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Leitfaden „Nachhaltig bauen - für die Zukunft planen“ neu vom VPB

Titelbild: Leitfaden „Nachhaltig bauen - für die Zukunft planen“
  

(6.10.2014) Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist populär und wird heute für vieles verwendet, was mit Nachhaltigkeit wenig zu tun hat - was wiederum nachhaltig mies ist. „Bei vielen Schlüsselfertiganbietern beschränkt sich die ‚Nachhaltigkeit‘ beispielsweise nur auf die Konzeption als Plusenergiehaus und die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen“, gibt Reimund Stewen, Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB) zu bedenken und betont: „Das allein macht aber noch kein nachhaltiges Gebäude aus.“

Was ist „nachhaltig“?

Mit seinem neuen Leitfaden „Nachhaltig bauen - für die Zukunft planen“ will der VPB angehende Bauherren bei der Konzeption einer zukunfts­fähigen Wohnimmobilie unterstützen. Sachverständiger Reimund Stewen, der sich seit Jahrzehnten mit ökologischem und nachhaltigem Bauen beschäftigt, erklärt die Proble­matik: „Nachhaltigkeit lässt sich nicht auf die Auswahl von Baustoffen und Energie­trägern reduzieren. Dazu gehört immer auch die Betrachtung des sozialen Umfeldes. Das Plusenergiehaus am Waldrand beispielsweise ist in der Regel alles andere als nachhaltig“, kritisiert der Experte, „denn wer weit außerhalb baut, der muss nicht nur alle Baustoffe über weite Strecken transportieren, sondern er muss in der Regel sein Leben lang mit dem Auto zwischen Heim, Arbeit und Stadt pendeln. Was er an Energie beim Heizen spart, das und viel mehr verbraucht er dann auf seinen Wegen. Das Plusenergiehaus im Grünen kann damit das Gegenteil eines nachhaltigen Hauses sein.“

Der neue VPB-Leitfaden klärt deshalb gleich am Anfang die Problematik, ob neu bau­en immer sinnvoll ist - und falls ja, wie und wo ein nachhaltiges Haus geplant werden sollte. „Die Planung ist der entscheidende Punkt“, erläutert Experte Stewen. „Hier kann und muss der Bauherr im Vorfeld selbst viel recherchieren und entscheiden.“ Der Leitfaden gibt ihm dazu mit einigen Checklisten wirksame Kriterien an die Hand:

  • Material und Haustechnik etwa müssen energieeffizient sein, klimaneutral, schadstoff- und barrierefrei.
  • Beim Bauprozess selbst spielen Transportwege und Herstellungsverfahren eine zentrale Rolle: Muss zum Beispiel ein Keller mit Maschinenkraft in Fels getrieben werden, dann kostet das unnötig Energie, Zeit und Geld.
  • Auch ein wasserdichter Betonkeller verbraucht beim Bau viel Energie und ist später nur aufwändig zu recyceln. „Nachhaltiger wäre bei problematischen Bö­den also der Verzicht auf einen Keller“, resümiert Bausachverständiger Stewen.

Wer den Lebenszyklus eines Hauses über 50 Jahre projektiert, der muss dabei auch an die Instandhaltung denken und an den Betrieb des Hauses. Nicht nur Strom wird immer teurer, auch Wasser und Abwasser steigen vor allem in strukturschwachen Ge­bieten im Preis. Wer Regenwasser nutzt oder Waschwasser für die Toilettenspülung wiederverwendet, der kann hier einiges sparen und umweltfreundlich wirtschaften. Vorausgesetzt natürlich, die Systeme sind von Beginn an geplant und ins Haus inte­griert.

Vom Ende her denken!

„Wer nachhaltig baut, der denkt vom Ende her. Er stellt sich das Gebäude sozusagen als Zwischenlager für Baustoffe vor, die später wieder für etwas anderes verwendet werden können“, erklärt Reimund Stewen. „Das wirklich nachhaltige Haus lässt sich nämlich zum Schluss wieder komplett in seine sortenreinen Bestandteile zerlegen und in den natürlichen Kreislauf integrieren. Mit den heute üblichen Verbundbaustoffen funktioniert das nicht. Bauherren müssen also genau prüfen, was sich hinter den An­geboten ‚nachhaltiger‘ Häuser tatsächlich verbirgt.“ Dabei helfen der neue VPB-Leit­faden „Nachhaltig bauen – für die Zukunft planen“ und die firmen- und produktneu­trale Beratung beim unabhängigen Sachverständigen.

Der VPB-Leitfaden „Nachhaltig bauen - für die Zukunft planen“ ist über den VPB-Shop unter sicher.vpb.de/shop.php erhältlich und kostet fünf Euro plus Versand (drei Euro für VPB-Mitglieder).

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