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Deutsche wollen neue Wohnungspolitik

28 Vorschläge des ZIA zur Beschleunigung bei Stadtentwicklung, Planung und Bau
  

(26.8.2018) In Deutschland wird mehrheitlich über ein zu geringes Wohnungsangebot geklagt und ein rigiderer Umgang mit fehlbelegten Wohnungen gefordert. Gewünscht wird eine adäquate staatliche Unterstützung für einkommensschwache Haushalte und den Wohnungsbau, und außerdem gelten bei vielen Deutschen neben dem geförderten Wohnungsbau Mietzuschüsse als sinnvolle Problemlösung - das sind einige Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von Civey im August 2018, die der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss in Auftrag gegeben hatte.

„Mehrere Politiker haben bezahlbaren Wohnraum als soziale Frage unserer Zeit bezeichnet. Das zeigt die hohe Relevanz dieses Themas. Viele Menschen haben Probleme, eine Wohnung in den angespannten Märkten zu finden. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf. Wir als Branche müssen bessere politische Rahmenbedingungen erhalten und brauchen weniger Regulierung und Ideologie, um schneller, effizienter und intelligenter bauen zu dürfen“, erklärte ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. „Die angespannte Stimmung erzeugt hitzige Diskussionen, die wir dringend führen müssen. Dennoch müssen wir auch auf sachlicher Ebene Lösungen finden“, konstatierte Mattner.

Jeder Siebte sucht eine neue Wohnung

Laut Umfrage befinden sich derzeit 14,7% der Befragten auf der Suche nach einem neuen Haus bzw. einer neuen Wohnung. Insbesondere in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen soll der Anteil an Wohnungssuchenden mit 30,5% besonders hoch sein. Außerdem sind „Arbeitslose / Nichterwerbspersonen“ vergleichsweise häufig auf der Suche (27,6%). „Daraus können wir bereits sehr gut die Zielgruppe von neuem Wohnraum ablesen, nämlich bezahlbare Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte sowie junge Familien und Berufseinsteiger“, erklärte Rolf Buch, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Wohnen. „Diese Zielgruppen sind es aber auch, die durch das mangelnde Angebot drohen, verdrängt zu werden. Aus diesem Grund setzen wir uns für eine lebendigere Grundstückspolitik der Kommunen, effizientere Prozesse und mehr Freiheiten in der Projektentwicklung ein. So können wir die Anzahl fertiggestellter Wohnungen in allen Regionen Deutschlands deutlich erhöhen“, meinte Buch.

Sozialer Wohnraum ist nicht das Allheilmittel - weitere Maßnahmen gewünscht

Mehrere Befragte betrachten die starke Alleinstellung der Objektförderung in Deutschland, also den sozialen Wohnungsbau, kritisch und befürworten dementsprechend weitere Maßnahmen. So hält jeder vierte Umfrageteilnehmer (25,2%) Mietzuschüsse, also Subjektförderung, für geeigneter. 11,6% wollen sowohl Objekt- als auch Subjektförderung. Jeder dritte Erwerbslose (34,8%) hält reine Subjektförderung für das bessere Instrument. „Diese Zielgruppe ist es, die durch den einseitigen Fokus der Politik auf sozialen Wohnraum nachhaltig beeinträchtigt wird. Bezahlbaren Wohnraum gibt es auch im freifinanzierten Wohnungsbau. Eine gezieltere Subjektförderung kann helfen, diesen Wohnraum für Transferleistungsempfänger zugänglich zu machen“, kommentierte Mattner.

Kritisch betrachten die Befragten auch das Thema Fehlbelegung. So würden 53,6% der Befragten eine Zusatzabgabe eines Mieters in einer Sozialwohnung fordern, wenn sich dessen Haushaltseinkommen etwa durch einen neuen Job entsprechend erhöht. 27,5% würden sogar das Mietverhältnis kündigen.

Befragte kritisieren zu geringes Wohnungsangebot und einseitige Unterstützung

Auf die Frage, worin sich die Mietpreisanstiege in den Großstädten begründen, nannten 86,9% ein zu geringes Wohnungsangebot. 80,3% der Befragten sehen auch die hohen Bau- und Grundstückskosten in der Verantwortung: „Das Bauen ist in den letzten Jahren konstant teurer geworden,“ erinnerte Mattner:

  • Die politischen Auflagen hätten sich erhöht,
  • die Grundstückspreise seien auf ein Allzeithoch geklettert, und
  • Kosten für Baustoffe und Gewerke würden konstant steigen.

Allerdings gebe es zahlreiche Instrumente, um die Kosten zu reduzieren, wie ...

  • die Konzeptvergabe von Grundstücken,
  • serielles länderübergreifendes Bauen und
  • digitales Planen.

„Diese Angebote werden aber aktuell von zu wenigen Kommunen genutzt. Hier findet sich ein erhebliches Potenzial", stellte Mattner fest. Zudem müsse die Politik laut Einschätzung der Befragten auch den privaten Wohnungssektor unterstützen: 51,9% der Befragten meinten, dass die Politik neben der öffentlichen auch die private Immobilienwirtschaft beim Bau von bezahlbarem Wohnraum unterstützen sollte. „Dafür braucht es nicht immer Subventionen, sondern vielmehr gleiche Möglichkeiten, etwa bei der Vergabe von Grundstücken und der Genehmigung von Planungen und Bauvorhaben“, betonte Mattner. Darüber hinaus seien viele Kommunen mit den aktuellen Herausforderungen aufgrund eines Personalabbaus in den letzten Jahren überlastet. „Wir müssen zwingend besser zusammenarbeiten.“

Der ZIA hat im Vorfeld des Wohnungsgipfels der Bundesregierung am 21. September mehrere Maßnahmen für Bund, Länder, Kommunen und Immobilienwirtschaft vorgeschlagen, um das Planen und Bauen in Deutschland zu beschleunigen - siehe „28 Vorschläge des ZIA zur Beschleunigung bei Stadtentwicklung, Planung und Bau.“ (PDF-Download)

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