Flachdach-Konstruktion - mit einem Bitumenanstrich vorbehandelt.

Die Ortgänge und Traufen wurden mit einer 4,2 cm dicken Mehrschichtplatte und zusätzlich mit einer Lage PU-Dämmung ertüchtigt. Des Weiteren wurden hier Schubhölzer mit Schwerlastankern montiert und eine Rinne mit PU-Hartschaumplatten ausgebildet:

Die PU-Aufsparrendämmung wurde dann gegen diese Konstruktion gearbeitet und mit PUR-Kleber aufgeklebt. Die nur 12 cm dicke PU-Dämmung konnte dazu mit elektrischen Sägen ebenso wie mit einem Fuchsschwanz sauber auf Maß geschnitten werden.

Auf diese gedämmte, wasserdichte Fläche wurden anschließend 4 x 6 cm große Konterlatten geschraubt. Die Schrauben wurden senkrecht durch die Konterlatten und die Dämmung bis in den Beton hineingebohrt und dort mit Dübeln fixiert. Abschließend folgte die Abdeckung aller Konterlatten mit einem kalt und warm verschweißbaren Anschlussstreifen. Erst die Dachlatten für die Betondachsteine sind wieder „normale“ Produkte, die auch bei Dachkonstruktionen aus Holz zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen zum wasserdichten Unterdach können per E-Mail an Puren angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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