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„Stein ist grün und günstiger als Holz“ - DGfM trommelt mit 3 Studien fürs Mauerwerk

(26.1.2017; BAU-Bericht) Im Fernduell mit der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) und dem Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH), die beim 4. Branchentreffen mal wieder das „Ende der Steinzeit“ ausgerufen haben  (siehe Nachbarbeitrag), präsentierte die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) während der BAU drei Studien, die sich ganz unmissverständlich für das Bauen mit Mauersteinen aussprechen. So kommt beispielsweise Dr. Sebastian Pohl vom LCEE-Beratungsinstitut (Life Cycle Engineering Experts), einem Spin-off der TU Darmstadt, bei seinem Nachhaltigkeits-Check zu dem Schluss, dass „Häuser aus Mauerwerk längerfristig je nach Wirkungsindikator sogar eine bessere Öko-Bilanz als Holzhäuser haben“ - siehe PDF-Download.

„Holz eine ökologische Gefahr“

Dr. Pohl sieht zudem beim aktuellen Verbrauchsniveau von Holz in allen Anwendungsbereichen der Energie-, Möbel-, Papier- und Bauindustrie eine „ökologische Gefahr“. Der Wissenschaftler warnt vor einem „Raubbau am Forst“: „Die Situation bei den für Baukonstruktionen entscheidenden Nadelhölzern - insbesondere bei der Fichte - ist problematisch. Die Bundeswaldinventur hat ergeben, dass der Verbrauch hier um 15 Prozent über der natürlichen Nachwachsrate liegt.“ Zudem sei Deutschland schon heute auf enorme Nadelholz-Importe angewiesen - insbesondere für die Bauwirtschaft. Ein Großteil davon komme aus Tschechien und Polen. Pohls Fazit: „Das Holzhaus klingt ökologisch. Aber genauso grün wie Holz und dazu noch günstiger ist ein aus Stein gebautes Haus.“

„Massivhäuser mehr als 4% günstiger als Holzhäuser“

Einen weiteren Vorteil vom Mauerwerk bestätigt ein aktueller Baukosten-Check: Wissenschaftler haben dabei ermittelt, dass der Neubau von Einfamilienhäusern aus Stein durchschnittlich um mehr als 4 Prozent günstiger sei als die Holz-Variante. Noch deutlicher werde der Preisvorteil beim Mehrfamilienhaus: Hier liegen die Neubaukosten beim Mauerwerk um bis zu 6% unter denen eines Holzhauses - zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen aus Kiel.

Als Wohnungsbauinstitut, das im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein und der Bauforschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland arbeitet, verfügt die ARGE laut eigenen Angaben über die „profundesten Real-Baudaten“, die bundesweit zu bekommen seien.

Die Zahlen, die die ARGE auf der BAU präsentierte, sind bemerkenswert: Ein Quadratmeter Wohnfläche im Mehrfamilienhaus kostet demnach durchschnittlich ...

  • 1.414 Euro, wenn das Gebäude mit Mauerwerk - und hier insbesondere mit den vier wichtigen Steinarten Porenbeton, Ziegel, Kalksandstein und Leichtbeton - gebaut werde bzw.
  • 1.481 Euro (+67 Euro), wenn auf die Holzbauweise  zurückgegriffen würde.

Für ARGE-Geschäftsführer Dietmar Walberg steht fest: „Der Wohnungsneubau mit Mauerwerk ist eine der wirtschaftlich günstigsten Varianten und zudem eine äußerst flexible Bauweise. Auch deshalb entscheiden sich Bauherren in Deutschland dafür, rund Dreiviertel aller Wohnhäuser massiv - also mit Mauerwerk - zu bauen.“ Anders als beim Holz sehe die ARGE beim Stein auch „langfristig eine sichere und ortsnahe Rohstoffversorgung“ gegeben - siehe PDF-Download.

„Mauerwerk auch bei steigender Energieeffizienz zukunftsfähig“

Das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) aus München stellte auf der BAU-Pressekonferenz der DGfM eine Studie vor, die die Wirtschaftlichkeit von Einfamilienhäusern im zukünftig von der EU geforderten Niedrigstenergie-Standard untersucht. Die Wissenschaftler kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Mauerwerkskonstruktionen auch bei steigender Energieeffizienz zukunftsfähig sind - siehe PDF-Download.

Alternative Haustechnik ein Stachel im Mauerwerk?

Die FIW-Studie nimmt auch die Energieeinsparverordnung (EnEV) ins Visier und kommt zu dem Schluss, dass jedes weitere Drehen an der EnEV-Spirale nur noch geringe Energie-Einspareffekte bringt. Bauherren seien dabei allerdings gezwungen, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen: Wärmepumpen, Solarthermie und Wärmerückgewinnung würden zwar die Energieeffizienz erhöhen. Deren Technik verursache jedoch unverhältnismäßig hohe Kosten. Dies wiederum sei Bauherren ohne eine intensive staatliche Förderung aber nicht zuzumuten.

Lieber doch Wohnungsbau fördern...

Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau forderte in München eine politische Wohnungsbau-Offensive von Bund und Ländern. Deutschland brauche dringend mehr Wohnungsbau. Vor allem in den Ballungsräumen fehlten bezahlbare Wohnungen. Die Zielmarke von 400.000 Neubauwohnungen sei im vergangenen Jahr erneut - um voraussichtlich rund 100.000 Wohnungen - verfehlt worden. „Dabei ist das Wohnen ein Grundbedürfnis der Menschen. In vielen Städten Deutschlands herrscht Wohnungsmangel. Und darin liegt sozialer Sprengstoff“, sagte der DGfM-Vorsitzende Dr. Hans Georg Leuck. Verantwortlich hierfür sei in erster Linie die fehlende Bereitschaft der Bundesregierung, den bezahlbaren Wohnungsneubau entschlossen zu fördern.

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