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DGfM fordert: „Wohn-Gipfel muss bis 2030 planen“

Dr. Ronald Rast
Dr. Ronald Rast
  

(18.9.2018) Die Hersteller von Mauersteinen können auf Basis ihrer Auftragslage naturgemäß eine zuverlässige Prognose zum Wohnungsbau in Deutschland abgeben - und sie schlagen Alarm, weil sie für das erste Halbjahr 2018 eine reine Nullrunde registrieren, also kein Plus beim Neubau von Wohnungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Auch für die zweite Jahreshälfte 2018 geht die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) von keiner deutlichen Steigerung aus. Diese Einschätzung ist sicher ein „Dämpfer“ für alle, die günstiger wohnen wollen. Doch die DGfM sollte es wissen, denn die Mauerwerks-Industrie liefert immer noch den wichtigsten Wandbaustoff: Drei von vier neu gebauten Wohnhäusern sind heute aus Stein - siehe u.a. Beitrag „Ziegel ist Marktführer bei den Wandbaustoffen für Wohngebäude“ vom 15.7.2018.

„Deutschland tritt beim Neubau von Wohnungen auf der Stelle - und das ein Jahr nach der Bundestagswahl und drei Tage vor dem Wohn-Gipfel im Kanzleramt. Hier tickt eine politische Zeitbombe. Denn steigende Mieten und Immobilienpreise sind längst zum sozialen Sprengstoff geworden“, stellt DGfM-Geschäftsführer Dr. Ronald Rast fest. Den Wohn-Gipfel-Akteuren blieben am Freitag genau zweieinhalb Stunden, um Lösungen für ein Defizit zu finden, das mit über einer Million fehlender Wohnungen gigantisch sei. „Nachdem 2018 von einer eigentlich erforderlichen Wohnungsbaudynamik nichts zu spüren ist, muss die GroKo ab 2019 schon rechnerisch die Marke von jährlich 400.000 Neubauwohnungen erreichen, um glaubwürdig zu bleiben. Der Nachholbedarf ist also enorm“, erinnert Ronald Rast, der auch Koordinator der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ ist. In der Aktion haben sich rund 30 Verbände und Organisationen der Architekten und Planer, der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammengeschlossen - siehe u.a. Beitrag „Weiterhin zu wenige Wohnungsbaugenehmigungen“ vom 16.7.2018.

Wohnungsbau ist keine Sprint- sondern eine Marathon-Disziplin

Es gibt eine „einfache Wahrheit, die auch für die Baubranche gilt“, so Rast. Nur wenn Bund, Länder und Kommunen diese berücksichtigten, könne der Weg aus der Wohnungskrise gelingen: Verlässlichkeit für alle durch Kontinuität in der staatlichen Förderung sei das A und O. „Der Wohnungsbau ist kein Sprinter. Er ist eine wirtschaftliche Marathon-Disziplin. Die Prozesskette Bau kann und wird ihre Kapazitäten nur dann weiter ausbauen, wenn sie die Gewissheit hat, dass zusätzliche Fachkräfte, Produktionsstraßen und Baumaschinen auch in fünf und zehn Jahren noch gebraucht werden“, macht Mauerwerks-Lobbyist Rast deutlich. Genau dieses Signal habe die GroKo bislang aber nicht gegeben. Mit einer Sonderabschreibung für die Dauer dieser Legislaturperiode oder einem zeitlich begrenzten Baukindergeld sei der notwendige Effekt - nämlich der nachhaltige Aufbau von Kapazitäten – nicht zu erreichen. „Politik muss aufhören, von Urnengang zu Urnengang zu denken und zu handeln. Notwendig sind verlässliche und wirksame Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau – und zwar für die Dauer von mindestens drei Legislaturperioden“, so DGfM-Geschäftsführer Ronald Rast. Der Wohn-Gipfel im Kanzleramt müsse daher bis 2030 planen - mindestens.

Forderung: Erhöhung der AfA von 2 auf 3%

Allen voran gelte dies für die lineare Abschreibung. Die dauerhafte Erhöhung der AfA von 2 auf 3 Prozent sei mit Blick auf die moderne Gebäudetechnik und deren Lebensdauer notwendig und längst überfällig.

Forderung: >80.000 neue Sozialmietwohnungen jährlich

Auch mehr sozialer Wohnungsbau sei dringend erforderlich: Mindestens 80.000 neue Sozialmietwohnungen müssten jährlich gebaut werden, um den permanenten Rückgang von Wohnungsbeständen mit Belegungsrechten zu stoppen. Hierfür müssten Bund und Länder bereit sein, deutlich mehr zu investieren: zusammen nämlich mindestens 6,4 Milliarden Euro pro Jahr.

Forderung: Riegel vor Baulandspekulationen

Ein kritischer Punkt, an dem sozialer und bezahlbarer Wohnungsbau scheitere, seien die Baulandpreise. Die „wirtschaftliche Schmerzgrenze“ liege hier nach neueren Untersuchungen bei 300 Euro/m². „Es wird höchste Zeit, Baulandspekulationen einen Riegel vorzuschieben. Gleichzeitig müssen sich aber auch der Bund, die Länder und die Kommunen bei eigenen Grundstücken vom Prinzip des maximalen Gewinns verabschieden“, forderte Ronald Rast. Hier müsse beispielsweise die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit gutem Beispiel vorangehen und verstärkt kostengünstiges Bauland für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen.

Empfehlung: Rentenpolitik mit Wohnungsbaupolitik kombinieren

Mit der Wohnungsbaupolitik lässt sich, so die DGfM, darüber hinaus Rentenpolitik machen: So verfügten Wohneigentümer über eine deutlich bessere Altersversorgung. „Die Einsparung bei der Kaltmiete liegt bei Wohneigentümern im Vergleich zu Miethaushalten - je nach Region und Wohnungsgröße - bei monatlich zwischen 500 und 700 Euro. Diese Zahlen rufen geradezu danach, dass sich der Bund viel stärker um die Förderung von Wohneigentum kümmert - und zwar deutlich über das Baukindergeld hinaus“, fordert Rast. Er bezeichnete es als fatal, wenn der Wohn-Gipfel im Kanzleramt am Ende wenig mehr als ein schärferes Mietrecht und beispielsweise ein höheres Wohngeld bringen würde. „Beides baut nämlich keine Wohnungen. Gegen den Wohnungsmangel hilft aber nur eins: bauen, bauen, bauen“, so Rast.

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