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DGNB startet Zertifizierungssystem für nachhaltige Innenräume


  

(8.1.2017) Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat eine neue Variante ihres Zertifizierungssystems für nachhaltig ausgebaute und eingerichtete Innenräume entwickelt. Es ...

  • nimmt das Wohlbefinden der Gebäudenutzer in den Fokus,
  • belohnt Angebote für die Mitarbeiter und
  • betrachtet die neu eingebrachten Baustoffe sowie die Möblierung der Räume.

Das System soll in erster Linie als Planungswerkzeug genutzt werden und richtet sich an Innenarchitekten, Nutzer von Büro- und Handelsflächen sowie Bauherren von Gebäuden mit einem hohen Ausstattungsgrad. Das neue System lässt sich ...

  • kombinieren mit den DGNB-Zertifizierungssystemen für Neubauten und Bestandsgebäude und
  • auch anwenden bei Innenräumen in nicht-zertifizierten Gebäuden.

Wir verbringen bis zu 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Aus diesem Grund spielt ihre bauliche und architektonische Qualität eine nicht unerhebliche Rolle, wenn es um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Nutzer geht. Die neu entwickelte Variante des DGNB Zertifizierungssystems für Innenräume setzt hier an, indem es verschiedene auf den Menschen bezogene Kriterien wie die Innenraumluftqualität beleuchtet. Betrachtet wird hierbei zum Beispiel die Lüftungsrate oder die relative Luftfeuchte. Auch Maßnahmen zur Steigerung des visuellen Komforts, etwa zur Blendfreiheit bei Tageslicht sowie eine hohe Kunstlichtqualität, werden angesprochen. Belohnt werden zudem eine bewegungsfördernde Arbeitsplatzgestaltung und eine zukunftsorientierte Gestaltung des Innenraumes, die die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigt.

Das Zertifizierungssystem, das zunächst für Flächen in Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie für Shopping Center und andere Handelsflächen verfügbar sein wird, soll nicht nur als Wegweiser zu gesundheitsbewussteren Innenausbauten verstanden werden. Im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit will es auch Impulse für umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Innenräume setzen. So wird beispielsweise im Kriterium „Energieeffizienz und Klimaschutz“ die Verwendung von Ökostrom sowie die Klimaneutralität des Ausbaus positiv bewertet.

Der DGNB Philosophie folgend fußt auch das neue System für Innenräume auf einer lebenszyklusorientierten Betrachtung, indem es die über die Planungs- und Bauzeit hinaus anfallenden Kosten vorausschauend mitbetrachtet und konsequent die Wiederverwendung von Produkten belohnt. Damit setzt die DGNB ein klares Zeichen für einen bewussten Umgang mit den eingesetzten Ressourcen. Erstmals im Rahmen einer DGNB Zertifizierung berücksichtigt wird die gezielte Auswahl der Möbel unter Nachhaltigkeitsaspekten. So wirken sich ergonomische, nachweislich schadstoffarme Möbel mit geringen Umweltwirkungen und einer langen Nutzungsdauer positiv auf das Zertifizierungsergebnis aus.

Im Zertifizierungssystem für Innenräume werden nur die beeinflussbaren Aspekte der Nachhaltigkeit adressiert. Mit 16 Kriterien bei Büro- und Verwaltungsgebäuden bzw. 13 Kriterien bei Handelsbauten ist der Umfang der Zertifizierung entsprechend gering. Auch die Nachweisführung ist reduziert gehalten. Darüber hinaus gibt es auch hier die Möglichkeit einer Mehrfachzertifizierung von nahezu baugleichen Innenausbauten an verschiedenen Standorten.

Im Rahmen einer Erstanwendungsphase wird das System bis Juni 2017 an diversen Projekten erprobt. Die pro Projekt anfallenden Zertifizierungsgebühren variieren je nach Nutzungstyp und sind gestaffelt nach deren Grundfläche. Für Projekte mit einer Fläche von bis zu 2.500 m² fallen für DGNB-Mitglieder z.B. Kosten in Höhe von 2.000 Euro an, Nicht-Mitglieder zahlen 3.000 Euro (alle Preise zzgl. gesetzl. MwSt.). Für Projekte, die an der Erstanwendungsphase teilnehmen, reduzieren sich die Kosten um 20%.

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