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Europaweiter Wettbewerb liefert Konzepte zum schnellen, kostengünstigen Wohnungsbau

(4.6.2018) Die Ergebnisse des ersten europaweiten Ausschreibungsverfahrens für serielles und modulares Bauen stehen fest: Neun Bieter erhielten am 29. Mai den Zuschlag für ihre innovativen Wohnungsbaukonzepte, aus denen GdW-Mitgliedsunternehmen ab sofort auswählen können. Dazu hat der GdW als Initiator der Ausschreibung im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bundesbauministerium, dem Hauptverband der Bauindustrie und der Bundesarchitektenkammer eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Teil der Entwurfsvorgabe

Wohnungsunternehmen erhalten mit der Vereinbarung bundesweit die Möglichkeit, ihre Neubauprojekte schneller, einfacher, kostengünstiger und in hoher Qualität zu realisieren. Die Zeitersparnis ergibt sich insbesondere dadurch, dass ...

  • Teile der Ausschreibung und Vergabe sowie der Planung durch die Rahmenvereinbarung vorweggenommen werden und
  • kürzere Baustellenzeiten dank Vorfertigung erwartet werden können.
1/9 Entwurf: Lechner Immobilien Development GmbH

Aus den neun Angeboten des neuen Rahmenvertrags können Wohnungsunternehmen das für sie passende Modellgebäude auswählen, das anschließend in erster Linie nur noch an das vorhandene Grundstück angepasst werden muss.

Die Angebotspreise für die neun innovativen Modellgebäude liegen zwischen 2.000 und 3.200 Euro/m² Wohnfläche und damit unter den durchschnittlichen Herstellungskosten für Mehrfamilienhäuser in Deutschland. Die in der Vereinbarung festgeschriebenen Preise gelten für fünf Jahre. Skaleneffekte sind bei Mehrfachbeauftragung eines Modellgebäudes im Angebot enthalten. Weitere Kostenvorteile werden bei den seriellen und modularen Wohnungsbauprojekten zukünftig durch die weiter zunehmende Vorfertigung von Bauteilen erwartet.

2/9 Entwurf: AH Aktiv-Haus GmbH

Aus insgesamt rund 50 Bewerbern wurden 15 Teilnehmer ausgewählt, die ihre Angebote einreichen konnten. Geprüft und bewertet wurden die Konzepte durch ein eigens einberufenes Bewertungsgremium, das sich aus Vertretern der Bau- und Wohnungswirtschaft, des Forschungsbereichs sowie des Bundesbauministeriums zusammensetzte. Die endgültige Auswahl der neun Bieter erfolgte auf Grundlage der Ergebnisse des Bewertungsgremiums durch den Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW als Vergabestelle.

3/9 Entwurf: Max Bögl Modul AG

Zu den zentralen Anforderungen an die eingereichten Angebote gehörten beispielsweise ...

  • eine gestalterisch ansprechende Architektur,
  • städtebaulich variable Gebäude,
  • eine Minimierung von Verkehrsflächen,
  • ausreichende Belichtung für Wohnkomfort und Energieeffizienz,
  • kompakte und flächeneffiziente Wohnungsgrundrisse,
  • ein Drittel barrierefrei nutzbare Wohnungen,
  • energieeffiziente und nachhaltige Gebäudekonzepte sowie
  • ein hohes Maß an Standardisierung zugunsten von zeit- und kostensparendem Bauen.
4/9 Entwurf: Goldbeck Nordost GmbH

Kommentare von Protagonisten

Gunther Adler, Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat: „Ich bin überzeugt davon, dass mit diesem Ausschreibungsverfahren ein neues Kapitel der seriellen und modularen Bauweisen aufgeschlagen wurde.“

5/9 Entwurf: ALHO Holding GmbH

GdW-Präsident Axel Gedaschko: „Die Wohnungswirtschaft geht beim Wohnungsbau gemeinsam mit ihren Partnern neue Wege, um in ganz Deutschland endlich schneller und kostengünstig neuen Wohnraum in hoher Qualität bereitstellen zu können. Denn wir müssen es schaffen, dass neu gebaute Mietwohnungen auch ohne Förderung für die Mitte der Bevölkerung wieder bezahlbar werden. Mit der heute unterzeichneten Rahmenvereinbarung für seriellen und modularen Wohnungsbau liefern wir dafür einen entscheidenden Baustein. ... Das europaweite Ausschreibungsverfahren und seine Ergebnisse sind damit eine Pionierleistung. Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass ausreichend bezahlbare Grundstücke für die neuen Wohngebäude bereitgestellt und eine bundesweit gültige Typengenehmigung geschaffen werden. Ansonsten drohen lange Verfahren in den Bauämtern die innovativen Bauvorhaben auszubremsen.“

6/9 Entwurf: Solidbox GmbH

Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer: „Das Ergebnis dieses Verfahrens zeigt, dass anspruchsvolle Architektur und serielles Bauen sich nicht zwingend ausschließen. In der Anwendung und Umsetzung werden sich die hier entwickelten Vorschläge nun bewähren müssen. Die Herausforderung besteht in jedem einzelnen Fall ja vor allem in der Einfügung in die städtebauliche Umgebung. ... Das serielle Bauen und die hier nun vorgestellten Bau-Typen können aber nur Teil der Lösung bei der Schaffung möglichst vieler bezahlbarer Wohnungen sein. Um bestehende Lücken in den begehrten Städten zu schließen und den Flächenverbrauch nicht zu steigern, werden wir noch andere intelligente Instrumente zur weiteren Stärkung des Wohnungsbaus benötigen, die auch das kleinteilige Einfügen von neuen Wohnungen in den urbanen Raum beschleunigen helfen. Das serielle Bauen ist daher nur eines von mehreren Instrumenten im Werkzeugkoffer der Wohnbauförderung.“ 

7/9 Entwurf: Lukas Lang Building Technologies GmbH

Marcus Becker, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie: „Für die deutsche Bauindustrie hat die Rahmenvereinbarung in einem doppelten Sinne Pilotcharakter: Zum einen wollen wir die Potentiale ausloten, die im seriellen und modularen Wohnungsbau bezüglich Schnelligkeit und Kostengünstigkeit noch schlummern. Zum anderen sehen wir in der Design-and-Build Ausschreibung einen wichtigen Schritt in Richtung einer vertieften partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Architekten und Baufirmen. Wir sind davon überzeugt, dass gerade beim seriellen Wohnungsbau - insbesondere beim Einsatz von Wohnmodulen - frühzeitig auch die Baukompetenz in die Planung eingebracht werden muss.“

8/9 Entwurf: MBM Bau AG

Hintergrund des Ausschreibungsverfahrens ist, dass sich die Wohnungsmärkte vieler Groß- und Universitätsstädte in Deutschland aufgrund eines starken Einwohnerzuwachses dynamisch entwickeln. Die Folge sind Engpässe beim Wohnungsangebot und steigende Bau- und Wohnkosten. Vor allem einkommensschwächere Haushalte, aber zunehmend auch Haushalte mit mittleren Einkommen haben Schwierigkeiten, eine für sie bezahlbare Wohnung zu finden. Ein Hauptgrund für den Wohnungsmangel: Der Bau neuer Wohnungen dauert immer noch zu lange.

9/9 Entwurf: Ed. Züblin AG

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